Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 210/211 (28.9.1959)
- Date
- 1959-09-28
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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mß" v fv> ■ -1. iif DAS ECHO” 28. September 1959. l :. er Iflr Der alttestamentarische Gedanke Das Koenigtum war in Jisrael kein patrimoniales Wohlfahrtskoenigtum, sondern mit der Macht der üibborim verbündet. Die Vertreter der alten Tradition wendeten sich daher gegen beide zugleich. Mit grosser Wucht tritt diese Stroemung in den Orakeln der vorexilifechen Schriftpropheten hervor. Es sind die in aller Welt, vor allem aber doch im Occident, in der vorkapitalistischen — antiken, frühmittelalterlichen — Epoche, von den plebejischen Schichten je nachdem gegen die höfischen Beamten oder gegen patrizische Stadtgeschlechter erhoebenen Vorwürfe, deren Mundstück z.B. im hellenischen Altertum Hesiod ist. ln Jisrael waren Koenigtum und reiche oekonomisch wehrhafte Sippen in enger Verbindung, die Beamten der Koenige meist den Patriziern entnommen. Diese typischen sozialen Gegensaetze treten in der Prophetie mit grosser Deutlichkeit zutage. Stets und überall aber beruft sich diese stadtadels- und koenigsfeintßiche Tradition auf den alten Bund, den einst Jahwe durch Mose mit Jisrael im Gegensatz zu allen anderen Voelkem geschlossen halbe, und auf das ganz einzigartige historische Ereignis, welches dieser ebenfalls einzigartigen Bundesschliessung zugrundeHege. Und in der Tat: das für Jisrael besondersartige Verhaeltnis: der Bundesschluss nicht nur unter der Garantie des Gottes, sondern mit dem Gott selbst als Gegenpartei, war ganz offenbar wirklich das Produkt jenes konkreten Geschehnisses, auf welches einmütig die «gesamte israelitische Tradition diesen Vorgang zurückführt. Allen Propheten gilt als Wahrzeichen einerseits der Macht des Gottes und der unbedingten Vergesslichkeit seiner Verheissungen und andererseits der dauernden Dankesschuld Jisraels gegen ihn :die Befreiung von der aegyptischen Fronpflicht durch die wunder¬ Vor MAX WEBER bare Vernichtung eines aegyptischen Heeres im Schilfmeer. Und zwar war das Besondersartige des Vorganges, das dies Wunder bewirkt wurde durch einen in Jisrael bis dahin fremden Gott, der nun daraufhin mit feierli- Iben Gabirol: <■ Morgengebet "Schachar Avakeschcha" Das Morgengrauen -ruft Dich, Hüter, Fels und Hort. Dich sucht das Beterwort, Wenn Abenrddaemmem naht. Vor Dir, dem Heiligen Ort, Wer kann gewiss bestehen Dein Wissen und Dein Sehen Kennt alle Herzenssaat. Was ist das Wollen, Moegen, Das Sinnen und die Kunst, Das Spaehen nach der Gunst, Und was des Tages Tat? Vernimm und heisse gut, Wenn einer vor Dir fleht, Wenn einer das Gebet Einflicht in seinen Pfad. (nachgedichtet von Karl Darmstaedter) eher berith ciurch Mose als Bundesgott rezipiert wurde. Diese Rezeption erfolgte aber auf Grund beiderseitiger Versprechungen, welche durch den \ Propheten Mose nach beiden Seiten hin vermittelt wurden. Die Versprechungen des Volkes begründeten seine besondere dauernde Verpflichtung gegenüber dem Gott, und die als Gegengabe gebotenen Versprechungen des Gottes machten ihn in einem so eminenten Sinne, wie keinen in der Weltgeschichte sonst irgendwo bekannten Gott, zu einem Gott der Verheissung für Jisrael. Dies ist die unzweideutige Auffassung der Tradition. Es ist die ganz offenbare Voraussetzung des nirgends sonst in der Umwelt sich findenden, dagegen schon im Deboralied vorausgesetzten Begriffs des “AbfaKs’r von IHM als t eines spezifisch verderblichen Frevels. Und es ist vor allem die unentbehrliche gedankliche Grundlage für die nirgendwo sonst erreichte Bedeutung der Prophetie und der Heflweissagungen. Zwar Reichtum, langes Leben, zahlreiche Nachkommen und eine guter Name, waren von jeher überall in der Welt das, was Priester und Mystagogen dem Verehrer ihres Gottes versprachen und was die Koenige sich von «ihren Hofpropheten verheissen liesen. Und ebenso verstand es sich überall von selbst, dass der Kriegsgott des Stammes oder der Gott des Koenigs mit ihm gegen die Feinde sein werde. So auch in Jisrael. Dass er zahlreiche Nachkommen haben werde, so dass das Volk werden solle wie Sand am Meer, Sieg über alle Feinde, Regen, reiche Ernten und sicheren Besitz, endlich: dass der Name der legendaeren Anherren und der des gesegneten Volks selbst ein Segenswort sein werde, — dies erhoffte man von dem angenommenen maechtigen Bundesgott. Aber weil das Verhaeftnis zu ihm auf einer berith beruhte, gewann dieses Hoffnung eine aeusserst feste Grundlage und galt als auf ausdrücklicher Verheissung: einem Schwur des Gottes, beruhend. Die Verheissungen sind ursprüngüich nicht als an besondere Bedingungen geknüpft vorgestellt, und ihre aeltesten Formulierungen in der Tradition machen sie auch nicht von Irgendwelchem besonderen, etwa einen spezifisch sittlichen, Verhalten Jisrael abhaengig. Sondern sie sind — selbstverstaendlich — nur an die eine Bedingung geknüpft: dass ER eben Jisraels Gott ist und von ihm als solcher behandelt wird: dann wird ER mit Jisrael gehen durch Dick und Dünn. Darauf allein kam es an und dies allein war es, was die Nasiraeer und Nebijim, die Glaubenskaempfer, wus- ' sten und (wie schon das Deborafied tut) dem Heerbann einpraegten: Die den antiken Religionen sonst ganz fremde Vorstellung von der “Abgoetterei” als eines Frevels gewann dadurch ihre penetrante Bedeutung. Sein eigener Eidschwur und schlechterdings gar nichts anderes ist es — so schaerft noch das Deuteronctmium (7.7) lein —, was Gott veranlasst, Jisrael vor aßen anderen Voelkem zu bevorzugen, nicht etwa dessen sittlich hoeherer Wert. Immerhin: dies entsprach schon der volkstümlichen Anschauung nicht. Diese wusste — wie bei jedem Volk — dass andere Voelker den Israeliten ungleichwertig waren und also auch dem Gott dafür gelten mussten. Und zwar beruhte, wie überall, die Ungleichwertigkeit darauf, das sie andere Lebensgewohnheiten hatten. Dinge taten, die man “nie getan hat in Jisrael”, Da nun Gott durch die berith Vertragspartner der rituellen und sozialen Ordnungen des Bundes war, so war der Grund der Minderwertigkeit der anderen für IHN eben der: dass sie seine Ordnungen nicht kannten oder jedenfalls nicht hielten. Dieser negative Grund der Unterscheidung, die Gott macht, tritt denn auch, vereint mit jener Auffassung, im Deuteronomium auf. LA PAZ ABRAHAM JACUBOW1CZ und Frau wuenschen dem juedischen Volk und allen seinen Freunden viel Glueck zum Neuen Jahr! PELETERIA Ingavi 614 CONFECCIONES LEO LABEN DZ und Familie sendet die besten Wuensche fuer das Neue Jahr! INI FERRETERIA PINCHOS KIPPERBAND y Familia desea cordialmente a sus Amigos un buen Año de Salud y Progreso! ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■nnnnninnnnnn CONFECCIONES “LA IT ADULAN A” Calle Comercio KOENIGSTEIN & SONNENBERG saludan a la Colonia Israelita y desean un Año feliz y. de Exito! SnnnnnnnnnnnmnnninnnnnnnnnnnÍnmii JULIO LEVY & CIA. 5 ■ ■ desean prosperidad y Bienestar al Pueblo 5 5 judío en su Año nuevo! ■ ■ JOSE MAYERSON y Familia felicita cordialmente a la Colectividad israelita de Bolivia en su Año nuevo! ¡s I