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Das jüdische Centralblatt · 1882-07-16 · 14 (16.7.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
14 (16.7.1882)
Date
1882-07-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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v "glo. 14 -mgßefouar (Kroatien) 16. g u f t _1882. DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. (ZUGLEICH ARCHIV FÜR DIE GESCHICHTE DER JUDEN IM KÖR. KROATIEN). Herausgegeben von Rabbiner Dr. Jf. Grünvmld. \ I. JAHR GAN < ■.» Da3 jüdische Centraiblatt erscheint alle 14 Tage in ll/2 bis 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Belovar bei J. Fleisckmamt) pro Jahrgang 4 fL Inserate werden mit 10 Krenzern die 8 gespaltene Petitzeile berechnet und ausdiliesslich entgegengenommen durch die Annoncen-Expedition Ton J. Fleischmann in Belovar, (Manoscripte werden nicht retournirt). INHALT. I. Die Grundprinzipien der Ethik von A. Roth Bez. Rabbiner in Siklos. — II. Über die spanisch-portugiesischen Juden der Gegenwart von Dr. M. Grünwald in Belovar. — III. Nachtrag zur Biographie des Rabbi David Deutsch s. A. — IV. Rede gehalten von Dr. M. Grünwald. Miscellen. Y. Vorlesungen gehalten im Wiener Beth-amidrasch von Dr. M. Grünwald. — Recensionen. M. Friedlaender. Fünf Wochen in Brody unter jüdisch-russischen Emigranten. — Neunter Jahresbericht der Israelitischen Ab'anz zu Wien. — Adalbert von Keller Bericht über Entstehung und Fortgang des literarischen Vereines in Stuttgart. — Dr. A. von Helmersen. Die Religionen, ihr Wesen, ihr Entstehen und ihr Vergehen. — Pietro Perreau 1700 abbreviature. — Dr. Wilhem Münz. Die Grundlagen der Kantschen Erkenntnisstheorie. Nachdruck nur mit VOLLER Quellenangabe gestattet. Grundprincipien der Ethik im Judenthume. Vom Bezirksrabbiner A. Roth in Siklos. Die Feinde des Judentliiims suchten stets (*) das Sittengesetz der h. Schrift zu verleumden und zu entstellen, es als mangelhaft zu bezeichnen, sogar als schädlich zu deklariren. Die Vorwürfe, die man gegen die Ethik des Judenthums erhebt, sind folgende: Erstens wird hervorgehoben, dass sie den Eudämonismüs, nämlich die Glückseligkeit, als Grundlage hat, das Streben nach derselben das letzte Ziel alles Wollens und Handelns mehr zum Massstabe alles Guten und Bösen ist, mithin sie zum obersten Grundsatze der Moral dient. (') Die Charakteristik der talmudischen Ethik v. Director Dr. Lazarus im Jahresbericht des jüd. theologischen Seminars v. . Jahre 1877 Seite 25. (2) Sifre zu Deut 11. 22. Schabbath 133. b. Sola 14. a. Und wenn sich auch in der Ethik des Christenthums eudämonische Anzeichen finden, indem sie das sittliche Wollen und Handeln als ein Mittel für die Sicherung der ewigen Seligkeit darstellt, so sagen doch die Feinde des Judenthums, dass dies ein feiner Eudämonismus ist. weil er geistige Genüsse verspricht, während die jüd. Ethik auf einen groben beruht, indem er nur sinnliche Genüsse zum Zwecke hat. Dieser Vorwurf ist ein falscher, erstens, weil in der Ethik des Judenthums die ethische Natur Gottes die Moiiviwing der Sittengesetze ist. Wie Gott als der Realgrund aller Dinge, so wird er auch als der Idealgrund aller Sittlichkeit angesehen, welche er den Menschen ins Herz gepflanzt und überdies im Gesetz und durch die Profeten offenbart hat. Der Grundsatz der jüd. Ethik beruht auf das Gebot: „Ihr sollt demEwigen nachwandeln"; mit diesem h. Gebothe steht im engen und innigen Zusammenhange die Vorschrift: „Heilig sollt Ihr werden, denn ich der Ewige Euer Gott bin heilig." Die Heiligkeit Gottes wird als ein allgemeines Grundprincip für die Heiligung des Menschen aufgestellt, die einzelnen ethischen Eigenschaften Gottes als seine Wege bezeichnet, auf denen der Mensch ihm nachfolgen, ihm ähnlich werde soll! Die Heiligung ist die Wurzel, aus welcher der Baum des moralischen Lebens herauswachst, der Lebensaft, der in allen sittlichen Gesetzen quillt und sich verkörpert. In seinen Wegen sollen wir wandeln d. h. die Eigenschaften Gottes uns aneignen soweit wir vermögen, wir sollen streben nach Gerechtigkeit, weil und wie Gott gerecht ist, nach Güte und Barmherzigkeit, weil Gott gütig und barmherzig ist, unserem Sprechen und Thun den Charakter der Heiligkeit Gottes aufzuprägen. Die Nachahmung Gottes schliesst jeden Eigennutz, jedes Streben nach Glückseligkeit aus, man darf sie nicht ausüben in der Erwartung des Lohnes und der Befürchtung der Strafe, sondern nur in der idealen Auffassung, um Gottes Willen in der Bestimmung

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