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Das Echo · 1960-01-30 · 218 (30.1.1960) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
218 (30.1.1960)
Date
1960-01-30
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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30. Januar 1960 “DAS ECHO” 3. Naçhklaenge zu den Nazi - Exzessen <yschen Urheber der antisemitischen Kam-.viele vage Spekulationen, lediglich mit<*>davon überhaupt nichts brachten und Nachdem 6ich die Gemüter über die rüden antisemitischen Aktionen, die im Dezember und Januar stattianden, einigermassen beruhigten, bleibt für den Chronisten die interessante Aufgabe, festzustellen, welche Resonanz die antisemitisch - nazistische Werbetrommel ausloeste. Zuerst einmal konnte man feststellen, dass viele der Araber von den Aktivitaeten deutscher Nazis sehr begeistert waren und alles taten, um die unfreundliche Stimmung gegen Juden zu schüren, Allerdings konnte man hier erkennen, dass die Araber im Ausland durchaus geteilter Meinung waren und es eine erstaunlich grosse Menge von Arabern gab, denen die antijüdische Aktion voellig gleichgültig war. Die relativ wenigen Nasseristen jedoch wurden in Fanatismus versetzt und taten alles um ihrem Herren und Meister in Kairo Treuebeweise zu liefern. Der zweite Nutzniesser dieser verbrech erischen Aktionen waren die Kommunisten, die sich darüber herzlich freuten, dass Bonn sich zivilisatorisch so furchtbar blamierte. Die Kommunisten nutzten diese widerwaertigen antisemitischen Handlungen politisch gegen den Adenauer - Staat aus, indem sie behaupteten, dass nun wieder einmal der klare Beweis dafuer geliefert wurde, “dass Hitler ging und die Nazis blieben”. Bonn selbst war durch die Attentate ehrlich erschüttert. Wenn wir Bonn schreiben, so meinen wir den verhaeltnissmaessig kleinen Kreis um Adenauer- Lübke-Ollenhauer. Im Bundestag herrschte voellig Einheit in der Verurteilung der Taeter, man führte eine erfreulich starke Sprache gegen die Antisemiten, und Adenauer betonte hoechst offiziell, “dass die Bundesrepublik mit all ihrer Macht, die Juden in Deutschland schützen werde”. Bei dieser Gelegenheit aber fiel es wieder einmal peinlich auf, pagnen in Westdeutschland seien, um die Bundesrepublik vor der demokratischen Welt ins schlechte Licht zu setzen. Sicher ist, dass der kommunistischen Propaganda kein Mittel zu schlecht ist, um Bonn zu diskreditieren und ihr die Schandtaten durchaus zuzutrauen wneren. Was aber die offiziellen und offizioesen westdeutschen Nachrichtendienste bisher von Wuenschen in Druckerschwaerze umwandelten, war voellig unrealistisch. Es genügt nicht das man vage Kombinationen anstellt, dass man über die Freude der Kommunisten an der westdeutschen Blamage, schon Zusammenhaenge konstruiert über die positive Schuld der Kommunisten an den Hadem Bestreben, eine Begriffsverwirrung herbeizuführen. Wenn ein Herr F. Demi in der DK (X/3) z. B. behauptet, dass das deutsche Volk nicht mehr antisemitisch ist als andere Voelker und die Schmierereien dadurch verniedlicht, indem er diese als einfachen Unfug dummer. Jungens abtut, so beweist er nur damit, dass er nicht objektiv ist. Ein antisemitisches Anschwellen in Frankreich, England oder in den USA hat eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland von dem die Braune Pest EUsging und fast die ganze Welt zu Grunde richtete. Der Antisemitismus in Deutschland ist sehr ernst zu werten, da hinter diesem "deutsche Gruendlichkeit Israelis contra Deutsche Am Abend des 25. Januar fand in Jerusalem eine eindrucksvolle Masj senkundgebung statt. Mehr als 10,000 ] Israelis bildeten einen Fackelzug, der eine Demonstration gegen eine Anbahnung von israelisch - deutschen Beziehungen darstellte. D>" Manifestanten drückten aus, dass Deutschland der Schuldige sei an den Tod und an das Leid von Millionen von Juden und das man Deutschland kein Vertrauen entgegenbringen dürfe, da es auch heute ein Hort des Antisemitismus sei. Die Teilnehmer an dieser Volkskundgebung forderten energisch die israelische Regierung auf, sofort alle diplomatischen und kulturellen Beziehungen mit Westdeutschland aufzuheben. dass man sehr wohl von Antisemiten in Deutschland sprach, dabei aber beteuerte, dass “es kaum noch Nazis in Deutschland gaebe. Hier irren die Herren in Bonn ganz gewaltig und treiben eine Politik, die man als unehrlich bezeichnen darf. Recht auffallend war, immer wieder die manchesmal versteckte, andermal offene Anspielung, dass die Schmierereien sicher von der Kommunisten ausgingen. Die Braunen Herrschaften in hohen Amtstellen in Bonn taten ihr Moeglichstes um von den Nazis abzulenken und ihre. Finger auf die ostzonalen Kommunisten zu richten. Bonner Regierungsstellen sind tatkraeftig an der Arbeit um ein “Weissbuch” fertigzustellen um der Welt zu beweisen, dass Kommunisten die ideologi- Ich schaeme mich... AUS EINEM BRIEF AN DIE ECHO - REDAKTION: Wie Sie wissen, bin ich Abonnentin Ihres Blattes. Nach den traurigen Vorfaellen in diesen Tagen draengt es mich, Ihnen meine tiefe Abscheu vor den Sudeleien der Nazis in La Paz auszudrücken. Ihr “Echo” welches immer tapfer den jüdischen Interessen dient, für eine echte Demokratie in der Welt kaempfte, hatte wieder einmal vollkommen recht durch seine Meinung, dass die Nazis ein Unruheherd bleiben. Dank Ihrem Blatte habe ich viel über das Judentum erfahren und konnte so als Christin dazu beitragen — wenn auch nur sehr bescheiden — für echtes Christentum zu wirken und über das Judentum im positiven Sine aufzuklaeren. Was die elenden Nazis nun auch hier taten ist wahrlich schlimm! Als Deutsche und Christin schaeme ich mich, über den stattgefundenen Vandalismus. Ihnen, lieber Herr Dr. Stargardt, moechte ich heute meine besondere Sympathie versichern. 10. Jan. 1960. ERICA M. (Adresse der Einsenderin ist der Redaktion bekannt.) kenkreuz - Provokationen. Für Bonn ist es ein Pech, dass die Tatsachen dagegen sprechen, da die Verhafteten durchwegs waschechte Nazis waren oder rechtsradiakalen Parteien angehoerten. Vor allen Dingen aber war Bonn überaus erschrocken von der weltweiten Publizitaet, die die nazistischen Schweinereien in der Welt hatten, ein Widerhall der hoechts unerwünscht war und zeitlich durchaus nicht in das Konzept der bundesdeutschen Regierung passte. Bonn musste wieder einmal erkennen, dass auch das demokratische Deutschland noch sehr viele Gegner hat, und sein demokratischer Bau in weiten Weltkreisen als sehr fragwürdig gilt. Diese neuerliche Kompromittierung West Deutschlands durch die Nazis war ein gran malheur in der Zeit der Vorbereitung zur Gipfelkonferenz. Felix von Eckhardt, Pressechef der Bundesrepublik, arbeitete intensiv, um die Weltmeinung über Deutschland wieder freundlicher zu gestalten und benutzte dazu Mittel, die nicht immer ganz fair waren. Besonders die und deutsches Organi6ationsgenie” stehen. Antisemitismus in Deutschland ist sowohl eine eminente demokratische und jüdische Gefahr, die man nicht vertuschen darf, wenn man den demokratischen und liberalen Fortschritt in Politik und im Leben nicht zerstoeren will. Die deutsche Bundesregierung und ihre amtlichen Publizisten sind auf falschem Wege, wenn sie nazistisch-antisemitische Tatsachen bagatellisieren und Berichte tendenzioes faerben. Die Welt kennt sehr wohl die guten Kraefte, die im heutigen Deutschland vorhanden sind, weiss aber auch von den nazistischen Beamten und Wuerdetraegern und von der grossen Anzahl von echten Nazis, die sich eifrig bemuehen, wieder zur Macht und Geltung zu kommen. Diese Naziblindheit führender deutscher Regierungestellen hat die atavistischen Exzesse heraufbeschworen, die die Welt stark beunruhigten und die Demokraten in W-Deutschland in hoechste Verlegenheit brachten. Eine weitere interessante Feststellung ist, dass die deutsche Auslandspresse sehr verschieden auf die antisemitischen Aktionen reagierte. Deutschnationale PreM„r,iM,„ (Bulletin, ÄS Korrespondenz, etc.) enthielten sehr tische deutsche Auslandszeitungen, die wenn, in Glossenform. Dagegen konnte man feststellen, dass die gesamte demokratische Weltpresse tage - ja wochenlang darueber berichtete, die Ereignisse in politischer und kultureller Sicht kommentierte und wohl einhellig der Meinung war, dass Westdeutschland mehr tun muesste, um die nach oben strebenden nazistischen Kraefte zu ersticken. Presse, Behoerden und Regierung demokratischer Praegungen beschaeftigten sich ungewoehnlich intensiv mit dem neo-nazistischen Treiben, welches von Deutschland ausging und sich epidemisch verbreitete. Weniger aber interessierte sich dafuer der Durchschnittebuerger, der die Dinge zur Kenntnis nahm, ohne jedoch dass diese ihn zur Stellungsnahme zwangen. Wie wir in unserm heutigen Leitartikel betonen: hier liegt die Tragoedie dieser Stunde. Einfache und auch intellektuelle Menschen beschaeftigten sich kaum, wenn, dann mehr im sensationellen Sinne, mit den warnenden Ereignissen, die Anfang vom Ende einer Kultur und Zivilisation sein koennen, mit denen alle anstaendigen Menschen verbunden sind. Hitler kam dank der Indolenz breitester Massen zur Macht. Antisemitismus und Hitlerismus sind identisch. Was sich kuerzlich abspielte war ein dramatisches Menetekel, welches kein freiheitsliebender, pazifistischer und demokratischer Mensch gleichgültig betrachten darf. Curt Ludwig MEDIAS ELÁSTICAS D-rScholl CON DOBLE ESTMAMIBITO Pora Los Quu Sufren de: —. - VAAICU > MUÑAS rÜCNAl * MUÑAS T TOMUOS CANSADOS O MINCHADOS HERMANN BERG ORTOPEDICO Landaeta 48 - La Fas Dr. GuiUermo Krutzfeldt E. ZAHNARZT Spezialitaet: kHnl«^hf Prothesen. Sprechstunden: Plaza Franz Tamayo 1931, Telefon 10111 - 2073. 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