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Das Echo · 1958-08-20 · 185 (20.8.1958) · p. [Seite 5]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
185 (20.8.1958)
Date
1958-08-20
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German
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»A—í.,. 5. w£> 4 $ E C H 0” 9» 20. August 19SR EINE INTERESSANTE ECHO-UMPR A^e Fortschrittes Die Ereignisse im Libanon, t die Revolution im Irak, d«e Gaerung in andern arabischen Reichen hatten zur Folge, dass sich grosse Teile auch von sonst apolitischen Menschen mit den Problem, die im Nahen Osten gelagert sind, beschaefticrten. Die Echo-Redaktion befragte 10 Menschen in La Paz, welche Meinung s<e zu dem Nahost-Problem haetten; es sei unseren Lesern gegennueber nicht verschwiegen, dass wir mit unserer Arbeit ein ziemliches Fiasko hatten, da diese uns gegebenen Antworten recht wertlos waren. Drei Antworten jedoch waren so, dass wir diese unseren Lesern oiittel'en wo’len. EIN ARABISCHER KAUF¬ MANN: Die politische Kraft von Nasser Ist so gross, dass sie die arabischen Nationen zur Besinnug ruft. Ich bin davon ueberzeugt, dass die “Vereinigte Arabische Republik” die Zukunft haben werde, die sich unser grossen arabischer Fuehrer erhofft, nacmlich, dass nach und nach alle arabischen Nationen sich unter der genialen Fuehrung von Praesident Nasser vereinigen werden. Aber ich glaube, dass dieses Pan-Arabieu erst dann entstehen wird, wenn der Krieg gegen den Unruheherd Israel gefuehrt wurde; dass dieser Krieg diesesmal zu einem vollen Erfolg und zu einer endgueltigen Niederlage Israels fuehren wird, davon bin ich und meine Freunde ueberzeugt. Nach diesem Sieg, wird es ein geeintes Arabien geben, welches sich zur machtvollen Groesse entwickeln wird. EIN BOLIVIANISCHER REDAKTEUR: Der Komnlex Nahost ist fner den Aussenstehenden undurchsichtig, doch glaube ich, dass die arabischen Nationen viel schwaecber sind, als sie erscheinen wollen. Der Kommunismus und der Faschismus duerften fuer noch laengere Zeit dort die politischen Zuegel in Haenden halten, dagegen duerfte die Demokratie im Nahen Osten fuer geraume Zeit ausgetilgt sein. Wenn Sie mich fragen, was ich von der Zukunft der arabischen Leander halte, hier die Antwort: Nur wenn die arabischen Laender Israel anerkennen und mit diesem Lande gemeinsam arbeiten, werden sie sich wirklich entfahen koennen. Eine Feindschaft mit Israel zermuerbt und enteinigt die arabischen Nationen, mit einer Freundschaft von Israel aber, steigen ungeahnte Moeglichkeiten der Entwicklung fuer den gesamten Nahen Ost<>n auf. ETN ARABISCHER STU¬ DENT: Wenn mein Herz auch fuer die arabische Seite schlaegt, so habe ich mich doch bemueht, die ewige Nahost-Krise objektiv zu beurteilen. Tch bin der Meinung, dass der (tiedische Staat verschwinden muss, wenn die arabischen Laender weiter existieren wollen. Die etzten Revolutionen im Irak und im Libanon beweisen, dass die israelische Propaganda Unruhe und Unzufriedenheit säet. Israel entwickelt sich zu einem grossen und modernen Staat, der mohammedanischen Interessen nicht liegt. Viele Araber Sehen in Israel eine neue soziale Verheissung,, die sie ungehorsam gegen arabische Autoritären macht. Die arabischen Laender haben ihre eigene, festgefuegte und unzerstoerbare Mentalitaet, Israel aber hat andere, westliche Auffassungen, die wir nicht moegen, und die nicht in unser Gebiet passen. Der sogenannte Fortschrit in Israel bringt uns in Noete, daher muss Israel wieder ein rein arabisches Palaestina werden. * Soweit die Aussagen, die wir in exakt deutscher Uebersetzung brachten. Besonders interessant und aufschlussreich erscheint uns das geistige und politische Format des arabischen Studenten; wahrscheinlich spricht dieser junge Araber das aus, was ihm sein Vater von Kairo her berichtet. In jedem Falle decken sich im Prinzip die anti-israelischen Ansichten des aegyptischen Studenten mit dem des arabischen Kaufmanns Die studentischen Ansichten sind aber auch in anderer Hinsicht beachtenswert, da diese ein klares Schalaglicht auf einen arabischen Fanatismus werfen, welcher stur in der geistigen Welt des Koran existiert, und alles abweist, was nicht islamisch ist. Fortschritt und Modernitaet erscheinen dem durchschnittlichen arabischen Geist als etwas Mephistophelisches. Wir glauben aus -dem Gesoraech mit dem jungen Araber mehr entdeckt zu haben: naemlich die Feindschaft des arabischen Feudalismus gegen den israelischen Sozialismus; hier duerften die wahren Hintergründe gegen den arabischen Anti-Israelismus liegen. Reiche Araber befuerchten, dass durch das fortschrittliche Israel radikale soziale Reformen notwendig werden, die es zu verhindern gilt, da die arabischen Feudalisten nicht daran denken, sich ihren gewaltigen Besitz schwaeiern zu lassen. Auf der andern Seite duerfte es sicher sein (und das wurde uns auch hei einem Teil der hier nicht registrierten uebrigen sieben Stimmen bestaetigt), dass der Wunderglaube an den “Fuehrer Nasser” stark ist, der die nationalischen Gefuehle der Araber naehrt. * Diese drei Aussagen beweisen in Wirklichkeit kaum etwas ueber die wahre arabische Stimmung dem Israel-Problem und dem Nasser- Faktor gegenueber, sie sind dennoch als Individual - Meinnung wertvoll, und lassen gewisse Sch- 1 uesse zu, lucusta. ande Blick in dU Unterwelt Ir der Stadt Wuppertal ist dieser Tage «Das Tagebuch dfrf Anne Frank» zur Auffuehrung gekommen. —- Die Plakate, die an den Anschlagsaeulen angebracht worden waren, sind von natuerlich unerkannt entkommenen, mit antisemitischen Gemeinheiten verschmiert worden. Auf den Plakaten konnte man unter anderem lesen: «Es sind noch zu wenig Juden in den Rauch gehaengt worden.» «Nieder mit den Schmarotzern am deutschen Volk» und «Tod den Juden-Schweinen». .. In der Naehe der Tatorte fanden sich hektographierte Zettel, auf denen zu lesen war: «Das Dritte Reich» hat versucht, die Judenfrage nach bester Manier zu loesen. Leider war es durch humanitaere Hemmungen veranlasst, nicht aus seinen Erkenntnissen hundertprozentig die Konsequenzen zu ziehen. So ist es bedauerlicherweise einer groesseren Anzahl von Hebräern gelungen, der gerechten Bestrafung zu entgehen und sich wieder schmarotzend und aussaugend am Koerper des deutschen Volkes einzunisten. Das neue nationale Reich, das kommen wird, muss dieses Problem in radikalster Manier und ohne jede überflüssige sogenante menschliche Regung zu loesen wissen...» Am Schlüsse dieses Kotergusses anonymer Sadisten fand sich der obligatorische nationalsozialistiche Schlachtruf: «Deutschland erwache — Juda verrecke!» Es hiesse natürlich den Kretins, die diese Sudelei Verfasst haben, zu viel Ehre antun, wenn man sie, was sie sicherlich hoffen, ernst nehmen würde. -—. Aber die Tatsache, dass derartige Unholde noch ln voller aktiv-politischer Frische in Deutschland anzutreffen sind, beweist, welch herku'ische Erziehungsarbeit noch 2u leisten sein wird, um aus der Abart Bestie, die noch immer im deutschen Naturschutzpark siedelt, menschenaehnliche Geschoepfe zu machen. Kurt Kaiser-Blüth, Nationalismus in Deutschland Der stellvertretende Chefredakteur der Rheinischen Post”, Dr. Christoph Freiherr v. Imhoff, berichtete, dass in den mit Wiedergutmachungsfragen befassten Bundesministerien in den letzten Monaten Waeschekoerbe voll antisemitischer Drohbriefe eingegangen seien. Aehn'iche Erfahrungen machten die Rundfunkstationen und die Zeitungsredaktionen. Dr. von Imhoff zitierte eine Wahlkampf reportage ahs Nordrhein-Westfalen, in der gesagt wurde, von den Rednern saemt-licher Parteien sei zu erfahren, dass in diesem Wahlkampf zum erstenmal nationalistische Instinkte in groesserem Ausmass spürbar würden. Bei Appellen an nationalistische Instinkte sei der Beifall sicher. Friedensnobelpreis für Rudolf Hess? Eine deutsche Zeitung («Der Reichsruf») macht allen Ernstes den Vorschlag, dem einstigen «Stellvertreter des Führers», dem Kriegsverbrecher Rudolf Hess, für seine Verhandlungen mit englischen Kreisen im Jahre 1941 den Friedensnobelpreis zuzusprechen. Dass gewagt werden kann, mit solchen Ideen an die Öffentlichkeit zu gelangen, kennzeichnet die psychologische Situation in gewissen deutschen Kreisen. “La Metálica” 1 P I N KU S B. ASPIS Die leistungsfaehige Fabrik fuer Damen - und Herren - Konfektion Spezialitaet: Regenmaentel. España 162 - 170 — COCHABAMBA Casilla Nf 435 H

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