Gross-Berliner C.V.-Post
- Journal
- Gross-Berliner C.V.-Post
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- 1 (23.10.1925)
- Date
- 1925-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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dem Ausspruch eines Dortmunder Rabbiners ist der Berg von Genf die Vorstufe für den Berg von Zion. Nicht von außen, wie Etresemann es wünscht, kann der Staat von dem jüdischen Kapitalismus gerettet werden, sondern nur mit H i l f e einer völkisch sozialen Erneuerung kann Staat und Volk wieder gesunden. Hierauf ergriff RcichskLgsabgesrLneksr Nilhelm kubs das Wort zu seinem Referat: „Berlin deutsch oder j ü d i s ch?" Hube, der oft minutenlange Beifallsstürme hervorrief, führte etwa folgendes aus: Berlin fei durch die Herrschaft der Sozialdemokraten in einen Saustall verwandelt worden, den nran mit aller Macht ausmisten müsse. Die Sozialdemokratische Partei oder besser Varmatpartei hat sich durch ihre enge kapitalistische Verbindung mit internationalen jüdischen Großschiebern unmöglich gemacht. Nicht weniger gefährlich seien die Demokraten, die Partei der Groszbanken und des Börsenkapitals, kurz N e u j e r u f a l e m in B e r l i n. Die Juden dürften kein Stimmrecht erhalten, denn über die deutschen Geschicke sollen einzig und allein nur Deutsche entscheiden. Ein erhebendes Gefühl für jeden völkischen Mann sei es gewesen, als ein Mitglied des Roten Frontkämpferbundes in einer Versammlung bei der Diskussion erklärte, sie hätten es längst satt, sich von den galizischen Juden führen zu lassen. D i e D e u t s ch v ö l k i s ch e n reichen den Arbeit er n, b i e von Jude n irregeleitet und a u s g e n utz t werden, freudig die Hand. Die völkische Partei will die Arbeiter aus dem Proletariat herausziehen und sie zu freien Staatsbürgern und nicht zu Judenknechten machen. Auch aT3 entrum h a t denJuden wertvolle Dienste g e l e i ft e t. In Preußen geht das Zentruin mit Juden und Judengencsien, im Reiche mit den Deutschnationalen. Wir wollen keinen Kampf zwischen Katholiken und Protestanten, wir wollen nur den Kampf gegen Juden. Kube setzte sich dann mit den Deutschnationalen auseinander. Eine Partei, die in ihren Zeitungen, (Nachtausgabe des „Tag") auf der einen Seite den Franzosen Clemenceau verherrliche, auf der anderen den jüdischen Artisten Breitbart, kann durch derartige Taktlosigkeiten die nationale Front nicht verstärken. Wer f ü r die Befreiung Berlins von den Ketten der jüdischen Geldherrschaft i st, wer gegen die Versklavungspolitik, gegen die verjudete Schule ist, wer eine gesunde deutsche Wohnungspolitik und keine verjudete Korruptionswirtschaft, wer Berlin als deutsche Stadt erhalten will, wählt völkisch. Jüdische Deutsche in Berlin, gebt den Hetzern am Sonntag die gebührende Antwort durch den S t i m m z e t t e l. Grost-Berlmer Echo. Aus unseren Ortsgruppen. Der Central-Berein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist ein überparteiliches Gebilde. Die Stadtverordnetenwahren interessieren uns nicht unter dem Gesichtspunkt der Politik, sondern nur insoweit, als es nötig ist, völkische U e b ergriffe a b z n w e h r c n und für die Ehre und das Leben der jüdischen Berliner einzutreten. Unfere Hauptaufgabe sehen wir vor der Etadtverordnetenwahl am Sonntag darin, die jüdischen Wähler Groß-Berlins restlos an die W a h l u r n e zu bringen, um an unserem Teil zu helfen, daß die völkischen Kre.stanstrengungen mit einer 'Niederlage enden. Wir werden unseren Gegnern nicht den Gefallen tun, ihnen zu sagen, was wir während der Stadtverordnstenwahlbewegung geleistet haben. Unsere Freunde können versichert sein, daß wir nach allen Richtungen ans dem Posten gewesen sind. Wir haben bis zum Redaktionsschluß Berichte aus 34 völkischen Versammlungen erhalten, die uns rechtzeitig informierten. Auch in den O r t s g r u p p e n - Versa m m l u n g e n der letzten Wochen haben wir auf die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen hingewiesen, selbst wenn das Thema nicht in direktem Zusammenhang mit den Wahlen stand. In der Äerbandsvorstandss i tz u n g vom 8. September 1925 nahmen die Wahlen einen breiten Raum ein. In einer von Frau Sanitätsrat W r e s ch n e r und unserem Syndikus S ch w e r i n e r einaeleitcten Aussprache gab der Vorsitzende des Ccntral-Vereins, Herr Justizrat B r o d n i tz, einen geschichtlichen Ueberblick über die Wahlkämpfe in Groß-Berlin in den letzten Jahrzehnten, um dann auf die große Bedeutung auch der Wahl vom 25. Oktober ganz besonders hinzuwcifen. In der Verbandsvorstandsfitznng am 13. Oktober 1925 mahnte der Vorsitzende des Verbandes Groß-Berliner Ortsgruppen, Herr Dr. G l a f e r f e l d, in Werbt neue Mitglieder! eindringlicher Weife, daß es aller Groß-Berliner Juden Ehrenpflicht ist, am 25. Oktober 1925 ausnahmslos zur Wahlurne zu schreiten. Die vom Berliner Bureau zu leistende Arbeit wurde in den wöchentlich stattfindenden V e r b a n d s a n s s ch u ß s i tz u n g e n besprochen und gewertet. Zehntausende von roten Zetteln wurden u. a. allen Korrespondenzen und allen Einladungen beigelegt, die unsere Mitglieder aufrüttelten, für die Wahl zu arbeiten und am Sonntag zu wählen. In der Ortsgruppe Friedenau sprach am 14. September 1925 Herr Abgeordneter N u s ch k e in einer gut besuchten Versammlung über das Thema „Die Vororte als Hochburg des A n t i s e m i t i s m us". Die Aussprache, an der sich besonders Herr Landrichter Dr. Seligsohn beteiligte, war eine ausgezeichnete Unterstützung des stürmischen Beifall erntenden Referats. In der Ortsgruppe NW. im dichtgefüilten Saal des Cafe Gärtner sprach am 30. September 1925 Oberstudiendirektor Dr. Henning vor Eentral-Vereinlern und Frontbundleuten über „Der Jude i n Deutschland". Es war ein selten genußreicher Abend! Schade nur, daß nicht Tausende und aber Tausende von christlichen Mitbürgern Gelegenheit hatten, diesen Worten eines großen Pädagogen und ebenso großen Menschenfreundes zu lauschen. Weniger gut besucht war eine V e r s a m ml u n g in Neukölln am 5. Oktober 1925, in der Landrichter Dr. S e l i g s o h n über die Stadtverordnetenwahlen sprach. Unser Versöhnungstag war noch nicht genügend verklungen, um dem Kampsgedanken den gebührenden Anteil zu verschaffen. Vom 12 Oktober 1925 an herrschte Hochbetrieb im Verband Eroh-Berliner Ortsgruppen. An einem Tage oft mehrere Versammlungen. Kommissionssitzungen wechselten mit Vorstandssitzungen und Ortsgruppenversammlungen ab, die sich immer wieder und wieder mit der Frage der Befestigung der Organisation in Groß-Berlin und der Mitgliederwerbung beschäftigten. Besonders hervorzuheben ist die Vorstandssitzung der rührigen Ortsgruppe S.» SW., SO. unter Leitung ihres Dr. G r a e tz, die, wie in den Vorjahren, für das Winterhalbjahr 1925-26 für die Aufklärung in christlichen Kreisen durch Aussprachen in kleinen Zirkeln von Berufskollegen sorgen will. Zunächst werden diese Aussprachen vor Berliner Schulmännern stattfindcn. Um den führenden Männern und Frauen Groß-Berlins Gelegenheit zu geben, sich aus dem Munde eines Fachmannes ein Bild über dis Wirtschaftslage zu machen:, schaltete die Verbandsvorstandssitzung am 13. Oktober 1925 einen Vortrag des Herrn Redakteur B e r n st e i n über „Die wirtschaftliche Lage" ein. In einer Vorstandssitzung der Ortsgruppe Charlottenburg unter Führung des unermüdlichen Kommerzienrats H a m bur» ger wurde die Winterarbeit, systematische Ausdehnung unserer Aufklärungsarbeit/ beraten. Was Kleinarbeit vollbringen kann, sieht man besonders in Charlottenburg, wo die Zahl der Mitglieder von Tag zu Tag wächst. Am 15. Oktober 1925 tagte eine gut besuchte Vorstandssitzung der Ortsgruppe O ft e n, unter Vorsitz des Herrn Marcus, in der über Winterarbeit und Kleinarbeit gesprochen wurde. Besonders die Frage, wie man L i ch t e n b e r g in den Kreis der Organisation hineinziehen kann, wurde glücklich gelöst. U. a. wurde ein P ü rümste stHZrF Aussicht genommen. Das Leitmotiv der F r a u e n k u n d - gebung am 20. Oktober 1925 im Bankettsaal Rheingold war: „Die deutsche Jüdin im deutschen Volksleben!" Sämtliche Frauengruppen des CB. hatten sich zu dieser Kundgebung zusamniengcschlossen, und die Ausführungen von Frau Dorm i tz e r - Nürnberg und Frau G o I d ft e i n - Darmstadt fanden reiche:: Beifall. So sind wir in Groß-Berlin rastlos bemüht, Angenehmes und Nützliches zu vereinen und uns immer dessen bewußt zu sein, daß das Erbe unseres Eugen Fuchs „Für Deutschtum und Juden tu in" lebendigen Widerhall in immer weiteren Kreisen der Groß-Berliner Bevölkerung finden muß. Briefkasten. V e r b a n d s v o r st a n d s s i tz u n g. Die nächste Sitzung des Berbandsvorsiandes Groß-Berlin findet am 9. November im „Kaiserhof" statt. Wir bitten die Delegierten, sich diesen Abend frei zu halten, ziun.al es sich um eine besonders wichtige Tagesordnung handelt. „Das rote Haus." Eine Wahlzeitung der Deutschen Volkspartei unter diesen: Titel trägt den judenfeindlichcn „Belangen" Rechnung, indem sie einen Demokraten der Nachkriegszeit in echt deutschvölkischem Sinne zeichnet. Die Deutsche Volkspartei vergißt, daß sie durch dieses Entgegenkommen nichts erreicht: den Völkischen genügt das nicht und für jüdische Wähler ist es unerträglich. Schrifkleilung: Ariur Schweriner Lerausgeber: Verbund Groß-Berliner Srtsgrupp-cil deS kentral-VercinS, Berlin SW6K. Truck: Veieii.kdrr.c'rrei, Berlin NN2.