Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 186-188 (10.9.1958)
- Date
- 1958-09-10
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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“DAS ECHO” Página Siete 10. September 1958. EINE MAHNUNG ZUM JAUM KIPPUR von Rabbiner Dr. Winter — Montevideo. Als der Hohepriester Aharon zum ersten Male an den Altar hintreten sollte, um das Opfer darzubringen, da bebte er und seine Kniee wankten, denn es schien ihm, als erhebe sich am Opferaltar die Gestalt eines Stieres. Vor seine Seele stieg die Suende auf, dass er einst dlasj ihm anvertraute Volk in der Abwesenheit Moses zum Stierdienst Aegyptens mitverleitet hattej. Die Suende des goldenen Kalbes stand wie ein bedrohlicher Schatten vor Aharon, er fuehlte sich unwert. Diener G'ttes zu sein. Mose beruhigte ihn und sprach: Du hast keinen Grund, noch ferner zu zittern vor der Erinnerung an diesen Abfall, eilte zum Altar, bringe dein Suehneopier und erwirke Versoehnung fuer dich und dein Haus, und sodann bringe das Opfer des Volkes und suehne such sie. Wie edel ist die Gestalt des wegen seiner Suende bangenden Hohepriesters. Wie leicht vergessen die meisten Menschen ihr Unrecht, wenn es die Welt vergisst. Es ist eine Erfahrung des taeglichen Lebens: auch diejiengen, die noch etwas Hoeheres kennen als die Furcht vor dem Strafrichter, lockt oder schreckt oft leider nicht das eigene innere Rechtsbewusstsein oder die Abscheu vor der Suende sondern das Verlangen nach Ehre, oder die Sorge, sie zu verlieren. Wie wenige waeren gut, wenn sie nicht fuerchteten, ,vor den Menschen ehrlos dazustehen. Das zeigt auch die Weltgeschichte im Grossen. Maechtige halten sich durch die Regeln der Moral oft nicht gebunden, denn die Masse, die von ihrer Gunst lebt, wird ihnen die Zeichen der Achtung und Ehrerbietung auch dann nicht versagen, wenn das Gebot der Moral ihrem Belieben weichen muss. Wieviele gibt es, fuer die die Mahnung der Pflicht auch da noch mcechtig ist, wohin das Auge des Naechsten nicht reicht, deren Gewissen auch dann noch die eigene Schuld merkt, wenn sie die Menschen laengst vergessen haben. Ein Denker der Neuzeit spricht von zweierlei Moral, die er geschlossene und ¡offene Moral nennt. Die g esch- 1 o s s e n e Moral besteht in einem von der menschlichen Gesellschaft ausgeuebten Druck, .und die ihr entsprechenden Handlungen werden automatisch, instinktmaessig ausgefuehrt. Faellt der Druck, wird sie verlassen. Die offene Moral ist eine menschliche und persoenliche MoraL Sie besteht nicht in einem Druck, sondern in einem Ruf. Sie bleibt un im Menschen auch ohne Druck der menschlichen Gesellschaft. Aharon gehoert zu den Verfechtern der offenen Moral. Die Suende des goldenen Kalbes ist laengst vergessen, ja von G'tt vergeben. Aber die Stimme seines Gewissens k cnnte nicht verstummen. Mitten in seiner hohen Taetigkeit am heiligsten Tage des lahres sieht! er dias Goetzenbild, das er verhelfen hatte mit zu schaffen. Keiner klagt ihn an, aber sein Herz ist bekoemmert. In diesser Verfassung bringt er sein Opfer fuer sich und sein Haus, und G'tt verzeiht. Ueberpruefe/n wir im Innersten unseres Herzens am Jaum Kippur alle unsere Schuld, auch wenn keines Menschen Anklage uns beschwerlich werden kann. Durch jenes echte Reuegefuehl, das sich vor G'tt anklagt, wird uns Vergebung zuteilwerden. _ LA PAZ I ■BflflBflBBBflBBflBBflBBBBflBflBflflBBflaBflflBBBBBBBBBBBBBBBBBflBBBBBBBBflBlBBBBBBBBBBBBBBBBfiBflBBBBBBBBflBBBBBBBBBBBBBBBBlg| ■ Confecciones DEL GENTLEMAN” ■ MAYFAIR LTDA. COMERCIO 467 TELEF. 3013 Desea cordialmente un feliz año nuevo a todos sus amigos y conciudadanos judíos bolivianos! i ABRAHAM MOSKOWITZ UND FAMILIE i » ■ Wuenscht seinen Freunden und Bekannten recht viel Glueck zum Neuen Jahr! IBBI : Lavandería “VIENA” [ BERNHARDO MICHELSOHN Foto - Atelier “KAVLIN” ARTURO PAKUSCHER Gratuliert herzlichst Freunden und Kundei zum neuen juedisehen Jahr! Wuenscht der juedisehen Gemeinschaft Boliviens ein zufriedenes Jahr! g ABRAHAM & NORBERT MUENZER g ■ ■ 5 WUENSCHEN DEM JUEDISCHEN VOLK 5 5 S ■ IN ALLER WELT ALLES GUTE! S BRUEDER Ing. ALFRED und hg. ERWIN NOSSIG Wuenschen aufrichtigst dem Jischuw Boliviens und dem Staat Israel ein Jahr an Erfolgen! Joyería “PREMIER” PASCHKUS & BALBflRISKY CALLE POTOSI 244 desean a todos sus amigos personales y clientes israelitas: Leschono Tauwo! IBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBI Casa de Modas “MODERNA” ALBERTO PASCHKUS UND FRAU CALLE COLON 463 Senden Gruesse und Gleuckwuensche an Freunden und Kunden aus Anlass des Jahreswechsels! ■■■BIBHBBHBBBBBBBBBBBaBHHBBlBBBBflBlBBBBBBBBBlBBBBBBI