Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 199 (15.3.1959)
- Date
- 1959-03-15
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/9620162-9630814-9625642--170-9625650- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
DAS ECHO 15. Mo2rz 1959. es einen Krebserreger Bericht von Prof. Dr. OTTO HEINRICH WARBURG vor dem 100. Naturforscher-Kongress in Wiesbaden: “Die Krebszelle unterscheidet sich von der normalen, gesunden Koerperzelle in ihrem Stoffwechsel dadurch, dass sie nicht oder nicht mehr ausschliesslich atmet, sondern gaert’. Diese einfache Feststellung, die Professor Otto Warbung bereits in den dreissiger Jahren traf, war lange Hypothese geblieben. Es hat fast ein Vierteljahrhundert gedauert, bis sie zur Gewissheit wurde. Vor wenigen Jahren gelang es in den Vereinigten Staaten erstmalig, gesunde Kcerpezellen durch Schaedigung ihrer Atmung in Krebszellen zu verwandeln. Damit war der experimentelle Beweis dafür erbracht, dass Krebs durch chro nische Schaedigung der Zellatmung entsteht. Seinem Wesen nach ist ein Ausweichen des Stoffwechsels auf ein falsches Gleis, auf das Gleis der Gaerung, das heisst der Spaltung von Zucker in Miichsaeure (Glygolyse) ohne Mitwirkung durch den Atmungssauerstoff. Damit wurde zugleich klar: Krebs entsteht durch Schädigung der Zellatmung gleichgültig ob diese Schaedigung durch mechanische Wirkungen (Druck), durch chemische Einflüsse (Teer) oder durch irgendwelche Erreger hervorgerufen ist. Der Krebs ist selber keine Infektionskrankheit, und es gibt daher auch keinen Krebs- Erreger. Alle Einflüsse, die die Zellatmung chronisch schaedigen, sind in gleicher Weise “Krebs-Erreger”, sie lassen aus der normal wachsenden Koerperzelle Zeilen entstehen deren Atmungsschaedigung auf über alle folgenden Zell-Generationen bestehenbleibt und die sich der normalen Wachstums - Regulation im Organismus entziehen. Diese Auffassungn und Erkenntnisse, die Warburg vor vier Jahren erstmalig der Fachwelt vorlegte, haben inzwischen mehr und mehr Anerkennung gefunden Sie konnten aber auch durch weitere Forschungen .ausgebaut und erweitert werden In seinem Wiesbadener Referat legte Warburg zunaechst das experimentelle Material darüber vor, dass das normale Wachstum der Koerperzellen ein streng an die Atmung gebundener “aerober” Vorgang ist, der bereits durch die geringsten Atmungshemmungen gestoert wird waehrend das Wachstum der Krebszellen ein teilweise “anaerober”, das heisst ein ohne Mitwirkung von Atmungssauerstoff ablaufender Prozess ist. RUECKKEHR ZU NIEDEREN LEBENSFORMEN Beide Prozesse, Atmung u Gaerung, liefern der Zelle die Energie, die sie zur Erfüllung ihrer Lebensfunktionen braucht. Aber die Gaerung ist eine groebere Art der biologischen Energielieferung, denn sie verbraucht zur Produktion der gleichen Energiemendie Atmung. Zweifellos ist wie die Atmung Zweifel los ist die Gaerung zuerst dagewesen: sie ist die energieliefernde Reaktion t des Lebens gwesen zu einer Zeit, als die Erdatmosphaere noch keinen Sauerstoff enthielt Aber die Natur ist waehrend der Entwicklung des Lebens von der Gaerung zu der — eneregiewirtschaftlich günstigeren — Atmung übergegangen, und nur die niedersten Le* benswesen sind bei der Gaerung geblieben Noch immer aber erklaerte Warburg, enthalten die Zellen aller Lebewesen latent die Faehigkeit zu gaeren die sofort in Erscheinung tritt, wenn man den Zellen den Sauerstoff entzieht Daher kann man alle atmen- «fen Zeiten durch Entzug von Sauerstoff zwingen, wieder zu gaeren. Tut man dies, so büssen sie ihre hoeher entwickelte Struktur ein. Die hochdifferenzierten Koerperzellen kehren zu den niederen Formen des Lebens zurück Eine krebsig entartete Nierenzelle bildet ja bei ihrem Wachstum keine Nierenzellen mehr, sondern eine form- 1 o s e Masse von undifferenzierten Zellen, deren Wachstum sich der zentralen Regulation entzieht So erklaert die Energetik der Zelle, warum die gaerenden Krebszellen ungeordnet und unbeschraenkf wachsen, wie die niedersten Lebewesen. Aus den Untersuchungen die Warburg darüber anstellte, wie sich normale, gesunde Zellen ausserhalb GEBET eines jüdischen Arztes (Moses Maimonides zugeschrieben) “O Gott, lass meinen Geist immerdar licht und klar sein. Am Blatte des Kranken moege kein fremder Gedanke ihn ablenken. Lass alles, was Erfahrung und Wissenschaft ihn gelehrt haben, ihm gegenwaertig sein und ihn nicht in seinen stillen Arbeiten hindern. Denn gross und erhaben sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dem Zwecke dienen, Gesundheit und Leb'an Deiner Geschoepfe zu erhalten. Halte fern von mir den Wahn, ich koennte alles. Gib mir die Kraft dazu, den Willen und die Gelegenheit, irJahr und mehr mein Wissen zu erweitern. Ich vermag heute in meinem Wissen Dinge zu erschliessen, die ich gestern noch nicht geahnt haette, denn die Kunst ist gross, der Mfönschengeist aber dringt unermüdlich weiter vorwaerts. Lass im Leidenden mich stets nur den Menschen sehen. Allgütigier, Du hast mich erkoren, über Leben und Tod Deiner Geschoepfe zu wachen. Ich schicke mich nun an zu meinem Berufe. Steh mir bei in dieser grossen Aufgabe, dass sie gelinge. Denn ohne Deinen Beistand gelingt dem Menschen auch das Kleinste nichtf’. (Mitgeteilt von Oberlin in: Cahiers Laiennec 7 (1947, n. 4. p. 9. — Maimonides lebte von 1135 bis 1204). des Koerpers ("in vitro”) in Krebszellen umwandeln, hat sich die Moeglichkeit ergeben, den zeitlichen Verlauf der Krebsentstehung unter infachen Bedingungen zu untersuchen Dabei zeigte sich die Gaerung ist sofort da wenn das Wachstum in vitro da ist Offenbar gehoerte sagte Warburg die Gaerung untrennbar zum Wachtum in vitro ebenso wie die Atmung ohne Gaerung mit dem normalen Zellwachstum im Koerper verbunden ist. Weiter stellte sich heraus das der Abfall der Atmung in vitro nicht vorsondern erst nach dem Anstieg der Gaerung eintritt. Drittens: Mangel an Sauerstoff beschleunigt den Abfall der Atmung Die Reihenfolge bei der Entstehung. des Kresbsstoffwechels ist also zuerst ungeordnetes Wachstum und, damit verbunden, Anstieg der Gaerung, darauf folgend und zwar schneller bei Sauerstoffmangel Abfall der Atmung. Pflanzt man so in vitro erhaltene Krebszellen Testtieren ein, so gehen die Zellen zugrunde Sie werden von den Abwehrstoffen der gesunden Zellen (Zytolysine) aufgeloest. Es bedarf erst einer langen in-vitro-Kultur, bis die Krebszelle die notwendige Resistenz gegen die Zytolysine erlangt hat Die Entwicklung dieser Resistenz ist die lange Phase der Krebsentstehung. Und das Interessante daran ist die Erkenntnis, dass diese lange Phase in das Gebiet der Immunchemie gehoert. NEUE CHANCEN FUER DIE STRAHLENTHERAPIE Die neuen Untersuchungen Warburgs haben nun eine sehr bemerkenswerte Konsequenz gezeitigt, sie haben zum erstenmal eine Erklaerung dafür erbracht, warum Krebszellen von Roentgestrahlen geschaedigt werden, und staerker geschaedigt als normale KoerprzelOen, worauf sich ja die gesamte Roentgentherapie des Krebses gründet. Alle gesunden Koerperzellen enthalten ein Ferment namens Katalase, das Wasserstoffsuperoxyd in Sauerstoff und Wasser zu spalten vermag. Die Katalase gehoert zu den Fermenten der Atmung, das heisst der zu der Sauerstoffübertragung auf die Nahrungssubstrate beteiligten Fermente Merkwürdigerweise fehlt der Krebszelle die Katalase praktisch voeilig was nur ein Ausdruck dafür ist, dass sie zu den Anaerobiern gehoert Bet allen Anaerobiern (z. B anaeroben Bakterien) fehlt in gleicher Weise die Katalase Wegen ihres Katalase- Mangels sind Krebszellen aber sehr viel empfindlicher gegen Wasserstoffsuperoxyd als normale Koerperzellen. Da man nun weiss, dass Roentgenstrahlen in Wasser bei Anwesenheit von Sauerstoff Wasserstoffsuperoxyd bilden, liegt die Annahme nahe, dass Roentgenstrahlen die Krebszellen dadurch schaedigen dass sie in ihnen Wasserstoff Superoxyd erzeugen Und zwar ist diese Schaedigung selektiv weil die normale Zelle mit einer strahlenaequivalenten Menge an Wasserstoffsuperoxyd behandelt. Für die Strahlentherapie ergibt sich daraus eine sehr bemerkenswerte Konsequenz: man koennte die Strahlenempfindlichkeit von Krebszellen sehr erheblich steigern wenn man waehrend der Bestrahlung die roten Blutzellen .die ja eine enorme Menge an Katalase enthalten, fernhalten koennte Man müsste also die bestrahlten Koerperzellen für d i e Dauer der Bestrahlung mit einer Flüssigkeit versorgen, die frei von roten Blutzellen ist und gleichwohl überschüssigen Sauerstoff enthielte Das ist keine leichte Aufgabe, aber Warburg haelt sie bei dem heutigen Stand der Durchstroemungstechnik für durchaus loesbar. Und so zeigen die jüngsten Forschungen aus dem Dahle- »mer Institut den Weg, wie man der Strahlentherapie als dem wirksamsten Krebstherapeutikum der heutigen Medizin und damit zugleich der leidendem Menschheit neue Chancen geben koennte. DR. GERHARD KANN INTERNIST — ELECTROCARDIOGRAPHIE Consultorio: Dr. Lidio Arce Lcoyza 460, von 5 1/2 — 7 1/2 nachmittags. El Caballero ★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★ * * + * * J Werner Oschinsky * J Cochabamba J J Calle Bolivar al lado J J del Cine Roxy j 1 Talei. 2540 - Casilla 875 + * *■ * * J Die gepflegte Einkäufe- J * staette hier die anspruch- J *- volle Dame und den cul- * ■jL A. * tivierten Heran! Importi- * J erte Parfüms - modische 1 J Neuheiten Englische Stoffe J *■ * AAA A A.A León Kirmayer Importaciones y Exportaciones COCHABAMBA CaMe Perú 109 oeste. Casilla 851 y 1008. 4 i i 4 i 4 4 4 ' 4 4 4 ■ J Cognac “Fradet", Rai dios "Ultra Vox"« “Mai ’ relli", “Kaiser** und 4. "Loewe-Opta". KAUFE “Briefmarken” in jeder Menge zu hoechsten Preisen! S. C A H N Cochabamba Casilla 384 Exprinter Ltda. COCHABAMBA Casilla 856, Teléfono 2379 Plaza 14 de Septiembre REISEBUERO UND WECHSELSTUBE REISE — SCHECKS UND AUSLANDS — GIROS;“La Metálica”; ► PINKUS B. ASPIS 4 ► Cochabamba 4, ► Casilla 435 < £ España 162 4 ‘ * Di» leisiungefaehig e t Fabrik hier Damen-u. 4 Herren Konfektion! *