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Das Echo · 1958-09-30 · 189 (30.9.1958) · p. [Seite 1]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
189 (30.9.1958)
Date
1958-09-30
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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Ifl.HUTTO REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN_ Die unabhaengige Halbmonatsschrft Bolivieins in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig K. Stargardt Verlag: Editorial “El Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz - Obrajes - Bueros: La Paz, Calle Yungas 36 und Cochabamba, CalleBrptista 429. - Postanschriften: Revista “El Eco” - Casilla 2217 La Paz oder Casilla 748 Cochabamba. — Druck: Editorial “Kollasuyo”, Loayza 304. DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 koartiplette Seite Bs. 500.000.—; kleinere F'aechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion: Mittwoch 6-7 Uhr nachmitags. Jahrgang IX — Nummer 189 30. September 1958. Preis Bs. 500.- IN DIESER AUSGABE. Um die religioese Freiheit ARABISCHES DEL - UNERSETZLICH? Kampf dem Atomtod! LUACH 5719 Bildungsniveau in Israel SCHLEICHENDE WIEDERGUTMACHUNG Judentum in vierzig Jahren u.a. Artikel mehr! Mr. Dulles, was nun?. I Die heutige Washington-Po- I VI deraoch nicht ueberwerten, da I howtr solten endlich < Freundschaft gehoert zu den sympathischsten menschlichen Attributen aber Freundschaft ist seiten kn allgemeinen und rar wie ein wässer Rabe im weiten Reich der hohen Politik. Es spricht hier die menschlichen Quafitaeten des US- Staatschefs Dwight David Eisenhower, dass er seinen Freund und Aussenminister John Foster Dotes bei jeder sich bietenden Gelegenheit schuetzt und stuetzt. Aber es darf im White Hnuse nicht um private Gefuehle gehen, wenn weltfuehrende Freunde von Eisenhower, unseren Planeten an den Abgrund einer unermessfichen Katastrophe draegen. Da die USA sät langen Jahren die (im Jahre 1823 geschaffene) Monroe - Doktrin nicht mehr anwenden, und das Weisse Haus sich in immer staerkerem Umfange anmasst, «Se Weit nordamerikanisch zu politisieren, so muss sie die Kritik eines jeden verstandesfiefien und friedliebenden Weltbuergers in Kauf nehmen, insbesondere die der unabhaengitgen Presse. II Roosevelt, Truman und Eisenhower; drei Maenner, drei Charaktaere und Qualitaeten! Es duerfte nun klar liegen, dass der menschlich so liebenswerte Eisenhower, von den genannten Praesidenten der schwaechste ist. “Ike” ist Militaer und er waere sicher auch ein guter Praesident in weniger komplizierten Zeiten, als die unseren sind. Aber eben fuer diese Zeiten rächt sän politisches Format nicht aus; eine Zeit wie die jetzige, braucht an der Welt - Regierung andere Maenner als Eisenhower! Das nordamerikanische Volk erkennt den Fuehrungsmangel im Weissen Haus immer mehr, was am eklatantesten im Verf all der “Republikanischen Partei” zum Ausdruck kommt, die bei den kommenden Wahlen sicher nicht aufs neue den Praesidenten-Sessel erobern wird. III Die heutige Washington-Politik zeichnet sich keineswegs durch Weitklugheit aus; sie bringt der Weit immer neue Erschuetterungen und Spannungen, sie spielt mit Feuer im Pulverkeller. IV Was jetzt Washington sich gegenueber Peking leistet, VI Peking, welches ungefaehr 700 Millionen Menschen repraesentiert, zu den wichtigsten Laendern der Welt zae-hlt, Ausserordentliches in letzter Zeit in soziologischer und oekonomischerHinsicht leistete, ein gigantisches Land welches kraftvoll nach oben strebt — fct “offiziell” fuer Washington “nicht vordemoch nicht ueberwerten, da I ho wer solten endlich einsehen, die beiderseitigen Angriffe nicht dass verlorene Positionen in gestoppt werden konnten, und Nah-Ost und Fem-Ost nur zu befuerchten bleibt, dass diese schwer wieder zu gewinnen Botschafte r-Besprechungen sind, und wenn ueberhaupt, dann grundlegend keine neue Lage mit einer grundlegend .anderen schaffen werden.! Politik, als sie heute Washing- Die Femost-Situation ist dra- I ton anwendet mattsch und bleibt mit Span- : Das Kluegste waere, wenn nungen geladen.; die USA die Intransigenz gegen- Washington spielt mit dem | ueber Peking revidieren wuerd« beweist eine politische Sturheit, j handen”, da es weder mit Pej Feuer, wenn es sich in die so , und ach endlich entschhessen die zur Wettkatastrophe fuehren! king-China diplomatische Bezieueberaus heikle China - Frage j koeimten, das China von Mao muss, wenn dieser politische | hungen unterhaett, noch (auf i .aktiv änmischt, sich m Dinge \ I se Tung, in den Vereinten . ' Einspruch der USA) Mitglied der einlaesst, die ausserhalb seines j Nationen aitfnehmen zu lassen schneSstens Amok-Lauf nicht gebremst wird. An der 6 1/2-Miflionen Quadrat-Kilometer grossen chines3sehen Terrain-Mauer haben sich schon viel« kriegerische Legionen verblutet -- werden die “Schutzritter fuer demokratische Tugend” die Soldaten der USA, die naechsten Opfer sän?.. Anti-Kommunist Dulles will “Vereinten Nationen” ist. Diese Isolation und Ignorierung des Westens macht Peking in seinen Entschluessen frei; es hat keinen Anlass gegen das feindliche Nordamerika, welches ihm andauernd Schwierigkeiten bereitet, Rücksichten zu nehmen. Hier zeigt sich das voellige Versagen der DuMes-PoÜtäk, die So wie die Nah-Ost-Politik j Meinung hat das von Mao Tse i Fronten, Unionen im Jahre der USA zu einem absoluten Tung beherrschte chinesische 11958”, nach welcher 65 Koüek- Misserfolg wurde, ,so wird auch | Festland einen natürlichen Ansj tivpakte die Zusammenarbeit die Fem-Ost-Politik der Herren i pruch auf das national-chinesisj der 103 in West und Ost als Kompetenz-Gebietes liegen soll- Grosszuegigkeit und Grössten. Was die USA z.zt. in der! mut sind noch immer die besten Formosa - Strasse unternimmt, j diplomatischen Waffen, die sich sind Einmischugen in interne ¡ auch in dieser Front bewaehren chinesische Angelegenheiten, die j 'vuerden. derart weit gediehen sind, dass IX es zu einem Kampf zwischen den i Die politischen Hochspanbeiden China-Gebieten kommen j nungen werden erzeugt durch muss, an deren endgueltiger I die Block-Bildungen. In diesen _o __ ___ _, Konstitution die USA aber kaum ' Tagen erhielten wir von dem es nicht verstanden hat, den geeinen wesentlichen Beitrag zu; Informationsamt der deutschen wattigen Machtblock Rot-China i leisten imstande sän duerften. j Bundesregierung äne interes- Tschiang Kai-shek Schuetzen, j unter UN-Kontrolle zu bringen.! Nach unserer persoenlichen | ^juite Statistik ueber “Pakte, einen Mann und ein System, um dessen Verteidigung jeder Blutstropfen eines US-Soldaten zu schade sän sollte. Der nationa- I'stiche Generalissimus repraesentiert ein faules, dekadentes, korruptes System, welches zeitgeschichtlich zum Untergang verurteilt ist Der Herr von Formosa ,ein Erzreaktionaer, von militaeriscliem und nationalistischem Ehrgäz besessen, der vor neun Jahren vom chinesischen Festland vertrieben wurde, wird nie wieder Machthaber der chinesischen Nation sein koennen„ da er nicht der Mann des Volkes, sondern nur der äner macht und profit-gierigen Clique ist. Aber leider fragt ja erfahrungsgemaess das US-Aussenamt nicht danach, was Voelker wuenschen, sondern nur danach, was ihm ins politische Konzept passt. Damals kaempften unter furchtbaren Leiden US-Soldaten fuer den nationalistischen Sued- Koreaner, Singman Rhee, mit dem Erfolg, dass es auch dort ' in Kuerze zu neuen und verbitterten Kaempfen zwischen Nord- Der gewaltige Mangel an ¡ und Sued-Korea kommen wird; bedeutenden politischen Koepfen in den USA hat sich in letzter Zeit viele Male erwiesen und das Bedauern verstaerkt, dass bä der letzten Wahl nicht der ausgezeichnete Staatsmann, Adlai E. Stevenson, an das Ziel gelangte. heute ist Tschiang Kai-shek der hochfavorisierte Freund Nordamerikas (besser gesagt: derUS- Regierung). dem sie en masse Waffen, Menschen und Propaganda Material schicken, und dadurch seinen aggresiven Groessenwahn unterstuetzen. che Gebiet in Formosa, beson-; souveraen anerkannten Regierders da sich dort Peking-feind- ' ungen beeinflussen, liehe Waffen tuermen, dort gej Dieses Pakt-System wurde wattige Heeres-Kontingente ents-1 zu einem permanenten Unruhetehen, die eine ernste Bedrohung j herd, der nicht den Frieden fuer das kommunistische China sichert, sondern Komplikationen darstellen. : schafft, die sich eines Tages in Durch eine fluchwuerdige kriegerische Aktionen ausloeseo Blockbildung stehen heute zwi-. muessen. sehen Peking Moskau und Was-! Die Respektierung der “Nichhington; recht und links forrnieteinmischung” muss internatioren sich Kolonnen zum Wettlauf; nal zu dem wesentlichen Gesetz um den Sieg. von souveraenen Nationen Um einen Sieg? ln einem erhoben werden, atomspeienden Krieg duerfte es Hier haben Iatänamerikaniskeine Sieges-Lorbeeren geben! ¡che Staaten vorbildliche Pio- VIII " nierarbät geleistet: 17 latein- Dieses Wissen um den ka- I amerikanische Laender beschtastrophalen Ausgang eines : lossen gegen jede Entschliessung Grosskrieges in unserer Zeit ■ vor der UNO zu stimmen, die duerfte aggressive Worte offen der stillschwägend einer schliesslich zu vemuenftigen Macht das Recht zuerkennt, in Taten wandeln. das Gebeit äner anderen Na- Es ist zu hoffen, dass weder tion Truppen zu entsenden, auch der Kreml noch das Weisse Haus wenn es sich darum handelt, sich derart in eine Prestige-Poäne innere Rebellion zu erlitik verrennen, dass sie aus diesticken. sem “Kalten Krieg” keinen Diese Worte die kategorisch Dulles und Eisenhower zu einer politischen Katastrophe fuer die Vereinigten Staaten von Nordamerika werden. Aber es geht hier um mehr, als um den Verlust von Prestige! VH Die USA haben unmissverstaendlich erklaert: wer Formosa angräft, greift die USA an. Die UdSSR erklaerten darauf: wer Volks-China angräft, greift Sowjet-Russland an! Grosse Worte von Moskau oder Washington her, sollten uns nicht unbedingt verwirren, ln letzter Zdt stand man schon oft am Rande dnes Krieges, der gluecklicherweise dann doch nicht ausbrach. Wer kennt die Wirklichkeit im grossen politischen Weltspiel? Es ist durchaus mioeglich, dass Peking die militaerischen Aktionen gegen Formosa anordnete, um die Nerven (und das Prestige) seines grossen nordamerikanischen Gegners zu erschuettem - und aus der USj andern Ausweg mehr wissen, jede Nervositaet politische Vorteile e'mzuhandeln. Und gewisse Vorteile konnte Peking auch buchen, da sich die USA bequemten (ueber Polen) Verhandlungen wegen Bdlegung des Konfliktes zu akzeptieren. Aber erledigen waere. diese schoene Gesten sollte man Die Herren Dulles und Eisen- Einmischung fremder als den “Heissen Krieg” zu ins- Maechte in innere Angelegentaffieren. Die Gefahr besteht heiten ablenhnen, sind wunderbar tatsaechlich. und dies bei einem klar. Mit dieser Entschliessung internen Anlass, der ohne Einlateinamerikanischer Nationen mischung fremder Maechte, wurde gegen einen Machtmisssehnell und relativ unblutig zu brauch protestiert, der die (Fortsetzung Seite 2) VOR IHRER REISE informieren Sie sich in der Agencia COPACABANA! Hotel CopaoabanO

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