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Das jüdische Centralblatt · 1882-08-01 · 15 (1.8.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
15 (1.8.1882)
Date
1882-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ilo. 15 |Sel'ot)«r (Jtroatten) 1. jUtgnst -m- 1882 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. , (ZUGLEICH ARCHIV FÜR DIE GESCHICHTE DER JUDEN IM KGR. KROATIEN). Herausgegeben von Rabbiner Dr. M. Grünwalä. i L JAHRGANG. Das iüdische Centraiblatt erscheint alle 14 Tage in 1 Vi bis 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Belovar bei J". Fleischmann) pro Jahrgang 4: fl. Inserate werden mit 10 Kreuzern die S gespaltene Petitzeile berechnet und auschliesslich entgegengenommen durch die Annoncen-Expedition TOB J. Fleischmann in Belovar. (Manuscripte werden nicht retournirt). INHALT. I. Einfluss der Bibel auf Bedensarten in den europäischen Sprachen von Dr. M. Grünwald. — II. Zur Ethik des Judenthums von Bz. Babb. A. Both in Siklos. — III. Bede, gehalten von Dr. M. Grünwald. — IV. Biographie Luzzatto's. Miscellen. 1. Zur Etymologie des Wortes D^tS^p Recensionen. M. Mannheimer. Das Gebetbuch und der Beligionsunterricht. — Moritz Bermanu Alt und XeuVergangenheit und Gegenwart — Adrian Balbi's Allgemeine Erdbeschreibung. Nachdruck nur mit VOLLER Quellenangabe gestaltet. Der Einfluss der Bibel auf die Bildung von Redensarten in den europäischen Sprachen. von Dr. M. Grünwald in Belovar. So wunderlich e3 auf den ersten Blick erscheinen mag, den Etjftflusa der Confessionen in sprachlichen Dingen, als einen Hauptfactor inR'öOÄiijing zu ziehen, so wolbegründet erweist es 3ich doch, wie jeder aus eigener Beobachtung 3ich überzeugen kann, sobald wir 83 mit den kleineren und kleinsten Producten eines Dialectes zu thun haben. H. RÜCKERT. Wenn es sich um Forschungen in einer Wissenschaft handelt, die eben noch im Entstehen ist, so dürfen wir an die Darstellung keine Forderung stellen. Denn wo jeder Schritt vorwärts durch allseitige Schwierigkeiten gehemmt wird, da ist an jedem Punkte eine allseitige Umsicht und Arbeit nöthig, und man kann nicht gerade aus zum Ziele vordringen wollen. Diese Worte Prof. Steinthals mögen von all denen beherzigt werden, die an die Leetüre dieser meiner Atbeit gehen. Die Bibel, dieses „Buch der Bücher", das von so vielen Generationen sachlich und sprachlich erörtert wurde, ist soweit es dem! Schreiber dieser Zeilen bekannt ist, in der Hinsicht auf! Bildung von Redensarten bis jetzt noch gar nicht untersucht. Und dennoch glauben wir, dass die Ausbeute eine ziemlich grosse, und für den Sprachforscher wie Culturhistoriker in gleicher Weise wichtig sei. (x) Denn wenn auch die Bibel (wir sprechen hier ausschliesslich vom alten Testament) von vielen Denkern unserer Zeit nicht in ihrem Werte gewürdigt wird, so können sie dennoch den Einfluss nicht leugnen, den das Studium der Bibel auf ihre geistige Entwickelung geübt. Dieser Einfluss nämlich auf unser ganzes Denken und Fühlen ist ein .0 ungemein grosser und nachhaltiger, ich möchte sagen, ein so natürlicher, dass man sich dessen nur selten voll bewusst wird. Sagt doch schon Lessing, dass die grössten Wunder durch ihre Alltäglichkeit das Aussehen der Wunder verlieren und uns natürlich vorkommen. Erst unsere jüngste Zeit mag sich des sehr zweifelhaften Ruhmes erfreuen, die Bibel nicht als Bildungsquelle benutzt zu haben. Die Wissenschaft ist allerdings für Bibelgläubige wie für Bibelleugner dieselbe, und wir wollen hier zu zeigen versuchen, dass in jeder der modernen Literaturen selbst in dm slavischen Sprachen, die eine nur nach Jahrzehnten zählende Literatur besitzt, sich der Einfluss Hier Bibel geltend gemacht u. z. in solchen Redensarten, die der Sprache erhabene Einfachheit und edle Kraft verleiht. Die Bibel ist die uns erhaltene Literatur des Judenthums, und wenn in irgend einem Literaturwerke, so kann man von der Bibel sagen, dass sie auls treueste den jüdischen Geist und den jüdischen Charakter wiederspiegele, u. z. verarbeitet, gereinigt und idealisirt in den glücklichsten Schöpfungen seiner bevorzugten Geister. (') Vgl. den Aufsatz Dr. W. Backe's: Über den Einfluss, welchen die religiösen Spaltungen auf die Entwickelung der deutschen Literatur ausgeübt, in L. Herrig's Archiv, Band 54, Seite 1—90.

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