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Das jüdische Centralblatt · 1882-08-16 · 16 (16.8.1882) · p. Seite 191

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
16 (16.8.1882)
Date
1882-08-16
Page
Seite 191 (sequence 11)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 191 Im Talmud § 289 stellt Bensew die Regel auf, dass, wenn von zwei Hauptwörtern das zweite zur näheren Bestimmung des ersten dient, dasDH^H Fallzeichen vor jedem gesetzt wird. Zugleich spricht er dortselbst sein Erstaunen über Redak aus, der in seinem S^^fö das Fallzeichen beim ersten Worte schon für genügend erklärt. Redak dürfte sich wahrscheinlich meines Dafürhaltens auf V "DTI ^ISl 'X und 2ft DVK stützen. Siehe übrigens von Wolf Maier zu Genesis K. 32 V. 7. Tossafot Menachot 94 a. beweist, dass das Wort QPlb aucl1 weiblichen Geschlechtes ist von dem Verse 1. Sam. k. 10. Da Tossafot nicht den näherliegenden Vers H^M^ iTSÖttf "Wtfft Genesis 49-20 zum Beweise anführt, so scheint Tossafot auf Onkelos zu reflektiren der lÖPlb TVftV mit?T1HX übersetzt Vergl. Rdak und Iben Esra zur Stelle. Beiträge zum Jüdisch-Deutschen I. Von Leopold Dukes in Wien. Das jüdisch-deutsche chappen ist mit dem französischen happer in der Bedeutung fangen verwandt. Der jüdisch-deutsche Ausdruck chappen und rappen entspricht daher dem französischen happer und dem deutschen raffen, obwol auch im französischen das Wort rape in der Bedeutung „gewaltsam nehmen" vorkömmt. Auf e Chqp im e laf d. h. eine zufällige kurze Visite. Chap ist dasselbe wie happer, und laf ist das deutsche laufen. Der Ausdruck an und für sich ist sehr anschaulich. 'IH^Hw ^a^e &e" ahnt. Als Junge habe ich von einem alten Manne gehört, dass man dieses früher mit ich habe geräViselt übersetzt hat. Ein solches Wort fehlt in der hochdeutschen Sprache. Als Junge hörte ich ferner den Ausdruck rangeln „sich schlagen" es ist das englische Wort to wrangle in derselben Bedeutung II. Von Dr. M. Grünwald in Belovar. Die Interjection ojpoj die bei den slawischen Juden vorkömmt, findet sich im bulgarischen in der Form apa und im rumsenischen im Worte apoi. Das jüdisch-deutsche täte für Vater ist ein rein hochdeutsches Wort, das uns eben in täte erhalten ist; Theodor Vernaleken zählt nämlich in seinem Aufsatze; „Reihe von niederdeutschen Wörtern welche das hochdeutsche nicht besitzt" das Wort teite- Vater an. Zu jüdisch-deutschem bekuken anschauen, das von hochdeutschen begucken kommt, vergleiche man fiamändisches bekyken bekeken. Zu dem jüdisch-deutschen Sprichwort: Handelschaft is ka Freundschaft (Handelschaft ist keine Freundschaft) ist das Wort Amats vos com germans e mercats com estranys (liebet Euch wie Brüder und handelt wie Fremde) zu vergleichen. Die Redensart: Es is schon lor d.h. es ist schon bekannt geworden, kommt wahrscheinlich vom ahd. hlösen hören; der Wechsel von s und r ist ja ein in den indogermanischen Sprachen häufig vorkommender; zB. honor und honos Ehre u. sw; mein Vater Jacob \ Grünwald in Feg. Hradisch (Mähren) erklärt es aus dem hebräischen s d. h. die Sache kam ans „Tageslicht." VECENSIONEN. Dr. Joachim Jacob Unger, Rabbiner, Patriotische Casualreden. Iglau, Verlag von Anton Bayer 1881. Wenn es wahr ist das Wort des gottbegeisterten Profeten Jesaja, dass wie der Priester so des Volk, so darf wahrlich das Judenthum und der Staat ganz besonders sich zu der Acquisition des Dr. Unger als begeisterten Priester und Lehrer gratuliren. Und diesen edlen Zweck beabsichtigt der Verfasser auch mit der Veröffentlichung seiner Schriften. Der Schluss der Einleitung lautet: „Der Verfasser schliesst mit der Versicherung, dass er sich glücklich schätzen würde, wenn es diesem Buche gelänge, zur Förderung wahrhaft österreichischer Gesinnungen, zur Wahrung des ungetrübten interconfessionellen Friedens und zur Belehrung der reiferen Jugend sein Schernein beizutragen". Und dass ihm diess gelungen, mag die thematische Titelangabe der 10 Reden zeigen 1) die Grundsäulen einer wahrhaft freisinnigen Verfassung 2) das Fürstenideal 3) die Merkmale der gottberufenen Herrschermacht 4) ein erhabener Tugendspiegel 5) ein Menschenfreund von altem Schrot und Korn 6) Zwei strahlende Vorbilder 7) Das Jubiläum eines thatvollen Regentenlebens 8; der verkannte Joseph 9) wertvolle Bürgschaft 10) die Grundlagen der öffentlichen Ruhe und Sicherheit. Allen, die eine Herz und Geist befriedigende Leetüre zu haben wünschen, dh. allen wahrhaften Menschen, seien diese Predigten aufs beste und wärmste empfohlen. S. D. Luzzatto's hebräische Briefe, gesammelt von seinem Sohne Dr. Isajas Luzzatto, herausgegeben von Eisig Graeber, Przemys'l 1882. Druck von Zupnik und Knoller. I. und II. Band. Preis pro Band 3 Francs 1 fl. oo kr. Die Correspondenz Luzzatto's, die bisher in 2 Bänden veröffentlicht uns vorliegt, und welchen noch 3 weitere Bände in Kürze folgen werden, ist von so ungeheuerer Wichtigkeit für die jüdische Literatur dass wir derselben einen grösseren Aufsatz, widmen. Die Adria von A. v. Schweiger - Lerchenfeld. (Mit 200 Illustrationen, vielen Plänen und einer grossen Karte des Adriatischen Meeres. — A. Hartleben's Verlag in Wien. 20 Lieferungen ä 30 kr. 60 Pf. 80 Ets.) Das von uns bereits besprochene Werk hat nun einen tüchtigen Schritt nach vorwärts gemacht. In den vorliegenden, reich mit treffllichen Illustrationen und Karten ausgestatteten zehn Lieferungen lernen wir das Innere von Istrien, das bisher literarisch noch gar nicht verwerthet wurde, kennen, wir durchsteuern ferner den Quarnero mit seinen lieblichen Uferortschaften Fiume, Abazzia, Buccari und Porto Re und beginnen nach flüchtiger Umschau auf den Quarnerischen Inseln die „dalmatische Tour". Was uns der Autor über Zara, Sebenico, Spalato und Salona erzählt, beruht dnrehwegs auf Autopsie; die Schilderungen sind voll der lebendigsten, frischesten Detailmalerei. Es ist keine Abhandlung in grossen Zügen, sondern ein liebevolles Versenken in unendlich viele Einzelheiten der dalmatinischen Natur. Wie in dem Skizzenbuche eines reisenden Künstlers drängen sich da die Landschafts- und Seebilder, die antiken Monumente, Volkscenen u. A. m. zusammen. Wenn wir das bisher Gebotene dieses trefflichen Werkes zusammenfassen s > drängt sich uns die Ueberzeugung auf, dass das dalmatische Gestade weit mehr der Reize besitzt, als man nach den bisher bekannt gewordenen spärlichen Mittheilungen und Abhandlungen anzunehmen berechtigt war. Von

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