Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 201 (15.4.1959)
- Date
- 1959-04-15
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
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DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 500.000.—; kleinere Ftaeehen entsprechend wenig«-. — Sprechstunde der Redaktion: Mittwoch 6-7 Uhr nachmitags. Jahrgang IX Nummer 201. — 15 April 1959. Preis: Bs. 500.- •«r w' ~w *fvvr**v* DAS ECHO _REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN_ Die unabhaengige Haíbmonatsschrft Boliviens in deutscher Sprache hier Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig E. Stargardt Verlag: Editorial “El Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz - Obrajes - Bueros: La Paz, Calle Yungas 36 und Cochabamba, CaleBaptteta 429. - Postanschriften: Revista "El Eco” - Casilla 2217 La Paz, oder Casdla 748 Cochabamba. — Druck: Editorial “Koflasuyo”, Loayza 304. die Weltmarke... auch fuer LCVD TONBANDGERAETE! 4 Modelle 1959 Für 1 bis 4 Geschwindigkeiten P mit und ohne Diktaphon sind eingetroffen! 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Diese qualitative Definition der lateinamerikanischen Rasse hat einen Abwehrwiflen gezüchtet gegten alles, was nicht zu ihr gehoert. Die Isolation schuf eine Einheit in der Ausrichtung des lateinamerikanischen Lebens, sie erzeugte spezifische Lebensformen und arteigene Charakteristiken. Laengst hat Ibero-Amerika es bewiesen, dass es eine Laendergruppe mit voilweretigen Menschen istj, die auf Gebieten der Kunst und Wirtschaft oft Vorzügliches leisten kannten. Trotzdem ist dieses grosse Volk von fast 200 Millionten Menschen noch nicht auf der Spitzensprosse der Entwicklung angelangt; es ist in vielen Anschauungen noch recht naiv, es ist ein wenig verspielt, und beurteilt die Zeiterfordemisse nicht immer realistisch. Lateinamerika besteht aus Voelkem, an denen noch die Eischale der sozialen Emanzipation haftet. Es fet noch jung, es hat zu lange in feiner ungerechten Gesellschaftsordnung gelebt, als dass es schon heute mitten in unserer momentanen zivilisatorischen und kulturellen Zeit leben kann. Es ist noch immer von Hemmungen und Komplexen begleitet, die die volle Entwicklung zur Hochstufe hemmen. Eine grosse Schuld an dieser verspaeteten Entwicklung trifft den noerd'- Kchen Koloss von Amerika, der es nie verstanden hat, durch ehrliche Liebe, durch Aufrichtigkeit und voites Verstaendniss, fuer sich die Menschen Lateinamerikas zu gewinnen. Der Nordamerikaner ist dem Lateinamerikaner wohl interessant, aber in seinem Wesen fremd. Der Lateinamerikaner ist im Leben und Handel viel weicher, vertrauensvoller als der smarte noerdliche Bruder, der fuer seine Geschaefte lebt, und diese ruecksichtslos betreibt. Die wirtschaftliche Entwicklung Südamerikas braucht den US-$, den Schlüssel, der allmaechtig alle Wirtschaftstüren oeffntet. Um dieses Dollars willen ist man auch bereit, den Nordamerikanem einen gewissen Einfluss in der südlichen Hemisphsfere zu gewaehren. Jedoch nur einen “gewissen Einfluss”. Die Regierungen und dte Voelker ,*tar?eriki. ■ sind sehr individue.l, eigenwillig und oft trotzig; daher gibt es zuweilen Unstimmgkeiten untereinander. Aber, wenn nordamerikanische (oder eunopaeistehe) Kiteise sich gwalttaetig, unliebsam in ihre Ra<eunie draengen, dann herrscht in ganz Lateinamerika bewundernswerte Einigkeit gegen das unerwünschte Element. Dies konnte man erst kürzlich wieder ifeststellen bei der “Pro- Botivia-Declaradön” der meisten lateinamerikanischen Staaten, gegenüber des pe'nlichten TIMEfaux-pas. Im Uebrigen fand der bolivianische Aussenminister Victor Andrade, ueberaus treffende Worte über die Weltführung durch die USA, die er kürzlich einem “Time”J-Klorriespo«denten sagte: “Ich glaube, dfer ganze Aerger kommt daher dass die USA eine führende Rolle in der Wejlt ijbernehmen mussten, ehe sie dafüjwirklich vorbereitet warfen. Eure Leute brauchen etwas vorherige Erziehung ehe sie ins Aus’.and gfehen”. Diese Worte des ’ bolivianischen Aussenministers soUteh dem State Departament in Was lington Richtschnur für seine poli ischen Aktivitaeten in Laieinamerika sein. Lateinamerika ist ejne verhaeltnissmaessig junge aber; wissende Gemeinschaft. Es hat at£ der Not und aus der Blüte der letzten dreissig Jahre die für die fü( seine Existenz notwendigen Schlüsse gezogen, und befindet sich heute in der Konstruktion neuer und besserer Lebensformen. Das ausbeuterische Feudalsystem konnte überwunden werden. Die Voeiker Lateinamerikas kaempfen jetzt hart um die Schaffung sozialistischer Demokraten. Der Wegbereiter für eine politisch und oekonomisch gesündere Lateinamerika-Welt, ist der jetzt überall vorhandelte Nationalismus, das Wissen um die bodenstaendische Kraft und das des eigenen Wertes. Wte jeder Nationalismus, so birgt auch der lateinamerikanische in sich grosse Gefahren, indem er Klarheit verwischen und manche gute Planung über den Haufen werfen kann. Da aber das südamerikanischc Volk "ru;. e einen guten, sicneren politischen Instinkt hat, ist zu hoffen, dass die nationalistische Welle den trocknfön Lebensacker der lateinamerikanischen Voeiker neu beleben und befruchten, die We.'taufgeschlossentheit nicht vernebeln und das Wesentliche erkennen und meistern wird. Besonders wichtig ist die Feststellung, dass die Bürger lateinamerikanischer Staaten keine faschistischen und reaktionaeren Regierungen mehr wünschen. Fanatische Freiheitskraft und bester cfemokra.tischer Bürgersinn, hat die Diktatoren in Kolumbien, Venezuela und Kuba gestürzt. Die noch bleibenden “Caudillos” (Trujillo, Somo7.a, Stroiessner) sind in argen Noeten um ihren Praesidentenstuhl, der bereits bedenklich wackelt, und wahrscheinlich in abstellbarer Zeit fallen dürfte. , Die sozialistisiie Ausrichtung in allen demokratisch regierten Laendern I ateinamerikas ist unvterkennbar, die soviel jugendliche Kraft und Feuer entfaltet, dass es durchaus moeglich waere, dass durch diteser auch der norda merikanischen Innenpolitik neue Impulse gegeben werden koennte. Wie in allen Gaerungsprozessen, ist im sozialistisch aufbrechtenden Lateinamerika, noch manches allzu stürmisch. Aber nach der Gaerung kommt die Reife, nach der Reife entwickelt sich die Ruhe, der Faktor, der sicheres VW*'WW* WW V■* ¥ v ' VTVT V w ■ Fundament dtem Aufbau bie,tet. Von Peru und von manchen andern lateinemarikanischen Laendern aus, wurde der Versuch zu feiner radikalen Reform zu Gunsten der Indio-Massen unternommen, der aber im allgemeinen negativ verlief. Es war ein Verdienst von Victor Paz Estenssoro, diestes Problem energisch angepackt, vorwaertstrieben und durchgeführt zu haben; die bolivianische Revolution im April 1952 'erfüllte einen sozialistischen Wunschtraum seit Jahrhunderten gequaelter Indio- und Choia.Mass&n, die bisher rechtlos, und ein Objekt schamloser Ausbeutung waren. Die nationale Revolution in Bolivien bemühte sich, dem indigen Bürger volle Rechte zu gewaehren und ihn als Staatsbürger zu respek' tieren. Dem Bauern wurde eigener Acker gegeben, dem kiteinen Angestellten und dem Arbeiter wurden Gewerkschaftsschutz und geitechter Lohn garantiert, es wurden Institutionen wie Versicherungen, Krankenhaeuser und soziale Ztentren geschaffen. Das Lebensgefühl des Volkes wurde damit geweckt, bisher versklavte intellektue le Kraefte wurden frei zum Einsatz für das Volksganze. Dass bisher nicht .alle sozialen und sozialistischen Blütentraeume in Bolivien reiften, liegt wenigter an einem Mangel an Qualitaet des Aufhauprogrammes und an den Maennem, «Ke diesem zum positiven Durchbruch verhelfen moechten, als an der unglückseligen Finanz und Wirtschafts-Situation des Landes, welche die Realisation illusorisch machten. Sobald das Pfetroleum- und Zinn- Geschaeft wieder auf Touren laufen, und die nationale Waehrung sierioes stabilisiert sein wird, werdfen viele gesellschafts-politische und sozial-kulturelle Probleme verschwinden, die heute das 1952>er-Program schwer belasten und Unzufriedenheit in den Massen erzeugen. Im Uebrigen ist es absolut natürlich, dass eine derartig gtewaltige soziale Strukturwandlung, nicht von heute auf morgen erfolgreich abgeschlossen sein kann. Um den Kampf (Fortsetzung Seite 2) dM 1TUTE YORK 1939 - "CORONA" - »m 20 JAHRE QUALITAET UND VERTRAUEN! Unser Fabrikationsprogramm umfasst ueber 130 Artikel. Verlangen Sie bei Ihrem Lebensmittelhaendler CORONA-dann erhalten Sie Qualitaet zu niedrigem Preis. Feinstes Kakaopulver! Diabetikerschokolade! ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► a ■j 7