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Das jüdische Centralblatt · 1882-09-13 · 18 (13.9.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
18 (13.9.1882)
Date
1882-09-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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^lo. 18 ^Sefooar (Kroatien) 13. «t>epfemfler -m^ 1882. DAS CENTRALBLATT. (ZUGLEICH AR6HIF FÜR DIE GESCHICHTE M JUDEN IM KGR. KROATIEN). Herausgegeben von Rabbiner l>r. M. Grünwald. I. JAHR GAN < Das jüdische Centraiblatt erscheint alle 14 Tage in IVj bis 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandl-men (in Belovar bei J. Fleischmann) pro Jahrgang 4 fl. Inserate werden mit 10 Kreuzern die S gespaltene Petitzeile berechnet und ausehliesslich entgegengenommen durch die Annoncen-Expedition von /. Fleischmonn in Belovar, (Manuscripte werden nicht retournirt). INHALT. I. Die Ethik des Judenthum's von Be£ Rabb. A. Roth in Siklos. — IL Anhang — VI und VII. (Schluss). — III. Einzugsrede gehalten am 23. August 1881 in Belovar. IV. Nctiz. V. MisceSlen. Über die Bedeutung der Wurzel ^^J"] Recensionen. H. Guedalla Jerusalem. — Rejoicings at Jerusalem. — David Löwy Gallerie. — Singer Isidor. Presse und Judenthum. Nachdruck nur mit VOLLER QuelienangaL-e gestattet. Grundprinzipien der Ethik im Judenthums. Vom Bezirksrabbiner A. Roth in Siklos. (Fortsetzung.) Wie der Einge- Ferner heisst es in der Schrift: borene unter euch sei euch der Fremde, der bei euch weilet; und lieben sollst du ihn wie dich selbst; denn Fremde wäret ihr im Lande Egypten (Lev, 19. 34). Jeden Menschen, wenn wir auch in dem Verhältnisse zu ihm stehen, wie wir zu den Egyptern gestanden, müssen wir lieben. Israel hatte in Egypten nichts als Druck, nichts als Lieblosigkeit, nichts als Tyrannei erfahren, daher weiss es, wie schwer der Druck und die beängstigenden Leiden auf das Gemtith wirken. Dieses erhabene segensreiche Gesetz, dass man selbst den Fremden wie sich selbst lieben muss, findet man zuerst in der h. Schrift, Fremd war in Israel Jeder, der einem andern Stamme angehörte, jede nationale Leidenschaft, jeder Wahn und Hass gegen ihn musste weichen. Schon Kabbi Akiba lehrte: Jeder Mensch ohne Unterschied wird von Gott geliebt, da Jeder durch ein himmlisches Gepräge ausgezeichnet ist. Diese erhabene Anschauung von der segensreichen Mannigfaltigkeit des Völkeiiebens, sagt Dr. Jellinek, war dem nichtjüdischen Alterthum fremd. Beschränkt und engherzig war es voll Vorurthcile gegen die Verschiedenheit der Stämme, und die Liebe gegen Fremde, die es Barbaren nannte, tvonnte es nicht begreifen, geschweige denn bewähren und erfüllen. Nur das Judenthum mit seinem einzigen Gotte schwang sich empor auf jene Höhe, von der die Völker als Aeste des einen Menschenstammes als die verschiedenartig glänzenden Edelst eine der einen Schöpfungskrone erscheinen, nur in Israel entfaltete sich die Knospe der Fremdenliebe in warmen Sonnenstrahl der allumfassenden Gottheit Endlich wird in den Worten: Ihr sollt meinen heiligen Namen nicht entweihen, die Befolgung der ethischen Gesetze selbst gegen Nichtjuden zum Ausdrucke gebracht. Die Sittengesetze auch gegen den Nichtjuden zu üben, also die strenge Sittlichkeit in Israel vor den Augen des Andersgläubigen zur Anschauung und Anerkennung zu bringen, ist zugleich Heiligung des göttlichen Namens wie das Gegentheil Entweihung. Wer auf dieser Art den Namen Gottes entweiht, wenn auch dieses nur im Verborgenen geschieht, so muss die Strafe Gottes an ihm vollzogen werden; bei Entweihung des Namens Gottes, lehren unsere Rabbinen, ist Irrthum und Absichtlichkeit ganz gleich (-). Alle Völker der Erde sollen es sehen, dass der Name Gottes über dich genannt ist und Ehrfurcht vor dir haben: in diesen Worten ist der erhabene Beruf Israels deutlich ausgedrückt. Die Entweihung des Namens, den der Israelite als Bekenner des Einen Gottes trägt, ist die Entweihung Gottes selbst. Nur wenn wir vom höchstem Gedanken allgemeinster Versittlichung durchrangen sind und gegen alle Menschen, ohne Unterschied des Glaubens, die Sittengesetze befolgen, dann ehren wir den Namen desjenigen, der alle Menschen nach seinem Ebenbilde geschaffen. Das ganze Haus Israels ist daher angewiesen, diesen grossen Namen zu heiligen; denn (>) Jellinek's Predigten 1. Theil S. 107. (2) Pirke Aboth 4. 5.

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