Gross-Berliner C.V.-Post
- Journal
- Gross-Berliner C.V.-Post
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- 4 (3.9.1926)
- Date
- 1926-09-03
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Krieöe und Eintracht in 6er Gemeinde! Von Daniel Bernstein. Redakteur des „Berliner Vörfen-Lourier". Schafft Frieden und Eintracht in der Gemeinde. Darum muß die Parole sein: Liebe deinen Nächsten wie dich — selbst, wenn er Gemeindemitglied ist! Alles andere ist nur Erläuterung — lehrte schon Hillel. (Wir bringen diese launige Antwort gern, obwohl sie nicht an unsere Adresse gerichtet sein kann. Schrift!.) Aufklärung in den eigenen Rechen. Von Moritz R o s e n t h a l. Repräsentant der Gemeinde. Mir scheint, der C. 23. sollte einmal recht deutlich allen deutschen Juden klar machen, daß er nicht nur zur Abwehr des Antisemitismus da ist, sondern daß es eine seiner Aufgaben ist, bewußte Juden zu erziehen. Hierzu wird es nötig sein, unsere Glaubensgenossen darauf hinzuweisen, daß sie die Pflicht haben, sich mit ihrer Religion zu beschäftigen, daß sie das Wesen des Judentums, wie es Rabbiner Dr. B a e ck in seinem gleichnamigen Werke so plastisch darstellt, daß sie Hermann Cohens Jüdische Schriften in sich aufnehmen. Dann wird das Interesse an der Religion es nicht wieder zulassen, daß über 50 Proz. der C.-V.-Mitgl:eder bei Gemeindewahlen zu Hause bleiben, dann wird nicht Steuerscheu Juden veranlassen, aus der Gemeinde auszutreten. Sagt doch Cohen in einem Aufsatz „DieZugehörigkeitzur Gemeind e": „Die Verantwortlichkeit für das Kulturrecht der Religion ist dein Juden abhanden gekommen, der sich die Freiheit herausnimmt, aus der Gemeinde auszutreten, welche die lebendige, die einzige Einheit der jüdischen Religion ist, die hinwiederum eines der wichtigsten Medien seines eigenen soziologischen Daseins bildet. Und zu dieser Freiheit erniedrigt er sich in einer Zeit, in der seine Milieugenossen verfolgt und hintergangcn, verleumdet und beschimpft, gekränkt und unterdrückt werden. Zu dieser Freiheit erniedrigt er sich in einer Zeit, in der leinen Milieugenossen der Verdacht entgegengeschleudert und zur Entschuldigung jener „Schmach des Jahrhunderts" verwendet wird: daß die Juden in ihrem Materialismus ja überhaupt keine Religion hätten, und daß ihr religiöses Scheinleben nur die Maske für ihren Völkerbetrug sei. In einer Zeit solcher geistigen, solcher sittlichen Verwilderung kann es Juden geben, die es über sich bringen, die Gemeinde zu verlassen, die solchen Ausbrüchen des Zeitgeistes standhalten muß, — die zudem an unserer großen Zeitwende sich auf noch kaum geahnte gewaltige Aufgaben rüsten muß, die ihr bevorstehen, die sie in die Hoheit ihrer Pflichten wird eingliedern müssen." klingt das nicht, als wäre es gestern geschrieben? Bekämpfen wir „die Schmach des Jahrhunderts" durch Beschäftigung mit unserer Religion; denn „wahrlich alle Gesamtheiten der Kultur vereinigen sich in der Religion, um den deutschen Juden im innerlichsten Zusammenhänge festzuhalten mit seiner Gemeinde." Iustizrat Broünitz zu seinem 60. Geburtstag. Am 19. August d. I. trat der Vorsitzende unseres Vereins, Herr Justizrat Dr. Julius Brodnitz, in das siebente Lebensjahrzehnt ein. Allen äußeren Ehrungen abhold, verlebte der Jubilar diesen Tag fern von Berlin, so daß auch wir genötigt waren, ihm unsere Glückwünsche brieflich zu übermitteln. Wer wie wir aus nächster Nähe sein uneigennütziges und stets von reiner Liebe zur angestammten Religion und seinem deutschen Vaterlande eingegebenes Wirken für unsere große Organisation kennt, weiß, welch einen Schatz wir in diesem aufrechten Manne besitzen. Unsere Wünsche für ihn verdichten sich zu dem einzigen: Möge er uns noch recht lange in körperlicher und geistiger Frische zum Glück seiner Familie und zum Segen für die Förderung unserer hohen Ziele erhalten bleiben. Das walte Gott! N. Hbg. So mancher Freund, Verwandter oder Bekannter, von dem Sie annehmen, daß er unser Mitglied ist, fehlt in unseren Reihen. Werben Sie ihnf €. L>.-Merkbüchlein für das Jahr 1PL6-L7 56&7. Das Merkbüchlein ist, wie Dr. Bruno Glaserfeld in einem Vorwort betont, herausgegeben worden, um eine engere Fühlungnahme zwischen Mitgliedern und Central- Verein herbeizuführen. Das in Leinen gebundene, mit Bleistift versehene, ansprechende und handliche Notizbuch bringt an Illustrationen auf den ersten Seiten die Bilder des 1. Vorsitzenden des Central-Vereins, Justizrat Dr. Julius Brodnitz, und des Direktors des Central-Vereins, Dr. Ludwig Holländer, letzteres nach einer Originalradierung von Professor Erich Wolfsfeld; ferner Bilder der verstorbenen großen Führer des Central-Vereins und der drei Vorsitzenden des Landesverbandes Groß-Berlin. Aus dem Textteil sind erwähnenswert: Was tut der Central-Verein? — Hauptverwaltung und Geschäftsstelle—Hauptvorstandsmitglieder aus Groß-Berlin und dem Reiche — Aus der Gründungsgeschichte des Central-Vereins — DsutschjüdischeJugendgruppen — Jüdische Gemeinden in Deutschland — Wahlstatistik — Parteien des Reichs¬ und Landtags — Ein jüdischer Kalender — Wegweiser durch die jüdischen Einrichtungen — Ministerien — Bezirksämter in Groß- Berlin u. a. m. Aus zahlreichen Anerkennungsschreiben auch außerhalb Groß-Berlins seien erwähnt: Frau Else Dormitzer (Nürnberg): „Ich ließ mir den von Ihrem Landesverband herausgegebenen CV.-Kalender kommen, der mir ganz vorzüglich gefällt. Ich möchte nicht verfehlen, Ihnen meine Anerkennung über dies wirklich geschmackvolle und inhaltlich ausgezeichnete Propagandamittel auszusprechen." Rabbiner Dr. Braun schweig er (Oppeln): „Bei meiner Rückkehr von meiner Sommerreise finde ich die beiden Exemplare des von Ihrem Landesverband herausgegebenen Merkbüchleins vor. Ich danke Ihnen für die freundliche Zuwendung und habe das geschickt zusammen ge st eilte Büchlein mit großem Interesse durchgelesen." Das EV.-Werkbüchlein ist zum Neujahrsfest 5687 ein willkommenes Geschenk. Wer seinen Verwandten und Freunden nach alter Silke eine Reujahrsfreude bereiten will, der bestelle sofort das Werkbüchlein (Preis 60 Pf.) beim Landesverband Groß-Berlin des LV., Lmdensir. 13 (Telephon: Dönhoff 3593; Postscheck: Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin 304 72). Ich bestelle das C. D.-Merkbüchlein: Ein neues Mitglied ist für den E. B. das schönste Neusahrsgeschenk! Senden Sie durch*) Nachnahme Einsendung erfolgt auf Postscheck Central-Derein d. St. j. Gl., Berlin 30472 Exemplare E.-V.°Merkbüchlein zum Preise von 60 Pfennig Deutliche Unterschrift: 3cf? melde als neues Mitglied an: Name: Name:. Wohnort: . Straße:.. *) Nichtgewünschtcs durchsireichenl Fernsprecher für Großberlin nur: Dönhoff 3503 Privatwohnung:. (evtl. Geschä'ftsadresse) Jahresbeitrag:. Unterschrift und Adresse) des Anmeldenden: / o /