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Das Echo · 1958-11-05 · 191 (5.11.1958) · p. [Seite 8]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
191 (5.11.1958)
Date
1958-11-05
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German
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8. DAS ECHO’ 5. November 1958. DER 14. ZIONISTISCHE LANDESKONGRESS Am 1. und 2. November fand der Kongress statt, der ein erfreuliches Niveau hatte und von intensivier zionistischer Arbeit berichtete. Die gegebenen Berichte warten klar, die Debatten und Diskusionen waren frisch, sodass die Tagungszeit gut verwendet wurde. Die Generaldebatte wurde gefuehrt durch die Herren Basch, Rothsteim, Rabb. Friedlaender, Hun, Dr. Allerhand, WeinWeber, Kweksilber u. a. Eines der wesentlichen Themen war die Jugenderziehung, unter dem Gesichtspunkt der Erziehung zur Allah fuer Israel. Es waere absoiut notwendig wenn hier es nicht bei schoenen Worten biteiben sondern endlich es zu einer wirklichen zionistischen Erziehung unserer Jugend kommen wuerde. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: JOSE WINKLER, Praesident, Elias Hun (Allgem. Zionisten) 1. Vice, Dr. Allerhand (A. Z.) 2. Vice, und Alfred Weinheber (MÍapai) 3. Vice- Pra&sident. Weiter sind im neuen Vorstand folgende Herren: Ernesto Herzberg (A. Z.), E. Rottenstreich (A. Z.), Eric Nebel (A. Z.), Ing. A. Nossig (A. Z.), Dr. J. Fleischmann (A. Z.), Julio Huebsch (Mapai), Ed. Lachs (Mapai), L. Klein (Misrachi). Hierzu kommt noch ein zu benennender Vertreter der “Sionistas Revisionistas”. Am Vorabend der Arbeitssitzung fand die feierliche Eroeffnung im geschmueckten Sitzungssaal statt. Als Ehrengast war Frau Rosa Goldstein von da- Wizb-Welt-Federation anwesend, die einen mit Beifall aufgenojnmenen Vortrag hielt. Wir freuen uns diesem Kongress bescheinigen zu koenneit, dass er wuerdig und sachlich vierlief und wuenschen dem neuen parteimaessig erweiterten Vorstand der FSUB im neuen Arbeitsjahr gute Erfolge fuer die zionistische Sache. FEUILLETON DES ECHO Ein Torero ‘' sich Von BRUNO FREUND (Cochabamba) OESTERREICH - BOLIVIEN Der 28. Oktober 1958 war fuer die oesterreichische Kolonie in Bolivien ein besonderer Tag, da an diesem Oesterreichs neuer Gesandter dem bolivianischen Staatspraesidenten sein Begäaubigungs - Schreiben ueberreichte. Der neue oesterreichische Minister in Bolivien konnte sich von der Herzlichkeit der Gefuehle der bolivianischen Regierung ueberzeugen, die in der kurzen aber aufrichtigen Konversation zwischen Praesident Siles Zuazo und Minister Paul Zedwitz klaren Ausdruck fanden. Der feierliche Akt, an dem u.a. der bolivianische Aussenminister Dr. Andrade teiinahm, fand im “Grossen Spieflgdsaafl” statt. Waehrend der Ueberreichungszeremonie war ein grosser Teil der paceher oesterreichischen Kolonie anwesend, die von Dr. Siles Zuazo freundlich begruesst wurde. Da dass Oesterr. Generalkonsulat von La Paz unserem Blatt keinerlei Informationen uebersandte, bedauern wir ueber die weiteren Veranstaltungen aus diesem Anlass nicht berichten zu koennen. i-**************-********* Ja! Im schoenen Spanien gibt es auch drittklassige Stierkampf-Unternehmen, die den groessen IStaedten emsig aus dem Wege gehen. So eines Tages Bombenreklame in einer kleinen Stadt Andalusiens, fern der Hauptstadt Sevilla: "Der berühmte Torero; Don Saturnino de Ramírez wird Sonn- 5 tag nachmittag 4 Uhr einen der wiilde- : sten und wütendseten Stiere Südspaniens erlegen!”.! Don Saturnino de Ramirez betrachtete unterdessen in der Haupts- | trasse des Staedtchens hinter einem Ladentisch etwas ganz Wundersüsses in Blond, zweifellos seine Inmigrantin, da die señoras und señoritas des Lan-! des infolge geheimnisvollen Überein- ' kommens mit Mutter Natur in dunkleren Haafarben ihre caballeros be-! toeren und bezaubern. Als nach Erwerb I eines Raeschchens Eau de Cologne! Don Saturnino von der blonden Veri kaeuferin den entzückendsten Augen- I aufschfag - "den Aufgange der Sonne vergleichbar!" dachte er - auf sich ' ruhen fühlte, waere der Torero beinahe! zerschmolzen. Bejm Abschied ihr ein Logenbillet überreichend, beteuerte er i mit spanischer Grandezza, das Señorita die Koenigin der Veranstaltung sein solle, und er ihr zu Ehren einen Stierkampf liefern werde, von dem man noch in fernen Zeiten sprechen werde. Vom billigsten Sonenplatz bis zum teuersten Schattenplatz waren die Tribünen überfüllt, ln der Hauptioge tronte, huldvoll laechend gleich einer Koenigin, mit Rosen in der Hand, die uns nun bekannte blonde Schoene. Die Musikanten bearbeiteten mit südlaendischem Temperament ihre Instrumente. Nach 'leichteren Unterhaltungskünsten stürmte der Stier in die Arena, sp.aeter folgte ihm der Torero; beide wurden mit frenetischem Beifall begrüsst. Die geschmeidigen Picadores hatten bald den Stier mit Wurfspiessem geradezu gespickt, das Tierblut sickerte hernieder, so dass die Bestie Mensch zufrieden zu sein schien. Aber nicht nur der Matador und Torero Saturnino de Ramírez,, sondern leider auch das Publikum merkten bald, dass der Stier unempfindlich gegen Schmerzen und unreizbar war, er benahm sich, als selbst der Torero sein rotes Tuch vor ihm hin-und herschwenkte, wie ein frommes Lamm. Plloetzlich ertoente eine ßaerenstimme von der Tribüne (Don Saturnino kam sie nicht unbekannt vor): “El toro tomaba pastillas de Aspirina!” Dann eine andere Stimme: “Don Saturnino asperino!” Und jetzt fielen alle tacktmaessig im Sprechchor ein: “Don Saturnin asperino!” Schnell gab Saturnino dem Stier den Todesstoss und verschwand unter einem ohrenbetaeubenden Pfeifkonzert und Hohngelaechter der Menge gemeinsam mit den anderen Mitwirkenden aus der Arena. Das Hoellenkonzert dauerte noch an, als der verendete Stier schnell abgeschleppt wurde Dann ploetzlich sprangen die jüngeren Señores in die Arena und schrieen: "Baile! Baile! “Schnell setzten die Musiker auf Grund dieser energischen "Aufforderung zum Tanz" ihre Musikinstrumente in Bewegung. Jetzt eilten auch die Señoritas herbei und mit berauschendem Feuereifer wiegte und wogte ailles nach der Musik. *'*V< Neben der blonden Schoenen in der Loge aber stand ein Mann mit wallendem Kopfhaar und langem Bart. Aha! Der Arzt? Dieser bestrich die Schlaefen der Señorita mit Eau de Cofogne. Der ihr wohlbekannte Duft veranlasste sie, aus ihrer Ohnmacht mit dem entzückendsten Augenafschlag zu erwachen. Hinter dem Bilubberbart tóente es ihr aber wohlklingend entgegen:” Kein Arzt! Verzeihe die Verkleidung! Nein! Dein Saturnino steht vor Dir! Die Sache mit dem Asperin war ein feindliche Akt unseres hinaus- , geworfenen zweiten Toreros. Nicht; , sein Vertrechen, oh Señorita, lassen mich büssen!” j Der ruinierte Torero, sowie das! gesamte Ensemble waren schnellstens; ans der Stadt verschwunden. - Wer i aber die Fortesetzung dieser Begeben-! heit wissen will, reise nach Sevilla I und von dort aus den Guadalquivir stromaufaerts; das drittej Staedtchen am rechten Uferrand sei das Ziel.; Dort auf der “Plaza prinzipal”, West-! seite der Colonaden, erblickt man j einen Laden mit der Aufschrift “Car- : niceria”. Und im Schaufenster unter j Blattpflazen erblickt man die herrlichsten Schinken und Würste. Die Seño-! ras und Señoritas lassen sich mit Vor- I liebe von dem schoenen Don Saturj nino de Ramírez bedienen, dagegen die; Caballeros lieber von seiner jungen i blonden Gattin. “Ihr Augenaufschlag” | so sagen die Caballeros -“gleicht dem I Aufgang der Sonne”. Exprinter Ltda. 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