Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 13 (1.7.1882)
- Date
- 1882-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9620166-9626018-9625299--149-9625300- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3io. 13 gM'otmr (Kroatien) 1. § u (i +«♦» 1882. DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. ~*~~\ (ZUGLEICH ARCHIV FÜR DIE GESCHICHTE DER JUDEN IM KÖR, KROATIEN). \ Herausgegeben von Rabbiner J)r. V, Grünwald. \ - , y J I. JAHRGANG tü*^"" . . .... _____ Das jüdische Centraiblatt erscheint alle 14 Tage in l1/, bis 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Belovar bei J. Fleischmatm j pro Jahrgang 4 fl- Inserate werden mit 10 Kreuzern die 8 gespaltene Petitzeile berechnet und auschliesslich entgegengenommen durch die Annoncen-Erpedition loa J. Fleischmann in Belovar. (Manuscripte werden nicht retournirt). ma^--~rrm. .. ^üäaagBB————. ——— i 1 ii ~ ——■ ■ i tü- ..■ INHALT. I. Die Ethik des Juda Halevi von Rabb. Dr. Srankl—Grün in Kremsier — II Biographie des Rabbi David Deutsch s. A. von Bez. Rabb. 8. Hahn in Damboritz. — III. Nachtrag zur Biographie des Rabbi Mordechai Benet von Rabb S. Hessl in Agram. — IV. Rede gehalten am 1. Schebnoth-Tage in der Synagoge zu Belovar von Dr. M. Grünwald-V- Notiz. Miscellen. VI- Eine Censurlücke im Talmud von Lic. theol. Dr. Aug. Wünsche in Dresden. 1 ßecensionen- Dr. Lic. Aug. Wünsche theol. bibliotheca rabbinica- M. V. Dott. Ascarelli, Panegirico su l'elezione d' Israele. — A. Babil's Allgemeine Erdbeschreibung neu bearbeite* von Dr. J. Chavanne. — A. von Schweiger-Lerchenfeld. Die Adria. — M. Bermann. Alt und Neu. In Sage und Geschichte dargestellt. — Kahisztosz A zsidö kerdes. Röpirat. (Die Judenfrage, eine Flugschrift). — S. D. Luzzatto Catalogue de la bibliotheque de la httörature hebraique et Orientale. — Leopold Kompert's gesammelte Schriften. — Schwabacher Dr. Stadtrabbiner Odessa. Denkschrift. — Schwabacher Dr. Stadtrabbiner Odessa. Der Kaiserpark. — Schwabacher Dr. Stadtrabbiner Odessa. Drei Gespenster Eine Zeitfrage. — Dr. Samuel Grün Rabbiner. Dem Sohne des Regenten. — Autobiographie S. D. Luzzatto. — Dr. M. Kayserling Rabbiner. Die Blutbeschuldigung von Tisza Eszlar. — Pietro Perreau. Intorno alle esposizione mistiche in liugvia ebreo rabbinica. — Idem. Intorno agli atti del IV. congresso internationale degli orientaliste. — Idem. La cantica di Salomone. Nachdruck nur mit VOLLER Quellenangabe gesiatiei. Die Ethik des Juda Halevi. (Fortzetzung) Die geistigen Gebote (riVtPÖJ)? welche durch ihren Hinweis auf das erhabene Wesen Gottes, die ihm beigelegten Eigenschaften und die ihm gebührende Verehrung den menschlichen Verstand zum Nachdenken über die höchsten sittlichen Ideen auffordern, sollen auf die Thätigkeit des Denkvermögens einwirken. Als solche bezeichnet J. H. die ersten der drei Zehngebote, der Grundpfeiler des ganzen Religionsgebäudes, mit deren ersten er auch deshalb die Darlegung seines Glaubensbekenntniss es beginnt, weil es deutlich bekundet, dasc Gott, im Gegensatze zur Anschauung der Philosophen, sich um die einzelnen Handlungen der Menschen kümmert, dass seine Blicke die ganze Welt durchstreifen, dass er die verborgensten Gesinnungen, geschweige denn unsere Reden und Thaten kennt und diese nach Verdienst belohnt oder bestraft: es sind dies Betrachtungen von der wichtigsten ethischen Bedeutung für unsere Lebensweise. (l) Von solch heiligen Vorstellungen erfüllt, wie sie uns die Befreiung aus Ägypten, die Erscheinung der Offenbarung der Schöpfung, der sittlichen Welt, ein der Erschaffung der wirklichen Welt nicht nachstehendes Ereigniss nahelegen, werden wir uns immer runu' überall bei jedem Beginnen und Unternehmen die ^unsichtbare Vorsehung vergegenwärtigen, keine irrigeAuffassung, keinen grübelnden Zweifel und kein falsches Urtheil in unserer Gedankenreihe aufkommen lassen. Unter diesen versteht J. H. die leicht widerlegbaren Einwände, welche die menschliche Klügelei, gestützt auf Scheingründe und Fehlschlüsse, gegen das Walten einer gerechten Weltordnung, gegen die Auferstehung und Unsterblichkeit der Seele erhebt. Zu den unser Denken veredelnden-Geboten gehören auch die Tefilin, die wir am Haupte, dem Sitze der Denk-und Erinnerungskraft tragen, und in denen Schriftabschnitte enthalten sind, aus welchen hervorgeht, dass Gott mit seinen Geschöpfen in inniger Beziehung steht, und die unser Sinnen und Trachten auf ihn lenken; ferner die Zizith, deren Anblick uns an alle Gl böte des Ewigen erinnern und das Gelüste des Herzens und der Augen unterdrücken soll. ('-) Besonders aber soll das Gebet auf die Reinheit und Lauterkeit unseres Herzens Einfluss nehmen. Wenn wir es mit Andacht, in Übereinstimmung der Zunge mit unserer Gesinnung verrichten, wenn es unseren geistigen Augen einen freien Ausblick in die Welt des Überirdischen eröffnet, unsere Seele zu einer blos geahnten 0) Kus. 1, 3 Ihn Esra Exod. Cap. 20 Einl. (-) Kus. 3, 11.