Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 205 (15.6.1959)
- Date
- 1959-06-15
- Page
- [Seite 10] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/9620162-9632912-9625701--232-9625711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
IO. DAS ECHO 15. Juni 1959. DH Thrombose und Embolie DK BONN. — Die Thrombose ist heute eine gefürchtete Krankheit, besonders nach Operationen. Das “Thrombus” gennante Blutgerinnsel wird in den Gefaessen verschleppt, bis es schliesslich in einem engeren Gefaess steckenbleibt. Das ist der eigentlich gefaehrliche Vorgang, die “Embolie”. Es handelt sich also um zwei Vorgaenge, die Bildung des Gerinnsels und dessen Wanderung bis za einem Punkt, wo es ein Gefaess verstopft, was besonders in Herz und Lunge sehr gefaehrlich ist. Thrombose und Emboflie, die auch ohne Operation auftreten koennen, hat es natürlich auch früher gegeben. Die Arzte stellen aber in letzter Zeit eine auffallende Zunahme dieser Komplikationen fest und sehen dahinter einen krankhaften Prozess, der mit einer noch unbekannten Regulationsstoerunq an den Blutgefaessen zusammenhaengt. An dieser wiederum ist das vegetative Nervensystem beteiligt. Man haelt die Zunahme der Thromboembolien für einen Teil der “Managerkrankheit”, das heisst einen allgemeinen Überlastungsschaden, der. mit der Hetze und Sorge der Zeit, teilweise vielleicht auch mit Ernaehrungsfehlem in Zusammenhang zu bringen ist. An er (Chirurgischen Universitätsklinik Tübingen haben Professor Dr. W. Dick und Dozent Dr. P. Matis in den letzten Jahren umfassende Untersuchungen der Thromboembolie an einem grossen Krankengut durchgeführt. Die beiden Aerzte kommen zu der Schlussfolgerung, dass die Bekaempfung der Tromboembolie in der Prophylaxe zu suchen ist, im wesentlichen in der vorbeugenden Anwendung gerinnungshemmender Mittel. Die damit an der Tübinger Klinik erzielten Erfolge sind eindrucksvoll. Die Gerinnung eines Blutstropfens laesst sich leicht unter dem Mikroskop beobachten. Blitzschnell bildet sich ein weisses Maschenwerk, das rote und weisse ßlutkoerperchen nebst den Thrombozyten, den kleinen BIutpLaettchen, umschliesst. Das Netzwerk besteht aus Fibrin, das in Form eines Vorlaeufers, des Fibrinogens, im Blut enthalten ist. Die Blutgerinnung ist ein überaus komplexer Vorgang, an dem nach dem jetzigen Stand der Forschung etwa zwanzig Faktoren beteiligt sind, darunter Calcium. Der Thrombus besteht aus einem “Kopf” aus zerfallenen Blutplaettchen, der sich an einer Gefaesswand gebildet hat, und einem “Schwanz”, der die typische Gerinnsel-Zusammensetzung zeigt. Dieser Schwanz setzt sich an den primaer entstehenden Kopf an und ist die Ursache dafür, dass der Thrombus vom Blutstrom mitgerissen und an eine andere Stelle verschleppt wird. Ein kleinerer Thrombus kann viele Jahre ruhig sitzen und ist dann ungefaehrlich. Die Gefahr beginnt erst, wenn er wandert. Man kann oft wandernde Blutgerinnsel durch geeignete Mittel zur Aufloesung bringen, besser aber ist es, vorzubeugen. Die von den Tübinger Gelehrten untersuchten Thrombosen sind solche, die als Ausdruck einer wirklichen Thrombose- Krankheit anzusehen sind, also nicht etwa solche, die als Folge einer entzündlichen Krankheit an den Gefaes swaenden entstanden sind (Venenentzündung, Krampfadern, Knoten). Der echte Thrombus entsteht fern von irgendeinem krankaften Prozess (Operations- oder Unfatlwunde), bevorzugt allerdings Gebiete verlangsamter Zirkulation (Bein- und Beckenvenen). Er waechst leicht durch Bildung eines "Schwanzes” weiter. Schon der Begründer der Zellularpathologie Rudolf Virchow sagte, dass drei Faktoren beteiligt sein müssen: erhoehte Neigung des Blutes zum Gerinnen, verlangsamter Blutstrom und eine Schaedigung der Gefaesswand. Der Thrombus bedürfte, um schnell bekaempft zu werden, einer Sofortdiagnose. Man bemerkt ihn leider erst, wenn es zu spaet ist: wenn Schmerzen, Schwellung und Erhitzung an der betreffenden Stelle auftreten. Dann ist der Thrombus meist schon einen halben bis ganzen Tag alt. Die Verschleppungsgefahr ist aber in den ersten Stunden am groessten, der Thrombus ist, wenn man ihn an Hand der genannten Symptome erkennt, meist aus der groessten Gefahr schon heraus. Auch ein nichtwandernder Thrombus, bei dem es zu keiner Embolie kommt, kann spaeter noch zu grossen Schaedigungen an den Gefaessen und zur Invaliditaet führen. Die groessste unmittelbare Gefahr ist aber die Embolie, und auf die zu dieser führende Wanderung begibt sich der Thrombus meist, ehe er erkennbar geworden ist. Dann zeigt erst die Embolie an, dass ein Thrombus da war. Eine Prophylaxe der eigentlichen Ursachen der Thrombose ist nicht moeglieh, solange man über die tiefen Regulationsstoerungen nichts Genaues weiss. Wohl aber kann man den einen der Virchowschen Faktoren, die Zirkulationsverlangsamung, beeinflussen. Bettruhe bewirkt eine Veriang. sammung des Blutumlaufs in den Beinen, die nach wenigen Tagen schon erheblich ist. In den Armen tritt die Verlangsamung erst etwa nach einer Woche auf und ist geringer. Man empfiehlt daher moegüichst frühes Aufstehen nach Operationen wo dies ■v VW VW VW VV WWW! Gerinnungstfaktors Thrombin, zum letzteren. Es erzeugt keine Nebenscheinungen. Das Dicumarol hingegen, greift direkt an der Leber an, wo es durch eine zeitweise “Lebernarkose” die Bildung des Prothrombinkomplexes verhindert. Dies dauert aber einige Zeit. Die gerinnungshemmenden Mittel koennen natürlich Blutungen bewirken oder foerdern, so dass es auch Gegenindikationen gibt. Dick und Matis weisen auf die Notwendigkeit hin, hier in jedem FaH das Für und Wider genau zu erwaegen, betonen aber auch, dass Blutungen leichter zu bekaempfen sind als die lebensgefaehrliche Embolie; die Gegenindikation sollte also eher eingeschraenkt werden. Die Prophylaxe durch vorweg erfolgende Verabreichung gerinnungshemmender Mittel hat in Tübingen zu einer Herabsetzung der Thrombosen auf weniger als ein Achtel ge- -vvywv^rvw DIL GERHARD KANN INTERNIST — ELECTROCABDIOGRAPHIE Conauitorioc Dr. lidio Aroe Loayza 460» von 5 1/2 — 7 1/2 nachmittags. I ábUtSmAi-i moeglich ist! Das Hauptmittel der Thrombosenverhütung, bleibt aber die Gerinnungsverhütung. Da einige Gerinnunsfaktoren in der Leber gebildet werden, empfahl der Thrombose- Forscher Morawitz schon 1934 eine “müde, harmlose Schaedigung der Leberfunktion’’ als Mittel zur Thrombose- Prophylaxe. In diesem Sinne entwickelte man die Mittel Heparin und Dicumarol, die “Antikoagulantien” (Koagulation Gerinnung). Heparin wird injiziert und hemmt die Gerinnung sofort für einige Stunden. Sein Name kommt von der Leber (Hepar), aus der es gewonnen wird. Es wirkt an verschiedenen Steilen des Gerinnungsprozesses; vor allem verhindert es die Aktivierung des Phothrombins, der Vorstufe des erhielf führt. Eine Gruppe Patienten Antikoagulantien, eine gleich grosse Kontrollgruppe blieb ohne diese. In der nichtbehandeäten Gruppe ereigneten sich 50 Thrombosen ohne Infarkt (Gewebeschaedigung infolge Gefaessverschluss). ln der Prophylaxe- Gruppe waren nur vier solcher Thrombosen zu verzeichnen. In der Kontrollgruppe ereigneten sich 27 Lungen- Infarkte und 17 toedlich verlaufende Lungen-EmboHen; die Prophylaxe- Gruppe hatte nur fünf Lungen-lnfarkte und zwei toedliche Lungen-Embolien zu verzeichnen. Insgesamt standen 94 Thrombosen und Embolien der nicht prophylaktisch behändesten Gruppenur elf Faetle in der Prophylaxe-Gruppe gegenüber. Walter Theimer. Abonnements - Einladung Fast alle unsere Leserfreunde sind Abonnenten Falls Sie noch kein ECHO-ABONO haben» bitten wir Sie, untenstehenden Kupon, auszufuellen und uns baldigst einzusenden. Nur dos ECHO-ABONO garantiert iuer zuverlaessige Lieferung Verlag ‘DAS ECHO” Casilkz 2217 La Paz Hierdurch abonniere ich die Halbmonatsschrift DAS ECHO zum Preise von Bs. 13-200 fuer La Paz Bs. 14.400 (Interior ) Bs. 16.800 (Europa ,u. Israel). (Nichtgewuenschtes bitte streichen) Dieser Preis bezieht sich fuer 24 Lieferungen . einschl. Porto. Name: .-. Casilla: . t Ort: . ♦! ♦ ♦ i I HOGAR AUSTRIAC0 Yanacocha 280 DAS GUTE RESTAURANT im Stadt-Zentrum! Mittags - und Abendtisch! Ndchmilttcogs: Kaffeehaus - Betrieb! Montags geschlossen! WWWWWWWW1 AMERICAN LIFE l aoQoe aoi BIEBER 20 de Octubre 582 LA PAZ ERSTKLASSIG in Kaffee - Kuchen Eis ERSTKLASSIG als Speise - Restaurant, in Mittag- und Abend - Essen! U—JJOOOi ¡SS 825-827 Washington St. Wilmington, Delaware USA. Representation für Bolivien: La Pc«z, Calle Potosí 1230, Casilla 1724, Teléfonos: 5712, 5623. in Cochabamba: Hugo VeintemiUas, Esteban Arze 65 - Casilla 1659, Telefon 4680. in Santa Cruz: José Rosemann Boas, Buenos Aires 160, Casilla 137, Telefon 215. die modernsten Versicher.ungsplaene auf Ableben und Ueberleben Pensionsversicherungen Garantierter Verfallschutz Doppelte, dreifache und fünlffache Unfallversicherung. * Jetzt unter Verwaltung von OTTO DORN¬ BUSCH, La Paz. Ein Telefonanruf genügt, IO)!