Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 196 (30.1.1959)
- Date
- 1959-01-30
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8, ‘DAS ECHO’’ 30. Januar 1959. MIHI EUI LEI RUF IN OIE HEIMAT Von Joseph Es gibt ein Land, das so geheimnisumwittert ist wie kaum ein zweites auf Erden. Es ist das Land der unterirdischen Silberflüsse am Rio Meta in Kolumbien. Der Weg in diesem kaum besiedelten Teil Südamerikas führt durch weite Steppen, durch Gebirge und Wildnis, bizarr und manchmal fast drohend anmutend, in ein Gebiet, das einst glückliche Inka-Indianer kultivirten. Wer die Strapazen auf sich nimmt, es zu besuchen, der faehrt von Gogota nach Villa Vicencio. Liebt er aber den weiteren Weg unter der bewaehrten Führung des 58jaehrigen Führers Raphaele, eines Juden, der vor vierzig Jahren aus Riscbon Lezion nach Kolumbien .auswanderte, so begibt sich der abenteuerlustige Tourist nach Bucaramanga, dort, wo im Südosten der schneebedeckte Gipfel des 5080 Meter hohen Nevada de Cucul die Richtung ins* Land der unterirdischen Silberflüsse weist. Moreno und Orecue sind die einzigen groesseren Siedlungen in diesem verschwiegenen Zipfel Columbiens. Voneinander liegen sie 200 Kilometer durch eine für Unkundige gefaehrliche Das^uic m * FOTO ,, KAVLIN Wildnis getrennt. Und wenn man an der Seite Raphaeles die Pf.ade im Land der unterirdischen Silberflüsse betritt, spürt man bereits das Donnern, das brummend, gurgelnd und brodelnd irgendwo in der Tiefe rumort. Zweimal wurden hier geelogische Messungen von* Hubschrauberexpeditionen durchgeführt. Sie ergaben, dass in jener Gegend mindestens fünfzig \ mittlere bis grosse Flüsse oder Stroej me zwischen 30 und fiO Meter Tiefe Kissner unter dem Erdboden dahinschiessen. Im Lande des Rio Meta ist vor vielen tausend Jahren ein Gebirge versunken, das grosser als die Alpen gewesen sein soll. Eine geheimnisvolle Naturkatastrophe in unbekannter Vorzeit riss das riesengrosse Gebiet in die Tiefe. — Heute fliesst hier der Rio Meta mit seinen Nebenflüssen, die ebenfalls unterirdisch verlaufen. Irgendwo verschwinden sie in einem Tunnel, versickern im Sand, um an anderer Stelle, oft über hundert Kilometer weiter, wieder mit aller Wildheit aus der Tiefe hervorzutreten. Raphaele, einer der wenigen, die diese Gegend ausserordentlich gut kennen, zieht tief die würzige Luft des Silberflusslandes durch die Lungen. Seie Augen streifen über das endlose Land — über ein zu Stein erstarrtes, wildbewegtes Meer, von Schluchten zerrissen, von Urwaeldern überzogen, menschenleer, unbewohnt — eine draeuende Wüste aus Fels und wucherndem Wald. Am Horizont versinken die Berge in der ewigen, grünen. Nacht des Urwalds.. . “N6ch zwei Wochen hleibe ich hier”, sagt Raphaele leise zu mir. Seine Augen funkeln dabei seltsam. Ich muss an Katzenaugen im Dunkeln denken. Als ich ihn fragend anblicke, faehrt er mit leiser Stimme fort: “Ich habe vor einigen Wochen einen Brief von meinem Sohn aus Israel — aus Beersheba — erhalten. Er ist mein i Jüngster. Er heiratet. Da ist pleetzlich j Hi mir der Wunsch wiedererwacht, , cías,. Land wiederzusehen, aus dem j ich vor mehr als vierzig Jahren in die weite Welt auszog, um das Glück m der Fremde zu finden. — Wie oft b'in ich hier naechtlicherweise durch diese Berge geritten, wenn die Hyaenen in den Schluchten nach verendeten Maultieren und Hunden suchten — durch die im Nachtwind rauschenden und raunenden Baeume, — wie oft Blickte ich aus Hoehen auf die endlose, schoene, geheimnisvolle Landschaft — weitab von den Errungenschaften der Zivilisation . . . Ich kann mich nicht satt sehen an diesem Land . .. Und doch spüre ich in mir einen Ruf, wie ein Gebot: Du gehoerst dorthin, wo dein Volk lebt. Gottes Volk ist überall, doch die wahre Heimat ist und bleibt Israel!. . . ” I BOCADILLO Das Haus der guten Lebensmittel: Jordán 150 Cochabamba Wiedereroeffmmg am 1. Februar durch den früheren Inhaber! Grcsse Auswahl in frischen Salaten. Verschiedene Torten u. a. 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Ich werde allerlei über mein Vermoegen undsoweiter erzaehlen und du schmückst dann alles entsprechend aus, indem du mich der Bescheidenheit bezichtigst. Klar?” Wilhelm war alles klar. Am Abend kreuzte er pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt im Grand Hotel auf. Joachim stellte ihn Erika vor und tVilhelm nahm an ihrem Tisch Platz. “Ich habe Fraeulein Erika gerade erzaehlt, dass ich den letzten Sonntag in meinem Haeuschen auf dem Lande verbracht habe”, begann Joachim. "Haeuschen auf dem Lande? Jetzf hoere sich das einer an! Dabei ist es ein Schloss mit allen Schikannen! Ich verstehe nicht, warum du immer so bescheiden bist!” “Na ja, ist schon gut”, sagte Joachim verlegen, “ich wollte nur sagen, dass ich gleich das Maedchen kommen liess Deutsches Klavier zu Vermieten! Ausk.: Tel. 5435 “Das Maedchen?” unterbrach Wilhelm eifrig. “Du willst sagen eines der Maedchen, nicht wahr? Immerhin hast du ja ein halbes Dutzend, dazu die zwei Diener und den Gaertner!”. Joachim beherrschte sich mühsam: “Aber das ist doch nebensaechlich - ich rief also meinetwegen eines der Maedchen und verlangte heisses Wasser wegen meiner Erkaeltung - “ErkaeltungT* Wilhelm war auf vollen Touren: “Jetzt hoeren Sie sich sowas an, Fraeulein Erika Erika! Erkaeltung nennt er das . dabei hatte er eine galoppierende Schwindsucht, wie sie die Welt bisher noch nie erlebte!” Echo - Anzeigen - Erfolgs-Anzeigen! Annahmen: “TIAHUANACU” gegenueber Pest und im Echo - Buero, C. Yungas 36 ebenso unter Casilla 2217 La Paz '••»éTi Schnell, sicher und mühelos rechnen I EiM PRECISA-Rechenmaschine entlastet Sia vom anstrengenden Kopfrechnen. Ihre Arbeit« kraft können Sie vermehrt zu echöpfbrlsehens Tuh einsetzen. 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