Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 182 (27.4.1958)
- Date
- 1958-04-27
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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TZTr^^c^rr^z :,.' ^Í Y1' •íí'vl-J .WiiSiÍ; 8 — ^saeafcj DAS ECHO 27. April 1958 Das Tagebuch Das lang erwartete Theaterereignis fuei La Paz wnrde nun realisiert. “Das Tagebuc der Anne Frank”, welches zu einem Welterfolg ili der Theaterwelt wurde (und allein in Deutschland mehr als 2000 Aufzehrungen erlebte), hat nun auch unser Publikum angesprjchen gepackt und erschuettert. Worauf basiert dieser beispielose Erfolg des “Tagebuchs“? Dramaturgisch betrachte?, weist dieses Stueck eine Reihe von Maengeln auf, sowohl in seiner dramatischen Struktur; als in der Scenenfuehrung; literarisch betrachtet ist dieses Stueck weder eine Dichtung, noch eine ueberraschende oder eigenwillie ‘cder sinnlich — aesthetische Kunstform. Das Stueck von der Anne Frank ist (nach streng dramaturgischen Masstaeben gemessen) weder Schauspiel noch Tragoedie. Dennoch ist Anne Franks Tagebuch ein Werk, welches jeden Besucher in seinen Bann schlaegt; ihn innerlich nicht los laesst, aufwuehlt und zum Nachdenken zwingt. Dieses Stueck zieht seine dramatische Substanz aus der Reinheit seiner Aussage, durch eine Simplizitaet; die zum Miterleben | zwingt. Hier liegt der schlichte Bericht einer I 13—jaehrigen vor, die nicht verspielt “Litera- { tur“ formen wollte, sondern Schrift gestaltete, l die sie durch erschuetterndes Erlebnis, Zeile * um Zeile reifen liess. Hier liegt ein humanes j Dokument einer inhumanen Zeit vor, welches | einen Leidensweg aufzeichnet, den Millionen von Juden unter der Nazibarbarei zu gehen geswungen waren. » Der Erfolg des “Tagebuchs“ wird erktaer lieh, durch die Spontanitaet des Ausdrucksemp findens, einer hassfreien Qual, durch die Objektivitaet der Schau. In der Unpathetik des Wortes, der scheuen (und doch treffsicheren) Anklage, liegt die Groesse dieses Werks. Das routinierte Dramatikerpaar Goodrich und Hackett machte aus den Tagebuch - Eintragungen der Anne Frank ein Theaterstueck von grosser Wirkung. So ein sicherer Kassenmagnet dieses Werk ist, bietet es doch derartige regietechnische Tuecken und Bezetzungs ' Schwierigkeiten, dass manches professionelle Theater davon Abstand nahm, dieses: Stueck Anne Frank Licher ist die Leistung von Dr. Zlaty, der es un.einommen hat, dieses Stueck hier aufzufueh ren, mit einem Ensemble; welches er zusam menstellte. Die meisten der "Darsteller standen das ei’ste Mal. auf einer Buehne, aber alle Darsteller waren von dem Ernst der gestellten Aufgabe durchdrungen, ebenso von einem Spiel — Enthusiasmus, der den Erfolg der Auffuehrungen gewaehrleistete. Die grosse Ueberraschung des Abends war die Anne von Helga Kalmanson, hier wui ae eine geradezu ideale laeniirikation mit dei von ihr aargestellten Heldin’ erreicht Sallv Inster gao uie Rolle des Otto Frank mit der rierzenswaerme und menschlichen Wuerde, die diese Aufgabe verlangte. Als Frau van Daan, der “Dame der es fruener sco gut erging“, wai Alice Jochsberger reent am Platze. Den seneuen Peter gao verhalten und echt, Gera.a Sachs. Justin jochsberger als Zahnarzt Dussei war ganz die Figur, die man zu sehen wuenscu ce. Weiterhin gut am Platze: die Damen Trude Weinheber, Fuith üelsner und Liesel Linares. Alfred Weinheber (Herr van Daan) war in der dem Regisseur; den Darstellern und allen Mitarbeitein unsere Dank fuer die grossartige Theaterarbeil die hier geleistet wurde. - _ _*d,t. Grabmal des unbekannten juedischeri Nazi - Opfers Zu den bleibenden Verdiensten des “Cirulo Ir.-aelita“ in La Paz gehoert die Errichtung eines Denkmals fuer die 6 Millionen in Europa umgekommenen Juden. Diesen Juden, die ein wahnwitziges, barbarisches. mehr verbrecherisches als politisches System vernichtete, wurde dieses Denk mal geweiht; als Anlass zur bleibenden Ehrung luer die Toten und zur Mahnung fuer die Lebenden. Die Denkstaette ist in Ferm eines offenen Pabellon (nach einem architektonischen Entwurf ven Herrn Nolek Paker), wuerdig und schoen gagliedert und enthaelt als Zen- Rollenanlage ausgezeichnet und hatte Spielmo l™lpif ,kt symbolisches Marmorgrab, welmente, die ueber das Dilettantische heiiusrag . A?_n memoriam ten. Zu nennen waere noch Werner Schein als Seele”, die die Abgeschdie “gute christliche lossenen versorgte. Ein ganz besonderes (Lob verdient der Buehnenbiidner “Ciclón“, der eine grossartige, sehenswerte 4—teilige Buehne erstellte. aus Die sensitive Regie von Fred Zlaty holte den Darstellern das -Beste heraus. * Da es hier um ernste Arbeit ging, sei dem Rezensenten ncch ein kritisches Wort 'gestattet: Regisseur Zlaty stellte den Spielablauf zu sehr auf Moll, obwohl Dur der vorherrschende Ton haette sein muessen. Das schicksalhafte Verhaengnis; das kriechende Grauen; die Vorstufe martervollen Todes, wurde nicht klar Genug herausgearbeitet. Es gab zu viel Licht; allzu helle Toene, die nicht immer der Atmosphaere gerecht wurden. Auch die Vorhaenge haetten rascher gezogen werden muessen, da durch diese Leenaeufe manche dramatische Punkte verloren gingen. v '¡'S \iF' i Nehmen wir aber alles in allem: es waren grosse, wichtige Theaterabende, die Dr. Zlaty mit seiner disziplinierten Spielschar uns schenkte. Der veranstaltenden “Bne Berith' : de los 6 Milliones ML'tires Judíos, que fueron inmoladas por los Nazis in Europea durante los Años 1939—1945“. Dieser imposante Marmorbau» wird all die vielen Menschen anziehen, die ihre Lieben verloren haben um an dieser symbolischen Grabstaette ihrer mit besonderer Innigkeit zu gedenken. Kluge und bewegende Worte wurden von den Herren León Schaerf, Chaskel Lewin Jehuda Sicpnicki, jacobo Safirsztain gesprochen. Besonders ergreifend waren die Worte von Rabb. Friedlaender, der das Gewissen aufruettelte und zur Erziehung einer neuen und juedischbewussten Jugend mahnte. Frau Dr. Meisel — Kormes las ein zur Anteilnahme zwingendes Gedicht des israelischen Arztes Dr Schaerf. der diese formvollen deten und mit dichterischen Elan gestalteten Zeilen im Alter von nur 15 Jahren in einem deutschen Konzenrationslager heimlich und mit wurfdem Herzen zu Papier brachte. Ein gemeinsamer Kaddisch beendete diese Feier, die anlaesslich, des 15. Gedenktages des heroischen Kampftages, im warschauer Ghetto, dvrehgefuehrt wurde, eine Feierstunde die gehaltvoll war, sowohl im retrospektiven als in die Zukunft, weisenden Sinne. auf seinen Spielplan zu setzten. Um so erstaun amElK5IU=llt5llf=ltlHIII=lll2lt|=l'fsl,,=l,,=,,f=,l,sn,=,,,=,,IS,l,=,,KI,,S,,IEI,,=1,f=,U=,ll-l,l=l,,-,n£,,,3ir,il,S,ll=,ll=lll5lll2l,l!EII,=,,,5lll5,l,EI!l”"SI"^,,IE,tlSIIISII,5MI5"ISM,SII,5l,l:=mS,,l=,,l3lll:S-l,t*l,l-l3t Colegio Boliviano Israelita EL COLEGIO BOLIVIANO ISRAELITA TIENE EL AGRADO DE PONER EN CONOCIMIENTO DE LOS INTERESADOS, QUE A PARTIR DEL 7 DE ABRIL DA RA LOS SIGUIENTES CURSOS: I "'CURSOS DE IDISH II CURSOS DE HEBREO Y BIBLIA. _ * LOS CURSOS SE DARAN EN GRUPOS SELECC IONADOS SEGUN LA EDAD, 2 VECES POR SEMANA j DESPUESDE LASHORAS DE CLASE^ INTERESAD0S, DE TODAS LAS ESCUELAS DE j DE LA CIUDAD DE LA PAZ^ ISRAELITA, TODOS LOS DIAS DE 9 A 12 HORAS. ] ñ LOS ALUMNOS PUEDEN TOMAR el té en el Colegio. . J i -1I.-,ll-limil-iil“lí1=lll=lllarfII=:in=lll5lll=ll»Sin=lll=lll=HI:=»l=l"5?"l5lll5"ISIII=l"5lH5l“=HI5"IS"IS«l5IIIS“l5IIISIIiaill5llIE»IÍ III s Si i i *-■