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Das Echo · 1959-06-15 · 205 (15.6.1959) · p. [Seite 7]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
205 (15.6.1959)
Date
1959-06-15
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German
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1959. 15. Juni 1959. DAS ECHO” 7. SE: tismus mit aii ‘■Das i” von Wulf, •bef-Prefe. folgenhasst das, ‘i in manist auch e Mensch auch der sen gegen nicht aui aerke, son- Schwaeche. en ist ein «eitsgeiühl: ntelligenten er eraptin- Schichten kurrenzneid erlegenheit, dies üble aufspielt, ht und Schlich Ueberwird den, eiss, bemititlich auch assen. n die Zeit Deutschland n in Rus$- m nur mit las und Juden liebte oder nicht, me als barürdig. Doch andes- und n so weit, ismus auch und verig nicht in in Rechtsnem Vokahimpfnamen erte. t nicht das Fortgeschdeutschen diesem - mutige“" j>egnen. msicht in d«e die der Na utschlandL immerwac^ »r- und „ und Deutschland S? '1.- “fS £ und ' Vaterseinv0„ euch ■A t > *?*"■ *' ^födische t und )U“ ie -denLügen' keme gte„ h v0I"h, eine sp«ch er- Phrase v Deut- Wien)' “Das Echt/’ ist bekanntlich ©ine pro-zionistische Zeitschrift, die aber loyal und toudant ist und auch gegnerische Stimmen publiziert “Das Echo hat des öefteren betont und auch begruendet, dass der Herzl sehe Zionismus für uns etwas Grosses, aber nur noch Historisches ist, da der Judenstaat nun vorhanden, und dass es nun notwendig ist, den .alten, ehrwürdigen zionistischen Schlauch mit neuem Lebenssaft zu füllen. Es ist an der Zeit, aus dem “Zionismus” einen “Israielismus“ zu entwickeln, d.h. erne weniger idlalistischl-politische als realistisch-nationale Form zu Lnden, die irtihr als bisher, den israelische Staatsgedanken popularisiert und in breite christliche Volkskreisz traegt Wir bringen eine Arbeit aus der Feder des bekannten ho aendischen Sozialist!cn Fritz Kief, die wir einer deutschen Wochenschrift entnahmen. Es ist überaus interssant für uns, den “Zionismus” von Christlicher Sicht her, erfasst zu sehen. Kief ist der Meinung, dass eine jüdische Assimilation feinen neuen Antisemitismus verhüten koennte, wogegen der israelisch-nationale Gedanke, der Juden zu Israelis im Auslande macht, dem WeStjudentum nur Schaden zufügen dürfte. Der Autor sieht das jüdäsch-zionistösdhe Problem nur als politisches und soziologisches, weniger als menschliches an. Juden waren in ihren Gasttelmdem stets Kulturdünger, und letztenemdes die Prügelknaben für die Schuld anderer. Es stellt ein natürliches Vergangen dar, dass Juden 'ein Volk, eine nationale Einheit zu bilden wünschen, um als Geschlossenheit zu wirken, und nicht laenger “vaterlandslose Gesellen” sein wollen. Von christficher Sich ta, kann das “Problem Zionismus” micht gerecht beurteilt werden, da allein jüdisches Leid im Rahmen der Wirtsvoelkler, die Kraft entwickeln konnte, zur liebe und Verteidigung eines jüdischen Staates. Hier koennen keine politischen und soziajis' 'sehen Ideen und Theorien eins Anti-Zionismus die tragische Tatsache aufheheben, von der millionenfachen christlichen Schuld gegen das Judentum und ebensowenig das kraftvolle Wollen der Juden, nach Schutz durch einen eigenen Bei aller Kosmcpoütik, bei aller Zurueckweisung nationalistischer Ausbrüche, bei alter Respektierung sozialistischer Lehren - hier koennen keine politisch) doktrinaeren Aspekte, die jüdisch-aktuelle Situation erfassen. Christentum ist eine Religion, Judentum ist darüber hinaus ein enger Schick- SEls-und Gemeinschaftskreds, der um sich zu erhalten, staendig kaempfen muss. Herr Kief hat seine Heimat Holland, auch Juden wünschen erne Heimat, ein “Zu-H.a-use” zu haben, ein Haus, in welches man einkeluten kann, wenn die Stürme der Umweit zu unfreundlich werden. Der “Ewige Jude” ist wandersmüde; in “Israel” sieht er das Heimatstor. Wenn Kief behauptet, der jüdische Kampf gegen die Assimilation beschwoert als Reaktion den Antisemitismus, so sind wir der Meinung, dass der Kampf gegen jüdische Assimilation kn Wirtsland notwendig ist, damit Juden weiter Repräsentanten des uralten Bibelvolkes sein koennen und faehig bleiben, die Weit mit ihren hohen, stets gültigen Moralgesetzen za befruchten. Fritz Kief analysiert den “Zionismus” mit dem Geist und den Aug'en des PcVikers, damit aber kann er wohl geistig bis zur jüdischen Peripherie gelagen, aber nicht in das Inn«« des jüdischen Menschen eindringen, welches angefjöflt ist mit Sehnsucht nach Liebe, Gerechtigkeit und Freiheit Und dieses elementare Gefühl im jüdischen Menschen ist so stark, dass für ihn “Israel” Rea'itaet und Expression für ein bess/eres Leben, fiür eine bessere Zukunft ist. Zionismus als Problem Von Fritz Kief (Amsterdam) Ende Januar tagte in Amsterdam <der europaeische Zionistenkongress. Sogar demjenigen, der die Entwicklung des Zionismus im letzten Jahrzehnt nicht genau verfolgte, musste der scharfe polemische Ton in dem Referat «des Praesidenten des Zionistischen Weltbundes, D'r. Nachim Goldmann, auffallen. Es war eine Verteidigungsrede zugunsten des Zionismus nach der Gründung des Staates Israel gegen Angriffe, wie es scheint, bedeutender Stroemungen in Israel, aber auch in ider übrigen Welt, die der Ansicht sind, mit der Staatsgründung sei die Aufgabe der zionistischen Bewegung ■erfüllt. Es liegt auf der Hand, dass manches aus früheren Diskussionen über den Zionismus nach der Staatsgründung hinfaellig geworden ist, Israel ist eine Realitaet. Dieser Staat wird sich nicht wieder selbst aufgeben. Er koennte jetzt nur noch in einem Krieg •verschwinden. Mag man der Ansicht -sein, Israel repraesentiere — sei es unbeabsichtigt und ungewollt — den westlichen Imperialismus und Kolonialismus im Nahen Osten, dieser Staat Ist nun einmal da, und man muss das •als gegebene Tatsache hinnehmen. Ausserdem, wer die Erfahrungen der Emigration kennt, der kann sich der Tatsache nicht verschliessen, dass '“der Planet ohne Visum” (wie Trotzkv die Situation einmal charakterisierte) für verfolgte Juden heute auf alle Faelöe “ein Visum” bereit hat: das israelische. Idealisierung des Ghettos? Man kann sich also mit dem Bestehen des Staates Israel abfinden und trotzdem den Versuchen, die zionistische Bewegung neuzubeleben, nicht gewogen sein, sraels Abhaengigkeit von der zionistischen Bewegung des Westens ist an sich schon ein sehr ungünstiger Faktor in seinem Verhaeltnis zur arabischen Umwelt. Hoert man die Argumente, mit denen die Führer der zionistischen Bewegung die Neubelebung des Zionismus begründen, dann bekommt man den Eindruck, dass sie die in der Sowjetunion und den Oststaaten lebenden Juden zum SpielbaLl des Kalten Krieges machen moechten. Dass sie deswegen bereit sind, Wasser auf die Mühlen der Antisemiten zu tragen. Damit in seiner Not der Jude “sich seiner Judenheit bewusst werde”. Die offizielle Begründung des Zio- nismus — die Erhaltung der jüdischen Kultur, der jüdischen Eigenart, des jüdischen Volkes — ist im Grunde die Idealisierung des Ghettos. Man will gleichberechtigter Bürger sein — und doch wieder nicht. Man hat das Gefühl, dass die Gleichberechtigung und das Niedereissen der echten und gedanklichen Ghettomauern zwar einerseits eine Befreiung ist, andereseits aber den Verlust liebgewonnener Tradition bedeutet. Es Hesse sich an der Geschichte der Amsterdamer Arbeiterbewegung, die bis 1940 sehr eng mit der Überwindung des Ghettos verflochten war, nachweisen, wie sehr der Sozialismus für die jüdischen Arbeiter die Erioesung von der alten Tradition war. Wie sehr er die Assimiherung foerderte. Wie sehr — weil Juden und Nicht-Juden in dieselben Schulen gingen, in deni selben Betrieben arbeiteten, in derselben Partei und Gewerkschaft waren — die Zahl der sogenannten “Mischehen” von Jahr zu Jahr zunahm. Und . . . wie der einflusslose Zionismus ploetzlich Auftrieb bekam, als in Deutschland der Nazismus hochkam und zur Macht gelangte. Es liegt auf der Hand, dass die Erfahrungen des zweiten Weltkriegs — mehr als 90 000 Juden kehrten aus den Vernichtungslagern nicht nach Holland zurück — bei vielen Heimgekehrten und Aufgetauchten Gefühle der Verlassenheit erzeugten. So wie sie die vom selben Schicksal Geschlagenen zusammenführten. Nich prinzipiell, aber praktisch trat man für Israel ein. Irgendwo sollte eine letzte Zuflucht sein. So kam es nach 1945 auch in Amsterdam zu einem jüdischen Aufbruch nach Israel. Aber auch hier zeigt sich wieder, wie wenig standhaft Bewegungen sind, die nicht in der gesellschaftlichen Realitaet wurzeln. Es gibt keinen niederlaendischen Antisemitismus. Gegen antisemitische Aeusserungen braucht man den Richter nicht zu bemühen. Der Betreffende wird schon von der Bevoelkerung solchermassen verprügelt, dass er sich hüten wird, auch nur ein zweites Mal sich hoeren zu lassen. Am 25. Februar jaehrte sich der Tag, an dem 1941 Amsterdam in den Generalstreik gegen die Besetzer trat, die jüdische Mitbürger verschleppten. Dies alles ist kein ’ Klima, in dem sich der Jude bedroht fühlt oder in dem er das Gefühl bekommen kann, ein Aussenseiter zu sein. Im Gegenteil, er assimiliert sich, selbst wenn er glaubt, sich dagegen zu wehren. Der Zionismus hat weder in Holland noch; im Westen im allgemeinen eine Grundlage. Was will nun der zionistische Weltbund? Dass der Jude im Westen sich seiner “Judenheit” (das Wort ist von Goldmann) bewusst werde. An Stelle der Klassensolidaritaet und des Klassenbewusstseins soll der jüdische Arbeiter sich ein jüdisches Bewusstsein” erwerben. Die Krise, in der sich der Zionismus befindet, beweist, wie gering die Chance des Weltbundes ist, bei den Indischen Massen im Westen dieses “jüdische Bewusstsein” zu erzeugen. Kalter Krieg und “Kirchenverfolgung” Aber wir haben ja die Situation des Kalten Krieges. Es ist eine Tatsache, dass der Antisemitismus im Osten seit eh und je zumindest ein schwelendes Feuer ist. Sogar in der Sowjet-Union und in der KP. Es steckte antisemitische Spekulation in der Art, in der in den Moskauer Trotzkisten-Prozessen unter Wyschinskys Führung jüdische N.amen etabliert tvurden. Auch der spaeter rückgaengig gemachte Prozess gegen die jüdischen Aerzte (1953) hatte diese Tendenz gezeigt. Auch, wenn man den Prager Slansky-Prozess nochmal durchnimmt, wird man finden, wie auch dort der Antisemitismus eine Rode | spielte. Trotzdem kann man diesen Antisemitismus nur zum Teil mit dem der Nazis gleichsetzen. Nebeü dem primitiven Antisemitismus, wie er unter dem Zarismus grassierte und noch heute in dem schlummernden Antisemitismus nachwirkt, geht es um den Kampf um <iie ideologische Herrschaft der KP, und der Kampf um “das Judentum” im Osten rührt an den “Kirchenkampf” im allgemeinen. Wenn man im Westen von der “\ erfolgten Kirche” im Osten spricht, dann vergisst man, dass im Osten die Kirche mehr war als “nur” eine Glaubensgemeinschaft. Dass in den Oststaaten — die Sowjet-Union ausgenommen — die katholische Kirche für Ehescbliessung und Geburts- und Sterbeeintragung zustaendig war. Dass die Kirche das Schulwesen beherrschte und bestimmte. Dass in diesen Laendern die Saekulärisierung erst jetzt nachgeholt werden musste. Man kann daran zweifeln, ob die kommunistischen Regierungen in einer vernünftigen Weise gegen die Kirchen Vorgehen. Man kann ihnen jedoch nicht das Recht absprechen, den Ziviflstand und das Schulwesen dem Einfluss der Kirchen zu entziehen und die Kirche den bürgerlichen Gesetzen unterzuordnen. Kennt man diese Situation, dann steht man mit einiger Skepsis den zionistischen Behauptungen gegenüber, die Juden des Ostens würden verfolgt. Man muss dann feststellen, dass dasjenige, was der Zionistische Weltbund für den Westen propagiert — und was der Nicht-Zionist ablehnt — im Osten I zu Konflikten führen kann und manchmal führen muss. Bedeutet es doch, dass die Juden sich als Aussenseiter, als Fremdlige, als Menschen in der Diaspora betrachten sollen, dass sie sich gegen die Integration zur Wehr setzen, ja, dass sie sich — nach der Gründung Israels — als im Ausland lebende Bürger dieses Staates betrachten sollen. In dem Klima des Kalten Krieges heisst das: dass sie potentielle Spione sind, falls Israel sich dem Westen zugesellt. Und das kann dann zur Folge haben, dass jeder Jude im Osten in kritischen Situationen inhaftiert werden kann — wie die Hollaender 1940 Deutsche, die Englaender und Franzosen 1939 sogar deutsche I Antifaschisten eingesperrt haben, i Neue Einwanderung nach Israel Seit einiger Zeit haben |uden in Polen, Ungarn und Rumaenien die beschraenkte Erlaubnis, nach Israel auszuwandern. Man koennte dies als ein Eingestaendnis dafür befrachten, dass in jenen Laendern den Juden kein Eingenleben als jüdische Gemeinschaft gestattet (Fortsetzung Seite 8). REDAKTIONS-FERIEN! Die naechste Echo-Ausgabe erscheint erst am 15. Julio 1959! Avisos bitten wir in unserer Agencia “Tiahuanacu” (gegenueber Post) abzugeben oder uns. durch Casilla 2217 La Paz, El Eco, zu übersenden. Redaktion “Das Echo”.

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