Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 204 (30.5.1959)
- Date
- 1959-05-30
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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30. Mai 1959. ‘‘DAS ECHO’’ In Düsseldorf wurde eine Brüder schaff “Brüder Israeles und Ismaels” gegründet, mit dem Ziel eine Anaeherung zwischen Juden und Arabern herbeizuführen. Im Jahre 1958 kamen aus Argentinien 552 Juden nach Israel, davon waiün 323 Handwerker und Freiberufi- Kcfae. Der bekannte Trainer der ungarischen Fusshallmanschaft, Giula Mandy, wurde vom Fusballverband in Israel als Trainer verpflichtet bei einem Monatsgehalt von 800 Dollar. Zu den im November stattfindenden Knesset- Wahlen, werden 1,4 Millionen Israelis ihr Wahlrecht ausüben kotennert. Westdeutschland stand im Jahre 1958 an dritter Stelle im israelischen Export; an erster und zweiter Stelle stehen England und Nordamerika. Das Jahrbuch für jüdischen Sozialdienst gibt bekannt, dass im vergangenen Jahr 550 000 Patienten in 74 Hospitaelern behandelt wurden, «fie unter jüdischen Auspizien arbeiten. Die Kosten beliefen sich auch 170 Millionen Dollar. Durch westdeutsche Lieferungen an Israel konnte die israelische Flotte auf einen Umfang von 600 000 Tonnen gebracht werden Etwa 200 000 jüdische Jugendliche besuchen z. zt. in den USA Universitaeten und College. 40 % dter nordamerikanisChen Juden wohnen in New York. ln Strassburg fand im Maerz eine Konferenz der Europaeischen Union orthodox-jüdischer Gemeinden statt. In diesem Monat (Mai) feiert der wiener jüdische Sportklub “Hakoah” sein 50-jaehriges Bestehen. Nach Berichten aus Rom soll sich j der Papst für die Aufnahme von Bej Ziehungen mit Israel ausgesprochen haben. Mit einer baldigen Aufnahme j vatikanischer Beziehungen mit Jerusalem ist jedoch nicht zu rechnen. Die Zahl der ln Franklteich lebenden Juden wird mit 275 000 angegeben; Zweidrittel der Juden (180 000) leben in Paris. Die sogen. “Ungaristische Bewegung’’ treibt in Deutschland ihr antisemitisches Unwesen. Besonders in Bayern ist diese faschistische Orga- > nisation in beunruhigender Weise; taetig.! Der sowjetische Staatsverlag hat j hat aus Anlass des 100. Geburtstages von Scholem Alechem, dessen Werke , in jiddischer Sprache neu herausgte-! geben. Nach Kanada kamen im Jahre 1958 2290 Juden, von diesen kamen aus Israel 531. — ln Toronto fand ein j Bankett zu Gunsten des israelischen j Nationfonds statt, auf welchem über i 100 000 Dollar gezeichnet wurden. j In New York wurden 2451 Preise \ an die besten Schüler verteilt, von ihnen warten 1400 Juden. Im Alter von 96 Jahren starb Frau; Regina Margariten, genannt die “Maz-! zekoenigin”; sie war Mitbegründerin j der riesigen Mazzefabrik von Horowtz j Bros, und Margareten.! Der “Joint.” hat in diesem Jahr 250 000 Pfund Matzoth und 70 000 Pfund Mehl nach Europa transportiert. In Ost-Berlin wurde waehrend einer Pressekonferenz Journalisten Listen übergeben, die 800 Namen ehemaliger Nazi-Richter enthielten, die z.T. auch heute noch in Westdeutschland in Amt und Würden sind. Der gegenwaertige Mitgliederbestand der West-Berliner Gemeinde betraegt 6400. Die jüdische Schriftstellerin Prof.! Hannah Arendt erhielt in Hamburg den Lessingpreis ((im Werte von 10000 DM.). Helena Rubinstein gründete in Israel feinen Stipendienfonds in Hoehe von 90 000 isr.-£. In Jerusalem fand ein internationaler Kongress jüdischer Schriftsteller statt. Prof. Niels Bohr erhielt vom Technion in Haifa den Ehiendoktor-Titei, Das Hebrew Union College New York wird ein neues Institut gründen, zum Zwecke fortgeschrittener Studien in Religion und Humanismus. In den Vereinigten Staaten senden 20 Radiostationen jiddische Programme, die woechentlich zusammen 88 Stunden ausmachen. Die Rückwanderung nach Westdeutschland hat stark nachgelassen. Nach Unterlagen betraegt z.zt. die vierteliaehrliche Rückwanderung unge- 3. faehr 500 jüdische Personen; die Auswanderung waehrend dieser Zeit betraegt 100, meist jugendlicher Juden. Vom sowjetrussischen Kulturministerium wurden in der JahresAusstellung in Leningrad 13 jüdische Künstler ausgezeichnet. Jacob Tzur, israelischer Botschafter in Paris (früher in Buenos Aires) ist nach Israel zurückgekehrt, wo er die Leitung des Keren Kayemet Le~ israe) übernommen hat. Der “Joint” unterhaelt in 19 Laentitem Büros und arbeitet noch immer sehr aktiv. Im vergangenen Jahre wurden vom “Joint” mehr als 200 000 Juden betreut. Elizabeth Taylor, der berühmte Hollywood - Star, zeichnete für 100 000 $ Israel-Bonds. Mrs. Taylor ist zum Judentum übergetreten. Der argentinische Minister für Arbeit und Sozia'sicherheit, David Bleyer, ist Jude und wurde in letzter Zielt Gegenstand von Angriffen antisemitischer Rüpel in Buenos Aires. In der Zeit von 1948 bis 1957 wurden in West-Deutschland 176 jüdische Friedhoefe geschaendet. Im Dezember 1958 betrug der Mitgliederbestand der Israelischen Kultusgemeindfe in Wien 9183 Mitglieder, was eine Reduktion von 62 Mitgliedern gegenüber 1957 bedeutet. Bisher wanderten 5700 Juden aus Sowjet-Russland und ungefaehr 380 000 aus den sowjetischen Oststaaten nach Israel ein. Koeniginmutter Elisabeth von Belgien b2wunj-rte waehrend ihres Israel - Aufenthaltes den Aufbau des Landes und die Leistungen der Israelis. Der Hohe Gast eroaffnfete das nach ihr benannte “Archaeologische Institut” und das neue Museum in Nathania. Israelische Einwanderungspolitik “Das Echo” musste bereits des Oefteren Kritik üben gegen schlecht oder falsch durchgeführte Werbekampagnten in Israel. In einer Zeit, die politisch besonders empfindsam ist, sollte man alles vermeiden, was von gegnerischer Seite her als provokatorisch angesehen werden koennte. Ein besonders und wenig erfreuliches Kapitel israelischer Propaganda ist die weltweite Bekanntgabe von Einwanderung aus den sowjetischen Staaten. Die israelische Presse, und verantwortungsvolle israelische Aemter propagieren seit langem, dass feine massenhafte Auswanderung aus Russ'iand, aber auch aus Rumaenien, Ungarn etc. z.T. bereits erfolgt, bezw. erfolgen wird. Da der Kreml, und die ihm untergeordneten Staaten z.zt. die Tendenz haben, mit den arabischen Staaten im besten Einvernehmen zu stehen, und daher alles vermeiden wollen, was diesen Frieden stoeren koennte, war es von Jerusalem her ausgesprochen unklug, die Forderung nach jüdischer Auswanderung aus den Oststaaten überscharf zu betonen. Die Reaktion Hess nicht lange auf sich warten. Die woh'organisierte antiferaelische arabische Front erliess nun eine gewaltige Gegenpropaganda gegten die von Israel geforderte jüdische Masseneinwanderung aus den kommunistischen Laendem, die darauf hinwies, dass eine stroemende jüdisch; Einwanderung nach Israel von arabischer Seite als Bedrohung empfunden, und unter gar keinen Umstaenden akzeptiert werden würde. Kairo bombardierte Moskau, Bukarest u.a. sowjetische Metropolen mit geharnischten Protesten und verlangte, dass keinfe jüdische Auswanderung von diesen Laendern her, erfolge. D.feser Protest passte in dem politischen Kram arabischer nationalis1tfccher Staaten, der besonders, dadurch genaehrt wurde, dass die israelische Einwanderungspropaganda mit Riesen zahlen jonglierte. Wie toericht oft diesfe ZahlenspielerH ist, bewies uns di? Meldung der rumaenischen Presseagentur “Agerpress”, die dazu u.a. folgendes sagt:” “So wagt es die israelische Presse in Bezug auf die rumaenische Volksrepublik zu behaupten, dass sich dort 300 000 Juden befaenden und sich auf ihre Ausreise nach Israel vorbereiten, obwohl die Jüngste, im Jahre 1956 durchgfeführte Volkszaehjung ergab, dass sich die Gesamtzahl der rumaenischen Bürger jüdischer Herkunft auf 146.264 Personen belaeuft”. Im Uebrigen ist diese sehr lange und ausführliche, und ebenso unfreundliche Agerpress-Notiz angefüllt mit schwersten Vorwürfen gegfen Juden, Zionisten und Israel. Diese harte, aetzende polemische Schaerfe dieser offiziellen rumaenischen Notiz ist dazu angetan in weiten Weltteilen neuen Antisemitismus zu entfachten. Das Tragische aber ist, dass durch die gutgemeinte israelische Auswanderungswerbung aus den Oststaaten, diese nun wieder den Riegel vor das Ausgangstor schieben, sodass vielen Tausenden von Juden, die nach Israel moecliten, die Einwanderung unimcfeglich gemacht wird. Der Staat Israel wollte mit seinem Appefl jüdische Leben retten - durch die tendenzioes - kommurfsüsche Auslegung difeser Propaganda, kann aber sehr leicht das gute Wo’jen zur toedlichen Tragik sich wandeln. Israelische Auswanderungspolitik sollte diskret durchgeführt werden, diplomatische Abmachungen mit den betreffenden Laendem und Realisation der Einwanderung sollte ohne besondere Publizitatet geschehen. In der kommunistischen Welt spielen Menschenleben nur eine geringe Rolle, alias wird dort durch die politische Brille gesehen und Zweckmaessigkeit und politische Vorteile, sind das Alpha und Omega im kommunistischl-politischen ABC. Wir wollen hoffen, dass die arabische Oppositionswelle gegen die von Israel propagierte Grosseinwanderung wieder einigermassen verebbt. | Im ruhigen Klima sollte dann alles I versucht werden, um jüdische Meni sehen aus dter Not zu retten und in dass jüdische Land zu führen, i Curt Ludwig. KKL- Nachrichten WEINBERGE FUER EINWANDERER DOERFER Im Zuge des Keren Kayemeth Programms zur Verbreiterung der wirtschaftlichen Grundlagen der neuen Bergsiedlungen ist in der gegenwaertigen Pflanzenssaison ein Weinberg von 200 Dtinam auf Boden angelegt worden, der im Vorjahre vom KKL in der Naehe des Dorfes Segev im zentralen Untergalilaea urbargemacht worden war. Waehrend der naechsten Jahre wird der KKL weitere solche Pflanzungen hinzufuegen, bis jeder Siedlungseinheit in Segev 10 Dunam Weinstoecke zur Verfuegung stehen. Die in Segev gezogenen Traubensorten sind vorzueglich fuer Weinbereitung geeignet. Momentan leben die Einwohner dieses Dorfes hauptsaechlich von Lohnarbeit bei vom KKL durchgefuehrter Urbarmachung und Aufforstung in der Umgebung ihres Dorfes. SCHULKINDER HELFEN BEI EINGLIEDERUNG VON NEUEINWANDERERN Auf einer Sondersitzung des Wel.tlehrervcrbandes fuer den Keren Kayemeth. die vor einigen Wochen in Jerusalem stattfand, wurde beschlossen, juedische Schulen der Diaspora an dem vor kurzem begonnenen Projekt der Spendensammlung und praktischen Arbeit fuer das Werk der Eingliederung von Neueiinvanderern teilnehmen zu lassen. Die Diskussion wurde lieber das Thema der Einwandereraufnahme als hrziehungsfaktor in der juedischen Schule gefuehrt. Herr S. Z. Schragai, Leiter der'Einw.anderungsabteilung der Jewish Agency, gab einen umfassenden Ueberblick lieber diese Probleme. Dr. B. Ben Jehuda, Vorsitzender des Lehrerverbandes, sprach uehcr die Notwendigkeit, Schulkinder bei Eingliederung von Neueiinvanderern aktiv mithelfen zu lassen ISRAELS PH1LARMONISCHES ORCHESTERR EHRT JEHUDI MENUHIN Der Geiger Yehudi Menuhin beschloss sein Auftreten in Israel mit einem gemeinsam mit seiner Schwester, der Pianistin Ilephzibah Mehuhin, gegebenen Konzert in Tel Aviv. Fuer lieber 500 Personen, die in vollen Frederic Mann-Konzertgebaeude keinen Platz mehr finden konnten, wurden auf der Buehne selbst Stuehle aufgestellt. Bei Beendigung des Konzertes kuendigte ein Sprecher des Philharmonischen Orchesters an, dass das Orchester Herrn Mehuhin ins Goldene Buch des Keren Kayemeth Leisrael zum Andenken an seine so erfolgreiche Tour in Israel eingetragen habe “SPRINZAKWALD” AM EINGANG JERUSALEMS . . Eilt Gedenkwald fuer den verstorbenen Presidenten des zionistischen Aktionskommittees und Vorsitzenden der Knesseth, Herrn Joseph Sprinzak, wird am Westeingang von Israels Hauptstadt innerhalb des “Jerusalemwaldes" angepflanzt werden. Dieser Beschluss ist vor kurzem vom Direktorium des Keren Kayemeth Leisrael gefasst worden. Ein Sprecher des KKL-Hanptbueros fuegte hinzu, dass auf die Nachricht von Joseph Sprinzaks Tod hin eine grosse Anzahl von Briefen und Telegrammen aus Israel und .aus aller Welt einlief, in denen vorgeschlagen wurde, das Andenken des Verstorbenen durch die Pflanzung eines seinen Namen tragenden Waldes zu verewigen. Die Sammlungsaktion fuer den “Sprinzakwafd” wird gleichzeitig in Israel und in der Diaspora durchgetüehrt werden