Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 196 (30.1.1959)
- Date
- 1959-01-30
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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‘‘DAS ECHO” 5. 3D. Januar 1959. Unter uns.... XIII - Briefe, Briefe, Briefe! lieber Leserfreund: Sie staunen gewiss, schon wieder •von mir zu hoeren. Ja, diesesmal ist der Echo-übliche Abstand der “Unter uns-Briefe” kürzer - warum?: ich habe Einiges auf meinem Herzen und, 'Sie wissen ja, wessen Herze voll ist, dessen Tinte fliesst über! Diesesmal, lieber Leserfreund, .moechte ich um Ihre freundliche Aufmerksamkeit “In Eigener Sache erbitten. ich will Ihnen heute einige Internitas der Echo-Redaktion mitteilen, die Sie gewiss interessieren dürften. Ein freies Meinungsblatt wie Ihr und mein “Echo" erhaelt einen ganzen Berg von Briefen, von freundlichen und toerichten, von unfreundlichen und klugen, von philosophischen und dummen, alle Briefe aber interessieren mich lebhaft, da sie, gleichgültig aus welchen Gefühlen heraus sie verfasst wurden, den guten Kontakt zwischen Redaktion und Leser beweisen. ln den mehr als zehn Jahren meiner publizistischen Arbeit für das Judentum Tn Bolivien, habe ich manchen Brief erhalten, der mich herzlich erfreute. Aber kaum jemals habe ich ein Schreiben erhalten, wie dieses: Geehrter Herr Redakteur! ln Anerkennung Ihrer positive Arbeit für das Judentum, überreich ich Ihnen anliegend in Noten 10 US-Dollar. Ich habe meinte Wieder gutmachung erhalten. Dadurch wir mir die Erfüllung eines langgehegte Wunsches moeglich, Ihnen in dies« Form meinen Dank Für Ihre ideali; tische Arbeit abzustatten. Bitte foi sehen Sie nicht nach mir, ich wünset unbekannt zu bleiben! Im Rahmen dieses Briefes an Echo-Freunde, will ich Ihnen, sehr verehrter Herr Anonymus herzlichst fuer die grosszügige Spende und den noblen Ton in ihrem Schreiben danken. So sehr auch der trockene Pressefonds meines Blattes diese Spende •dringend braucht, so sind mir doch Ihre "Worte noch wertvoller als die Spende. Ich weiss, sehr geehrter Herr Anonymus, Ihre so überaus freundliche Sympathiegeste voll zu würdigen, da ja heute Dank und Anerkennung zu den ganz grossen Seltenheiten gehoeren. Dieser herrliche Brief traf bei mir am 19. Januar ein. Am 21. Januar (also zwei Tage spaeter) erhielt ich aus dem Leserkreis ein recht langes "Schreiben, welches ich im Auszug wiedergeben moechte: “. man sollte Ihnen vernehmbar -dafür dankten, dass Sie den Juden in Bolivien eime Zeitung gaben, die für alle Ihre Leser eine geistige Erfrischtmg bedeutet”. Weiter heüsst es an anderer Stelle: “In Ihrem so schoenen Nachruf auf Chawer Herschthal habe ich “zwischen den Zeilen'’ gelesen, dass Sie über die Gleichgültigkeit von Vorstaenden, gegenüber Ihrer Arbeit, verbittert sind. Glauben Sie mir. Ihre Leistung als einzelne Person ist gehaltvoller, als alle Arbeit, die aliie Vorstaencte leisten!! Ohne oeffentäiche Gelder zu beanspruchen, leisten Sie für alle Juden, und dies nun bald seit zehn jahiten, nicht nur regelmaessig eine segensreiche kulturelle Arbeit, sondern Ihre Arbeit ist auch politisch so fruchtbar .dass alle Juden in ganz Bolivien daraus guten Nutzen ziehen”. Weiter lesen wir in diesem Brief: “Ja, man hat schon sein Kreuz mit unseren Organisationen! Wenn unsere Vorstaende Verstaende haetten, wüssten sie “Das Echo” für sich zu verwerten. Die jüdischen Organisationen haben das seltene Massel eine gute, sierioeise jüdische Landespresse zu haben, die Armen aber wissen rein gamichts damit anzufangen!” Lieber Herr R. B.: Ich glaube Sie haben etwas mehr “zwischen den Zeiten“ gelesen, als gemeint war; .aber dieses Schicksal erfahre ich oefters. In jedem Falle empfangen Sie meinen aufrichtigen Dank für Ihre so freundschaftlichen Worte, die mich sehr erfreuten. Ich konnte mich nur schwer entschlossen, diesen Brief zu publizieren, denn Ihr reiches Lob über das “Echo” machte mich ein wenig verwirrt. Nach langem Ueberlegen habe ich mich dennoch zur Veroeffentlichung entschlossen, weil ich glaube, dass gerade diese Zeilen, ein sogenanntes “Oeffentliches Interesse” beanspruchen dürften. Dieser Leserbrief zeigt zwei Fronten auf: hie-Gemeinschaft, dort-Vorstaende! Diese kritische Echo-LesersEmme werte ich weniger als ein Pro- Echo-Bekenntnis, als eine ernstzunehmende Kritik am Wirken unserer Vorstaende, die anscheinend in einem elfenbeineren Turm residieren. Im Interesse der Zusammenarbeit aller Juden in Bolivien für die jüdischisraelische Sache, sollten endlich (!!) unsere verehrten Vorstaende mehr auf die Oeffentliche Meinung hoeren. Und nun. lieber Leserfreund, noch einen Brief (eingegangen am 17. Januar) der mir gleichfalls so wichtig erscheint, dass ich diesen oeffentlich besprechen moechte: “Ihnen Artikel “. .mit grosser Besorgnis” las ich mit wirklich mit grosser Besorgnis! Ich finde, dass “Das Echo” immer moskaufreundlicher wird! Ihr Linkskurs macht mich wirklich besorgt! W.aere es nicht besser, wenn Sie mtehr für die USA und weniger für die Sowjetrepublik ¡schreiben würden?”. Der Schreiberin dieser Zeilen (die ich im Auszug eines gleichfalls Laegeren Briefes wiedergebe), Frau E. K., sei hiermit für ihre erfreuliche Frische und Aufrichtigkeit, herzlich gedankt. Liebe Frau E. K.: Wer das “Echo” wirklich liest (es nicht flüchtig durchblaettert), der muss wissen, dass dieses Blatt ein Organ unantastbarer demokratischer Gesinnung ist. “Das Echo” ist frei von allen ideolog schen Begeisterungen und Phrasen, es ist — wie bereits einmal an anderer Stelle dieses Briefes betont wurde — ein freies, voellig unabhaengiges Meinungsblatt, welches sich bemüht dem Menschenrecht und damit den pri_ maeren demokratischen Prinzipien zu dienen. Ueber den Begriff “Demokratie’ kann man allerdings heute verschiedener Meinung sein, da nichts kratie”. Ich führe mein B'latt nach sodas Wort und die Definition “Demoso erbaermlich verschleiert wird, als zialistisch — demokratischen und pazifistischen Politiklinien, nach denen in erster Reihe die Würde des Menschen steht; schon aus diesem elementaren Grunde, kann nie “Das Echo” eh Vertreter aktueller kommunistischer Weltanschauungen sein. Liebe, verehrte Frau E. K., glauben Sie mir: “Das Echo” ist weder pro-russisch noch anti-amenkanisch, es ist ein Blatt welches lediglich der Wahrheit dienen will und einen ganz kleinen wenig dazu beitragen moechte, den Weltfrieden zu sichern. Diese kritisch-freiheitliche Haltung, habe ich in Nummer 1 des "Echo” unmissverstaendlich ausgesprochen; ich bin ein wenig stolz darauf, dass ich bisher von dieser redaktionellen Grundlinie nicht abgewichen bin. Sie dürfen also, Hebe Frau E. K., getrost “Das Echo” weiterlesend, da es garantiert keine bolschewistischen Bazillen enthaelt. Im Uebrigen aber ist das Blatt in positv-iüd'scher Sicht redigiert, die auch die politische Haltung des Blattes festlegt. Ich moechte zu diesem Thema noch sagen, dass es meiner Meinung nach, für Juden eine liberale politische Linkshaltung besser ist, als nach rechts abzuschwenken. Damit will ich, lieber Echo- Fretind, für heute den redaktionellen Vorhang wieder behutsam schliessen. Bis zum naechsten. “Vorhang auf” verbleibe ich für Sie mit freundschaftlichen Grüssen. Ihr ADIOS * * -¥ ■* * * * -* -* * -* * * * I TELE FUN KEN ❖ ❖ R PLATTENSPIELER SCHALLPLATTEN METAL LTDA. Plaza Venezuela N9 Cables: 36 — Casilla METALCO” Correo N9 484 und LABORATORIO RADIO TECNICO ALEMAN, Calle BALLIVIAN, Esquina COLON *+*******++++*+*++*++***++++*■***■)'**++++■*+■**++ y v ¥ yyyyYYYYTTYY* AM RANDE Wer Geld verdienen will, muss Ideen haben. In New York hat ein ausrangierter Schauspielter ein “Institut für Schauspielkunst im taeglichen Leben” gegründet, mit dem Erfolg, dass er sich kaum der Schüler tentwehren kann. Sein erstes Inserat lautete: “Nehmen Sie Schauspiel- Unterricht! In wenigen Studen kann jeder Geschaeftsmar.n lernten, wie ein anstaendiger Mensch auszusehen hat!” Weitere merkwüirdige Anzeigenln einen pariser Morgenblatt stand folgende K.urza.t\z£ig£’. gesucht!! ETlangebote an..” In einem Blatt in New Orleans erschienen kürzlich zwei Anzeigen: 1) “William Berner erklaert, dass er für die Schulden seiner Frau Myrtle Berner, keine Verantwortung übernimmt“, 2) “William Berner war für meine Schulden nie verantwortlich, ich zahlte sie immer selbst, und die seinigen dazu. Myrtle Berner". Aus einer westdeutschen Tageszeitung: “Kaltblütiger Geschäftsmann sucht warmherzige Freundin Angebote unter..” Eine Werbeanzeige einer duesseldorfer chemischen Reinigung: "Lassen Sie Ihre Kleider bei uns und machen Sie sich inzwischen einen vergnügten Nachmittag!”, Stosseufzer eines Franzosien: Wir Arn^U"i-Chmuns eitle deutsche Armee, dte kleiner ist als die franzbesische und groesser als die russische! £in. Bonmot von Jean Cocteau: ich bin so faul, dass ich aus Angst morgen viel arbeiten zu mUessen, lieber heute alles erledige”. Bjne Fernsehstation in Philadelphia Fhoi. *]at 5-Minuten-Stendungen tuer ^ude eingerichtet. Gesendet werden Reklame f,ür Hunde-Luckerbissen, Artikel hier Hunde-Hyigiene etc. Em Versuch, Eckteinscenen in das Programm aufzunehmen, musste wegen der suggestiven Wirkung auf das vierbeinige Publikum aufgegehen werden* A-bCr ansonsten hat diese Sendung einen so grossen Erfolg, dass in aUfh Fernsehprogramm e für Katzen autgenommen werden sollen. Zahnziehen wird zum Vergnügen. In den Staaten wurde ein neues Anaestheticum entwickelt, welches nicht nur betaeubt, sondern auch dte Erinnerung des Patienten an den EinvoeoUig ausloescht. Es wird jetzt daran gearbeitet dieses Mittel es heisst “Dolitrone" — allCh f.-.r andere Operationen wirksam zu ma. Medizinisches. Im neuen “Web- A dem bekannten amerikanischen Handwoerterbuch, lesen wir längstes Wort “Pneumo^ tramicroscopicsilicovolcanokonics.'te”* dieses so einfache Wort bezeichnet khei"tbei Bergiiuten auftretende Kran- d!»'tplr St0.ckha]m entdeckte ein d o KZ-CI 5n „e,'ner Streusandkiste ’¿'jaehriges Alaedchen, das nur mit btrumpfem bekleidet war Das der erklame’ sie habe “wegen der Wohnungsnot’ seit drei Monaten mit ihrem Verlobten in der (2xixl Meter grossen) Kiste gewohnt. en na':kten Schoenen sma. „n einer pariser erschien folgendes Inserat :“Nus* Ein* nwL'g schoane Fotos für gering "Sun dInU'/fndz Vi°n Maennem sch! rS.f!n dam (Im Zierat ansetrehenilrt Preis und erhielten - LandfchaS? rahmen des Dorfes Nus. (“nus” hS >m franzoesischen “nackt”) ” * Bei einem Quiz in London wurde die Frage gestellt: Warum habe» de eine,, so viel an den Fernsehr™ «r,n„