Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 197 (18.2.1959)
- Date
- 1959-02-18
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8. DAS ECHO > J L8. Februar 1959. ISRAELISCHE — verpflichtet. Es widerspricht daher dem . israelischen Lebensgefühl, wenn ge-; rade im Gottesdienste die Frau voei l>lg ausgeschaltet werden sollte. 2. i sind die judaistischen Kenntnisse der! Maedchen in Israel durchaus die gleichen wie die der maennlichen Schüi ler. Eine Abiturientin eines hebraeischen Gymnasiums wird ebenso aus der Bibel und Talmud gefragt wie ( ihre maennlichen Kollegen. Diese Voraussetzungen führten also dazu, vor allem junge Maedchen in unseren Gottesdiensten zur Thora aufzurufen und sie auch mit der Vorlesung des Propheten - Abschnittes zu betrauen. Die Jerusalemer Gruppe konnte auch schon eine Bath-Mizwa-Feier veranstalten, wobei das 12jaehrige Maedchen mit einem feierlichen -Gebete die Schabhath-Lichter entzündete und die Haftara aus dem Propheten Jesaja vortrug. Mit einer Ansprache an das Maedchen und dem gemeinsamen Zeitsegen (Schehechejanu) des Maedcbens, und seiner Eltern und des Predigers schloss diese eindrucksvoll würdige Feier. MODERNE LIEDER UND GEBETE Eines der Grundprinzipien des israelischen Reform-Gottesdienstes ist es, die Synagoge aus ihrer Isolierung herauszureissen und dem Leben anzupassen. So pflegen wir jeden Freitagabend nach einer stillen Meditation unter dem Motto: “Singet dem Herrn ein neues Lied“, religioese Lyrik aus der modernen hebraei.schen Dichtung vorzutragen. Dass traditionelle Gebetbuch hoert mit Dichtungen aus dem 16. Jahrhundert auf, aber die hebraeische Dichtung ist ja heute zu neuer Blüte erwacht und es ist daher nicht einzuseherj, warum dem religioesen Gefühl des modernen Menschen nicht im Gottesdienste ebenfalls Ausdruck gegeben werden sollte. Auch am Ver- Soehnungstage sangen wir nach dem berühmten Klagelied auf die 10 Maertyrer aus der Zeit der Hadrianischen Verfolgungen ein neues hebraeisches Volkslied “Aschrej Hagafrur“ der israelischen Fallschirmspringerin Hanna Sennesch als Symbol der Selbstaufopferung des jüdischen Menschen in unserer Zeit. Zum Beginn des Versoehnungstages entzündeten wir zwei Kerzen, eine iur Erinnerung an die Opfer der Nazi-Verfolgungen und eine zum Gedenken an die Gefallenen des israelischen Freiheitskrieges. Im Mittelpunkt der Andachten steht jeweils eine Lesung aus der Bibel, an die sich eine Laien-Predigt anschliesst. Die Wochenabschnitte werden zwar meist zur Grundlage gewaehlt, aber wenn diese keine Anknüpfungspunkte für eine lebendige Verkündung bieten, koennen durchaus auch andere Schriftstellen herangezogen w'erden. Die Jerusameler Gruppe hat noch kein eigenes Gebetbuch, sondern benutzt den traditionellen Sidur Tefi- Ba, ergaenzt durch hebraeische Stücke und Versionen aus dem Union Prayerboock der amerikanischen Reformgemeinden und dem Gebetbuch der Reconseructionists. Auch das frei improvisierte Gebet ist durchaus zulaessig. Der Vorbeter steht mit dem Gesicht zur Gemeinde und leitet eigentlich nur den Gottesdienst, waehrend (wie bereits vermerkt) die einzelnen Gebete con den Teilnehmern rezitiert werden. Die Erwaehnung Israels wird nur in positiver Weise betont und daher sind Formulierungen, wie etwa d:e berühmte umstrittene Stelle im Alenugebet, durch eine andere Formel ersetzt. Die Gebete werden gesprochen oder gesungen, waehrend das in anderen Synagogen übliche Murmeln voellig abgeschafft ist. Das hebraeische Wort soll wieder in seiner ursprünglichen Klarheit und Schoenheit erklingen. Zur Einführung der Andachtsstunde wurde auch schon Orgelmusik auf Grammophon-Platten probeweise verwendet, aber dieses Experiment war noch nicht zufriendenstelllend und die Gruppe muss daher noch warten, bis entsprechende Instrumental-Begleitung des Gottesdiens moeglich ist, was wohl nur im eigenen Raum der Fall sein kann. VORLAEUFIG EIN EXPERIMENT Die Gruppen in Jerusalem, in Tel Aviv und im übrigen Land»* sind in einem losen Verband zusammengefasst aber noch keiner internationalen Organisation angescbiossen, da.sie ihre Unabhaengigkeit wahren wollen. Freunde aus dem Ausland unterstützen die Arbeit .aber ebenso spenden die Teilnehmer selbst, so dass finanzielle Probleme bisher nicht aufgetreten sind. In dem Vertrauen auf die gute Sache wurde niemand zu Beitraegen genoetigt, auch der Verkauf vön Synagogenplaetzen zu den Hohen Feiertagen unterblieb, und es ist nicht iibllich, beim Aufrufen zur Thor.a Geldspenden zu erwaehnen. Alles bleibt der freien Initiative der Teilnehmer überlassen. Natürlich soll siafe auf die Laenge der Zeit die Arbeit nicht nur auf die Abhaltung der Gottesdienste beschraenken .sondern jüdisches Lernen und freie Diskussion religioeser Probleme müssen hinzukommen. Allerdings sind in Jerusalem zahlreiche Moeglichkeiten geboten, an jüdischen Lernkursen aller Art teilzunehmen, so dass hier, im Gegensatz zur Diaspora, die Hfildungsaufgabe nicht so ein dringliches Element darstellt, wohl aber muss der Diskussion freier Raum gelassen werden. Die “Chugint Ie Hithchadschuth Hachajim Hadathijim” (Kreise für Veligioese Erneuerung) sind Experiment, aber sie sind aus einer tiefen Notwendigkeit heraus entstanden, und so darf; man hoffen, dass dieser Versuch Be- | stand haben wird und allmaehlich aus i solchen Initiativ-Gruppen echte relii gioese Gemeinden entstehen, die dem! israelischen Menschen von heuto die Glaubens- Botschaft des Judentums wieder nahebringen und darüber hinaus auch dem Weltjudentum neue Impulse zu vermitteln vermoegen. Frage des Shilumim-Vertrages mit der deutschen Regierung diskutierte, i beschloss die damalige Koalition, dass kein Abgeordneter der Koalitionsi Parteien gegen den Vertrag stimmen duerfe. Sprinzak bestand darauf, dass er als Vorstand des Parlamentes sich das Recht Vorbehalten duerfe, an der Abstimmung nicht teilzunehmen. Und keiner seiner Freunde innerhalb der Partei Konnte ihn dazu bewegen seinen Standpunkt zu aendern. Doch was ihnen nicht gelang, erreichte Menahem Beigin, der eine Demonstration vor der Knesseth gegen den Abschluss dieses Vertrages organisierte und seine Teilnehmer die Fenster der Knesseth mit Steinwuerfen einschlagen liess: in diesem Moment entschloss sich Sprinzak, aus Protest gegen diesen Terror der Cheruth-Partei, fuer den Shilumim-Vertraeg zu stimmen, um so der Opposition eine Lehre zu erteilen, die Ehre des Hauses nicht zu verletzen. Erst vor einigen Tagen war Josef Sprinzak der liebenswuerdige Gastgeber, und hierin hatte er einen ganz besonderen Charme, aller Abgeordneten, auch derer der frueheren Kadenzen der Knesseth, sowie des diplomatischn Corps und der Journalisten anlaessüch des zehnjaehrigen Bestehen der Knesseht. Die Ueberraschung bei der dieser Feier war, wie man sie scherzhaft nannte, die “Privat- Armee” Sprinzaks die Sicherheits- Wache der Knesseth. Alles grossgew'achsene, junge Menschen, die er persoeoniich begutachtete hatte, eine DER STAATSPRAESIDENT eindrucksvolle, kleine Armee ä la Lichtenstein, in kleidsamer Uniform. Mit grosser Genugtuung und strahlendem Gesicht nahm Sprinzak an diesem Tage vor dem Eingang der Knesseth die Parade der Knesseth- Polizei ab. Keiner hat sich vorstellen koennen, dass nur ein paar Tage spaeter diese forsche kleine Garde mit traenenueberstroemten Augen den Sarg ihres Vorgesetzten auf ihren Schultern tragen wuerden und nie mehr dieses zu jedem freundliche Gesicht sehen wuerden. Wer dieses freundliche Gesicht der 74jaehrigen Josef Sprinzak, der ein ergebener Freund und Anhaenger Chaim Weizmanns war, der mit Jizchak Gruenbaum die Hatechiah in Warschau gegruendet hatte, der 1905 die Ziereh Zion mitbegruendete der im ersten Weltkrieg an der Spitze des Hilfsdienstes fuer die Arbeiterschaft in Palaestina stand, der 1921 in die Zionistische Exekutive gewaehlt W'urde, der üruender des Waad Leumi, der Arbeiter-Bank und vieler anderer mehr, der ehemalige Stadtrat von Tel- Aviv, PraesidentiaOmitglied des Keren H.ajessod, wer dieser freundliche Angesicht einmal gesehen hat, wird es nie vergessen. Alillionen Juden kannten dieses Gesicht, Hunderte waren mit Sprinzak persoenlich verbunden, er w'ar ein Mensch des Volkes, das Volk sah in ihm auch den Menschen und die tiefe Trauer des Volkes gilt dem Menschen Josef Sprinzak. Sprinzak-Gedenkfeier in La Paz Am 5. Februar fand im “Circulo” feine Gedenkstunde für Joseph Sprinzak statt, die von Rabb. Friedlaender eingeleitet wurde. Den Vortrag hielt Israel Amitai aus Israel, feine Persoen1lichkeit, die mit dem grossen Sohn des israelischen Volkes, Joseph Sprizak, freundschaftlich verbunden war. Der Vortragende bot einen überaus interessanten Querschnitt vom Lebten und Wirken des so ploetzlich Verstorbenen. Federación Sionista Unida de Bolivia Y F. S. U. B. — CENTRO COCHABAMBA anuncian con profundo dolor el fallecimiento de JOSEPH SPRINZAK Q. E,. P. D. Primer Presidente de la Kneszeth, Presidente del "Aktions-Kcmitee Sionista" Su muerte deja un vacío en!a vida de Israel y representa una pérdida irreparable para el movimiento sionista en todo el mundo. La Paz - Bolivia Febrero de 1959. COMUNIDAD ISRAELITA DE BOLIVIA ★★******★★****★★*★** ****■*********+*+*+*+++*+++++****+*+*+*+*+*+* £ * * £ In zentralster Lage £ £ £in La Paz gelegener £ £ + ■* * £ Laden I £ Die «¿entliehe £ iist sofortpreisguenstig * £ GENERALVERSAMMLUNG £ iwTed^BranS^An- £ £ |indet am Mo“ta9' den 9" Maerz 1959' abendA 8 Uht £ £ _ ... I I in rlftn (iompinfiflrneutnen call#» Stronaest 352 statt, -4c * I * --Í * * i ABOGADO £Dr. Wolfgang Apt S. í * Atiende apuntos general en -*tu.er leae Drunw«?. mi-l l It, . n -1» * I in den Gemeinderaeumen call© Strongest 352 statt. * ^fragen unter ^a^^j £ TAGESORDNUNG: £ , £2211. La Paz. Geschaeftsberi cht Kassenbericht Entlastung des Vorstandes Neuwahl _ _ Verschiedenes ► Krankheitshalber ► Kleineres ► ► ÜE.3tnftU 1 i £ Mitglieder beschlussfaehig ist. In Anbetracht, dass die GV £ ► in zentraler Lage von 4 £ durchgefuehrt wird, bittet der Vorstand diejenigen, die In- +, ’ + i resse an der Einreichung einer Wahl-Liste haben, diese £ 4 £ spätestens drei Tage vor der GV im Sekretariat der Ge-£ * £ nieinde einzurdchfen. ___ £ 4 £ £ 4 * Vor Eintritt in die Generalversammlung wird Herr Rab- £! t btner G. Friedlaender über “JUEDISCHES LEBEN £ Angeb.u.Cifra SB 32 4 £ IN KOLUMBIEN UND EKUADOR” £ ►EI Eco, Cas. 2217. La Paz % sprechen. (Ein Reisebericht). £ COCHABAMBA: * Plaza 14 de Septiembre J (“Casa de Regatos”) * Casilla 1142 £ , V í _ Sollte die ordentliche Generalversammlung nicht besch- £ -- . £ lussfaehig sein, so wird eine halbe Stunde spaeter eine 2.£ 4 t Generalversammlung einberufen, die gemaess Paragraph 31 £ DF^fHAFFT 1 £ der Statuten unabhaengig von der Anzahl der anwesenden £ ULJLi irxfji. i 1 4t K<»«/’tilii«sfaehisr ist. ln Anbetracht, dass die GV £ zentraler Lage vc Cochabamba guenstig zu Verkaufen. 32 ¡León Kirmayer < ► ► Importaciones y ¡ Exportaciones ¡ COCHABAMBA ► Calle Perú 109 oeste. ¡ Casilla 851 y 1008. y Cognac "Fradet", Ra- ► dio;- "Ultra Vox", "Ma- ► relli", “Kaiser" und ¡ "Loewe-Opta". t ,1