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Das Echo · 1959-03-15 · 199 (15.3.1959) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
199 (15.3.1959)
Date
1959-03-15
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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1 15. Mœrz 1959. DAS ECHO 3. Die Erde und das All Wir Erdenkinder sind schrecklich stolz auf unseren Planeten, den wir als Nabel des Weltalls betrachten. Was sollen da erst die Planetarier der wirklich grossen Wandelsterne (wie Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto) zu ihrer Existenz sagen? Wahrscheinlich sind sie — falls überhaupt existent — viel bescheidner als wir Erdbewohner, die in ihrem Groessenwahn davon durchdrungen, dass sie allein dazu berufen sind, Herrscher über alle Dinge zu sein. Sind wir Amerikaner, Europaeer, Asiaten, wirklich die Herren der Welten? Stimmt es, das wir (und nur WIR) die Weltraumschiffe zur Durchdringung des All haben? Der weise Ben Akiba, der meinte, es sei schon alles einmal dagewesen, dürfte auch in puncto Raumschiffahrt, nicht Unrecht haben. Im Stadtarchiv der franzoesischen Stadt Arras befindet sich eine Urkunde aus dem Jahre 1461, die nicht mehr und weniger besagt, “dass eine flache, runde Scheibe von halber Mondgroesse am Himmel stand. Zunaechst war sie etwa eine Vietelstunde gut zu sehen, dann schoss sie in Spiralen nach oben und verschwand im Raum”. Soweit das aussagende Dokument aus dem Jahre 1461. Nach dieser Kunde ist anzunehmen, dass vor rund 500 Jahren, Weltraumschiffe von anderen Planeten her bis zur Sichtbargrenze unserer Erde vorgestossen sind. Die schoene Idee unserer Erdenkloesse von den “Fliegenden Untertarsen” haben anscheinend schon Bewohner eines andern Planeten gehabt. « Im Schiller-Jahr waere hierzu das aktuelle Zitat anzuwenden: “Es gibt mehr Ding’im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich traeumen laesst”. Also wir Erdmenschen wollen partout die Sonne beherrschen, den Mond unter unsere technische Kontrolle stellen, und moeglichst alle Planeten unter unsern Einfluss bringen. Ich glaube, die Herrschaften von den Konkurrenz-Planeten werden zu diesem Vorhaben herzlich lachen, besonders, wenn sie wissen, wie unvollkommen noch die Erde ist, und wieviel auf diesem Planeten noch zu tun waere, um seine Bewohner glücklich zu machen. Wie steht es realistisch gesehen mit der Weltraumforschung? Dieser Drang “in die hohen Spaehren” ist entweder der Anfang einer neuen Menschenrasse oder das Ende unseres Geschlechtes. Die Konsolidierung einer Raumraketenfahrt würde totale politische, technische und wirtschaftliche Umwaelzungen in unser Leben bringen. Diese Epoche waere geeignet, das Weltbild absolut zu veraendern, in einer Form, die man heute nur als “phantastisch/’ bezeichnen kann. Zu all diesen Fragen kaemen gewaltige soziologische, juristische und auch theologische Probleme, wenn es sich herausstellen sollte, dass auf den von uns “eroberten Planeten” (z.B. Mars) Geschoepfe unserer geistigen Anlage leben sollten. Die Erweiterung des Weltbildes würde zu einem geistig-technischen Zenith führen, der den Untergang bedingt. Denn dem menschlichen Streben sind naturgemaes Grenzen gesetzt, wer diese überschreitet, den verbrennt das Gefühl massloser Überheblichkeit. Wir sind nach gottgewollter Bestimmung Erdgeschoepfe, und jeder erfolgreiche Versuch, in andere Lebensraeume zu dringen und sie zu beherrschen, muss mit der Ausloeschung der invadierenden Rasse enden.' * Die Raketentechnik ist bereits enorm Entwickelt, und doch steht sie noch in primitiven Anfaengen, um wirklich das zu erreichen, was menschliches Erdhim theoretisch errechnet hat Mathematik ist dfe Zelle allen grossen Beginnens, .aber sie ist auch ein Faktor, der derart viel unwahrscheinliche Groessen in sich birgt, dass kühler Verstand daran zu Grunde gehen kann. Summen, die in ungezaehlte Milliarden gehen, Hundertausende von Wissenschaftlern, koennen scheinbar Erstaunliches vollbringen — aber alles Vollbrachte bleibt nur Basis für das Endgültige und Entscheidende. Und in diesem Punkt gibt es Dinge, die nicht durch Mechanik, Technik und Naturwissenschaft definitiv zu klaeren sind. * * £ Man bemüht sich, neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Universum, im Kosmos, im AM zu erobern. Das Wissen schafft, d.h. Wissenschaft ist stets progressiv, und die Versuche einer exakten Erforschung von Schichten, Schwingungen und Stroemungen im Endlosen, kann eine Arbeit sein, die dem humanitaeren Gedanken dienen kann. Aber leider weiss man, dass es mit der Raumforschung weniger eine humanitaere und auf das Gemeinwohl gerichtete Bewandnis hat, als viel mehr eine Nüchtern-Militaerische. £s geht hier einfach darum, Punkte zur Weltbeherrschung zu erobern, Positionen sich zu sichern, um die Welt im Zügel bestimmter Ideologien zu halten. Der wissenschaftliche Wettstreit wird nicht allein durch edlen Forscher-Eifer ausgeloest, er wird vielmehr hektisch forciert, aus Furcht vor einem erfolgreichen Resultat des verhassten Feindes. Diese Ethik zur Gewinnung und Beherrschung des Weltraumes, zur Ueberrundung von Zeit und Raum durch physikalische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse, kann der Menschheit nicht die Aurora einer glückhaften Zeit bringen. Wissenschaften, die nicht den Frieden, sondern dem Unfrieden dienen, bedeuten Missbrauch des Geistes im Spiel mit technischen Elementen. Die USA und die USSR bewachen sich gegenseitig auf das Eifersüchtigste in ihren Versuchen um den Sieg im Weltraum. D i e Milliardenbetraege, die für die Raumforschung grosszügig bewilligt werden, werden für andere Gebiete verkürzt. So geschieht es, dass die Alltags-Wissenschaften, wie Medizin und ihr verwandte Diszipline, recht stiefmütterlich behandelt werden. Man will den Mond, den Himmel und die Sterne erobern, doch man ist nicht imstande, simple Krankheiten (wie z.B. Rheuma) definitiv zu kurieren. Die grossen Forschungslaboratorien stehen heute unter Druck, Praeparate! gegen kosmische Strahlen, gegen Atomeffekte und Hilfsmmittel für die i Raumfahrt zu entwickeln, j Man spricht von einer grossen i Zeit, die diE Welten stürmt, urewige Raesel loest, die in Wirklichkeit eine beschaemend kleine Zeit ist, die den menschlichen Genius prostituiert, um einen monumentalen Massenmord vorzub'er eiten. Das kosmische Zeitalter ist im Anbruch. Es bleibt abzuwarten, ob die Natur missbraucht und geschaendet werden wird im Dienste von Kriegsgott Mars, oder ob wirklich eine Zeit anbrechen wird, die das Weltbild im guten Sinne erweitern wird. Die Urkraft der Natur soll wirtschaftlichen Dingen untertan gemacht werden, die Astronomie wird bis in das Kleinste analysiert, das ganze Urgefüge soll in Moleküle zerlegt werden. Wofür, wozu?. Von der Beantwortung dieser Frage, wird das Wohl oder Wehe des Weltalls und aller Geschoepfe abhaengen. Ludwig K. Stargardt. In der Wiedergutmachungsfrage ist man nicht einen Schritt weiter gekommen. Angeblich sollen 6 Millionen Dollar vom oesterreichischen Staat fürGeschaedtigte Oesterreicher zur Verfügung gestellt werden, aber das Gesetz ist noch nicht spruchreif. Dafür werden Ehrenzeichen verteilt und so schauen die Armen der Aermsten wieder einmal durch die Finger. Deutschland hat es strikte abgelehnt, in ihrem Wiedergutmachungsprogramm die Oesterreicher einzubeziehen mit der Begründung, dass laut Staatsvertrag Oesterreich selbst dafür Sorge zu tragen hat. Die Empoerung ist gross, denn im Opferfürsorgesetz wurde ausdrücklich der Anspruch auf eine endgültige, den Opfern und Leiden entsprechende Leistung zugesagt. Alle Leistungen nach dem OFG wurde nur als vorlaeufige Fürsorgemassnahmen verzeichnet. Die Erfüllung dieser Zusage wird aber von Jahr zu Jahr verschleppt. Den Neonazis scheint der Kamm zu wachsen, denn die nazistischen Artikel in den verschiedenen Blaettchen schlagen immer schaerfere Toene an und die Verhetzung einer gewissen Jugend macht weitere Fortschritte. Die “Odaferune” in Oesterreich kreiert, verbreitet sich nunmehr auch in Belgien und Schweden. In Wien selbst wurden vor einigen Tagen Hakenkreuze in verschiedenen Bezirken gestreut, ohne dass man die Taeter habhaft machen konnte. Ein “Verband patriotischer oesterreichischer Soldaten” wurde vom Innenministerium verboten. Die Gespenster der Vergangenheit tauchen wieder auf und veranstalten Aufmaersche, wie z.ß. zum Abschlus der Tagung Freiheitlicher Akademiker in Graz — ausgerechnet am Tag der oesterreichischen Fahne — in dessen Rahmen die “Heimattreue Jugend” mit weissen Echo-Korrespondent FRED KUBIE (Wien): IliREICii - Hemden und schwarzen Hosen und einer stilisierten Runenfahne durch die Strassen der Stadt marschierten. Oesterreichische Fahnen sah man nicht, dafür aber in genügender Anzahl deutsche Symbole. Wie versprochen, gebe ich hier nun einen kurzen Ueberblick über die Alijah der polnischen und rumaenischen Juden. Fast taegüch treffen ca. 60 bis 100 Auswanderer in Wien ein, die in verschiedenen Hotäs untergebracht werden. Der Aufenthalt beschraenkt sich auf hoechstens zwei Tage, zum grossen Teil werdem die Juden direkt mit Sonderautobussen zum Südbahnhof gebracht, wo sie der Zug nach Neapel und von dort mit Schiffen nach Israel weiter bringt. Es ist ein himmeöhoher Unterschied zwischen diesen Auswanderern aus Polen und Rumaenien. Vaehrend Polen in vorbildlicher Weise für seine Auswan derer sorgt, — sie koennen Gepaeck und persoenliche Arbeitsbehelfe in beliebiger Menge mitnehmen, — so hatte ein Lithograph Gepaeck im Gewichte von 1, Tonnen-benimmt sich Rumaenien absolut beschaemend Die Leute, die zwar recht gut aussehen und angezogen sind, werden mittellos an die rumaenische Grenze gebracht und kommen an und wissen nicht, was weiter mit Ihnen geschieht. Dennj es muss gesagt werden, es sind viele unter diesen Auswanderern, die leider nicht nach Israel gehen und Wien nur als Sprungbrett für den Westen benützen wollen. Die Jewish Agency hat natürlich keine Veranlassung diese Leute weiterhin zu unterstützen und so stellt sich die Frage, was man tun soll. Hier erwaegt man die Errichtung von provisorischen Lagern und eine amerikanische Hilfsorganisation hat erkäaert, diese Leute hier in Wien vorlaeufig zu interstützen. Gestern wurde durchgegeben, dass Israel beschlossen hat, in den naechsten. Tagen eine Luftbrücke zwischen Wien und Israel zu errichten, ausserdem werden jetzt drei Schiffe zum Abtransport in den italienischen Haefen bereitshehen. Ein berüchtigter Gestapc-Spitzel, der Ex-Burgsch,auspieler Paul Hartmann, der waehrend des Krieges zahlreiche Widerstandskaempfer durch Verrat der Gestapo ausgeliefert hat, wurde nach 12jaehriger Haft begnadigt. Ein Wiener Volksgericht hatt e ihn zu lebenslangem Kerker verurteilt. — Hier wurde ein “Allgemeiner Deutscher Kulturverband1” gegründet. Aus seinen “Grundsaetzen” ist u.a. folgendes zu entnehmen.: Der Allgemeine Deutsche Kulturverband” steht vorbehaltslos zum deutschen Erbe und den aus ihm überkommenden Verpflichtungen. Er lehnt die Erfindung einer Oesterreichischen Nation als einen dem Wesen unseres Landes und seiner Menschen widersprechenden Anschlag auf die gottgewollte Volkstumsordnung Europas ab. -- vuimcung zu miersTutzen. uestern wollte voikstumsoranung curupas au. | ❖RADIOS $ $ I ❖ PLATTENSPIELER 5 TELE FUN KEN ❖ SCHALLPLATTEN METAL LTDA. Plaza Venezuela N“ 36 — Casilla Correo N9 484 Cables: “METALCO” und LABORATORIO RADIO TECNICO ALEMAN, + .! Coüe BALLTV1ÄN, Esquina COLON ****** ******k** ******** »A*»»***»*»**»»*»*»** ¥+++++++++■¥■+++++++++++++++*■+*■+

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