Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 18 (13.9.1882)
- Date
- 1882-09-13
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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20 ü DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. es heisst: ich will, geheiligt sein in der Mitte der Kinder Israels und es ist strengstens gewarnt, ihn nicht zu entweihen, denn es heisst: ihr sollt nicht entweihen nieinen heiligen Namen (3). Unsere Rabbinen haben wegen der Heiligung des göttlichen Namens die Ausübung der Sittengesetze gegen Nichtjuden mit besonderen Nachdrucke angeordnet und sagten, dass die Bestrafung bei der Nichtbefolgung derselben gegen Nichtjuden eine grössere ist als gegen Juden, weil die strenge Möralität gegen Nichtjuden eine pflichtgemässe Heiligung des göttlichen Namens ist, wie die entgegengesetzte Handlungsweise, welche das Judenthum in den Augen Andersglaubender herabsetzt, eine Entweihung des göttlichen Namens Die Beraubung eines Nichtjuden ist nach der Tosefta Baba kama Cap. 10 nicht blos in gleicher Weise, wie die eines Israeliten, sondern noch stärker verpönt, insofern sie eine Entweihung des göttlichen Namens involvirt, welcher als der schändlichste Frevel gilt; schwerer, weit schwerer zu sühnen als irgend eine andere Missethat, denn hat Jemand, heisst es in der Mischnah. Joma 86, sonst ein Verbot übertreten und Busse gethan, so bringt der Versöhnungstag ihm die Sühne; wer sieh aber der Entweihung des göttlichen Namens schuldig gemacht, hat an der Busse am Versöhnungstage, ja selbst an den Leiden noch nicht der Sühnemittel genug, der Tod erst tilgt sein Vergehen. Folgende Erzählung kennzeichnet die Ethik im Judenthume gegen Nichtjuden: In Jeruschalmi wird erzählt: Simon b. Schetach ernährte sich kümmerlich mit Flechtarbeit. Ais ihm seine Jünger einst von einem heidnischen Araber zu seiner Erleichterung einen Esel kauften, fanden sie an dessen Halsband einen Edelstein und riefen hocherfreut: Der Segen Gottes macht reich. Er aber fragte, ob der Verkäufer davon gewusst habe. Als die Jünger das verneinten, rief er mit Entrüstung: Ist Simon ben Schetach etwa ein Barbar V Den Esel kaufte ich, nicht aber den Edelstein, traget diesen wieder dem Araber zurück! In seiner Erwartung, dem Heiden dadurch Hochachtung gegen das Judenthum einzuflössen, hatte er sich nicht getäuscht; denn der Araber rief, als man ihm den Edelstein zurückbrachte. Gebenedeit sei der Gott des Simon ben Schetach dir gepriesen sei die Religion, welche zu solcher Gewissenhaftigkeit anleitet wie Simon sie kundgegeben. (Fortsetzung folgt.) (8) Maimonides Jesode Hathora 5. a (4) Bab. Meziah 11. 5. Debarim rabba cap. 3. Biographie von S D. Luzzalto. (Fortsetzung) - VI. Anhang. Bemessungen der Durchmesser und Krümmungen des Kopfes von S. 0. Luzzatto, vorgenommen von Prot. Ludwig Brunetti und vom Dr. Marcus Osimo. Umfange und Krümmungen. I 1. Der Umfang der sich an dem Gypsabdruck an der Basis findet, und welcher die Protuberantia oecipitalis, die stark hervortretend ist, durchstreift, und längs den oberen Rändern der beiden Orbita läuft, d.h. längs der Augenbrauen auf dem mit der Haut versehenen Kopfe betrug 57 Centimeter. Die Hälfte dieses Umfanges. d.h. von der Hälfte der Protuberantia occipitalis bis zur Hälfte desRaumes zwischen den Augenbrauen, beträgt 28Vi? Cm. folglich ist der Kopf ein symmetrischer. Der Umfang m Gyps, der die Schödelwölbung dar-! stellt, beträgt 55 Cm. 2. Der Umfang, von dem vom 1. Umfange 4l/, Cm. früher, und 4 Centimeter später genommen wurden, u. z. auf dem mit der Haut bedeckten Kopftheile beträgt 58*5 Cm., auf dem blossen Kopfe (ohne Haut) 55'5 Cm. | 3. Der Umfang von der Protuberantia occipitalis bis Glabella längs der Pieilnaht, dh. die Schädelwölbung von rückwärts nach vorne auf dem mit der Haut bedecktem Kopfe beträgt 37 Cm. Der entblößte Schädel allein hat 319 Cm, während der in Gyps nur 33'8 Cm. hat. weil in diesem jener Zug der von dem intersuperciliarem Centrum und der Nasenglabella geht, welches die Vertiefung der Nasenwurzel ist, sich.nicht findet. 4. Umfang, bemessen von dem einen äusseren Gehörgang zum anderen, parallel mit der Kranznaht, durch einen Punkt zum Scheitel gehen, vom intersuperciliarem Centrum 20 Cm. entfernt und umfassend die Dicke der Ohrmuscheln zusammengedruckt und ausgedehnt, betrug auf der Leiche 38 Cm. Wenn man die Dicke der Ohrmuscheln, die auf 1 Centimeter berechnet wurden, abzieht, bleiben 37 Cm. — Am entblössten Kopfe sind 35 Cm. auf dem Gypsabdruck sind nur beinahe 34, weil die beiden Gehörgänge sich unter dem Gypse befinden, also nicht darauf dargestellt sind. 5. Umfang, bemessen von einem Gehörgang zum anderen, ausgehend vom Scheitel um 11 Millimeter von und später correspondirend den 2 vorderen und hinteren stark ausgeprägten Theilen zusammengenommen die Dicke der beiden Ohrmuscheln beträgt 39 Cm. ohne ohne diese Dicke 37*9 Cm. Auf dem entblössten Schädel sind 35'4 Cm. in Gyps finden sich nur fast 35, aus dem angeführten Grunde des Mangels eines dargestellten Gehörganges.