Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 204 (30.5.1959)
- Date
- 1959-05-30
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS ECHO REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN ¡ Dfe unabhängige Halbmonateschrft Boliviens in deutscher Sprache hier Politik, Kultur und Wirtschaft I Direkter und Chefredakteur; Dr. Ludwig K. Stargardt Verlag: Editorial “El Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz ■ Obrajes - Bueros: La Paz, calle Yungas 534 und Cochabamba, Calle Baptista 429. - Postanschriften: Revista ‘El Eco”.- Casilla 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba. — Druck: Editorial “Koflasuyo”, Loayza 304. ¡ DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 500.000.—; kleinere Flaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion: Mittwoch 6-7 Uhr nachmitags. Jahrgang IX — Nummer 204 — 30. Mai 1959,. — Preis: Bs. 500.— j Israelische Jugend — Jüdische Zukunft! ÄÄ mm mm 'T : .■y/yy/m Moneten - In ider pef tische Welt herrscht z.zt. grosse Unrast. Minister reisen, verhandeln mit Kollegen, die oeffentiiche Mesnung wird aufs Staerks.te beeinflusst, Washington schmaeht M.oskau, Moskau stellt sich dem Wdtpu* biikuin als einziger “FrerheitshtekT vor, es wird geheuchelt, gelogen dass die Ba’ken im Welthaus knacken, Staatsmaenner der Ersten und Zweiten Garnitur trafen vorbereitende Sitzungen, Ausstenminister-Konferenzen wurden organisiert, Konferenzen auf Hoechst-Niveau werden angestrebt. UeberaU herrscht Taetigkföit und Nervosifaet, Prognosen werden gestellt,. wieder verworfen, neide politische Spekulationen werden angestellt. Allseits herrscht Ungewissheit über das kommende Weltschicksal. Und doch: nehmen wir die aktuelle politische Hysterie nicht al'zu tragisch! Uetterall, so auch hier, wird mit Wasser gekocht. Das brodelnde Wasser wird wieder ruhiger werden. In der politischen Weltküche wterden mit der Zieit die iriesftgen (bodenlosen?) Toepfe anstatt mit Wasser, mit Moneten gefüllt - das Allheilmittel “Mammon” wird auch hier Wunder wirken. Wir beurteilen die Gegenwarts-Situation wie folgt: Um Berlin klirrt noch immer heftiges Saebelgerassel, massive Drohungen werden von Moskau nach Washington, von Washington nach Moskau gesch'eudert, Jeder der Geginer erklaert seinen moralischen Standpunkt und jede Partei glaubt sich im Recht. Und trotzdem weiss man, dass alle bombastischen Erklaerungen nur papierene Rethorik sind, die mehr eine propagandistiche a'/s entscheidende Wirkung haben sollen. In ri esen Wochen wurde es klar, dass in Wirklichkeit niemand daran denkt, uni ein Objekt wie Berlin (oder auch um die Wiedervereinigung von Deutschland) einen Krieg zu führen. Man droht wohl, m’.t Krieg, man inscci'1 dramatischen Bluff, aber all dies ist letzten endes-1 nur Theaterdonner, der wohl droehnt, aber weiter keinen Schadien anrichtet. Wir leben heute glücklicherweise in einem Wort- Krieg, der viel Pathos verbraucht, wo man von Atombomben spricht, die aber nicht texplcdieren. Der “Kalte Krieg” wird weiter geführt werden, bei den Demokratien als Schutzmaßnahme gegen kommun’istischte Infiltration, und bei den Sowjets als probates Mittel der Propaganda. Wir werden es in den kommenden Monaten noch oft erleben, dass “wir am Rande des Krieges stehen”, “Truppen zum Einmarsch bereit sind” und hoeren, “dass der Krieg unvermeidbar ist”. Diese gewichtigen Worte werden weder im Kreml noch im White Hause ernst genommen werden, sondern man wird wissen, dass les hierbei nur darum geht, um Haltung zu wahren, sein Prestige zu halten und durch diese WorfFStrenge bestmoegliche Vorteile aus Verhandlungen zu ziehen. Nordamerika haette an und für sich nichts gegen einen barbarischen Atomkrieg, der gegen das verhasste kommunistische System geführt werden würde, weiss aber sehr wohl, dass es sich diesesmal um einen wirklichen Weltkrieg hande'm würde, der auch die USA zum Schauplatz grausiger Geschehnisse machen müsste. Und davor bangt Nordamerika. Die USSR hat seit Jahrzehnten ihren Vctelkem viel versprochen, und recht wenig davon erfüllt, was sie .als “Kommunistisches Arbeiter-Paradies’ bezeichnet. Der ewige Druck, aufrüsten zu müssten, hat es unraoeglich gemacht, den Sowjet-Voelkern freiheitliches Glück und echten Sozialis mus zu bescheren. Aber, auch? änderten Gründen wünscht Russ*vi_ keinen Krieg, denn es ist keinesfalls so dumm, die Potenz der technicchen Intelligenz der USA zu untterschaetzen. Die zwei Welt-Giganten, USA und USSR, fürchten sich "nun vor den Erfolgen ihrer eigenen Tüchtigkeit, vor der Zterstoerungskraft ihrer Waffen, vor dem Chaos eines Weltkriegs Nr. 3. ln diesem Sinne ist die A/ombombe der grossartigste Friedensmittler, cter denkbar ist. Der “heisse Krieg” afeo ist der Brei, den Uncle Sam ebenso wie der sowjetische Baer acht genltessen moechten. Aber den Russen wie auch den Nordanierikanern passt das politische (System des Andern durchaus nicht und sc? trachten danach, mit allen Mitteln, dem Gegner den grünen politischen Ktee zu verderben. Die Politiker sehen klar: Der Demokratismus unter Führung der USA ist nur noch eine Dollar-Macht, eine Institution, dfe sich Einfluss durch Investierung monetaerer Mittel verschaffen kann, dje man z.T. respektiert durch ihre kommerzielltechnische, waffentechnische Kraft, und dank dem nordamerikanischen Geschaefts - Genie Aber der US fehlten die grossen und leidenschaftlichen Ideen, die der Den?°,!iratie Kraft gegen den Anprall sozialistischer Passionen geben koennen Die Demokratie, wie sie heute ist. ist überaltert, sie ist konservativ, spricht nicht eine vorwaerts draengende, stürmische Jugend an. Ihr Ideengehalt ist | blass, die Demokratie verhielt sich allzu lange zciegernd in Konzessionen, die in diesem sozialistischen Zeitalter ge- | macht werden mussten. Der gegen- | " aertige demokratische Gedanke hat i .¿eine Zündkraft mehr, er hat sich er- 1 / schoepft in ethischen und theoretischen Philosophismen, ver wunte kornj promittiert durch politische Kraftlosigkeit und doktrinaere Erstarrung, j Die Parolen des Kommunismus sind; auch heute noch zünedend, besonders in den unterentwickelten Voelkern, die den überwiegenden Grossteil unter den Erdbewohnern ausmachen. Das kommunistische System ist - wie jedes andere autoritaere - dynamisch, es ist in alten internationa'en Saetteln zu Hause und reitet durch die We’t als Friedtenskünder und Apostel für eine bessere Zeit. Es ist s.zt. nicht wichtig, dass die kommunistischen Parolen nicht allzu viel Wahrheitgehalt besitzen; wichtig ist, dass sie zeitnahe, populaer und mitreissend sind. Moskau ist ein grosser Meister in kommunistischer Propaganda, die psychologisch ausgeklügelt und daher ungeheuer wirkungsvoll ist. Die moskowiter Werbung spricht die Sprache des Volkes, der Güücksenterbten, der Massen, die heute noch im kolonialen oder kapitalistischen Joch seufzen. Vor allem aber enthaelt das kommunistische Dogma Ideen und Ideale, die bei der Jugend warme und begeisterte Gefühle ausloesen. Im Gegensatz zum demokratischen System, arbeitet der Kommunismus mit asiatischer Geduld, er geht im Schneckentempo vor, er geht auch wieder teinmal zumeck, er schnellt ploetzlich dann wieder vor, er ist elastisch, er spricht mit tausend Zungen ier ge- Fortsetzung Seite 2) n Ml ytSta» foa*»CA4jJ^ *VINDADA €19 1&ÄP LEO BAECfi INSTITUTE NEW YORK ms. “CORONA” -1999 20 JAHRE QUA1LITAET UND VERTRAUEN! Unser Fabrikationsprogramm umfasst ueber 130 Artikel. Verlangen Sie bei Ihrem Lebensmittelhaendler CORONA-dann erhalten Sie Qualitaet zu niedrigem Preis. Feinstes Kakaopulver! Diabetikerschokolade!