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Das jüdische Centralblatt · 1882-03-01 · 5 (1.3.1882) · p. Seite 59

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
5 (1.3.1882)
Date
1882-03-01
Page
Seite 59 (sequence 11)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENT H A LBLATT. ^ätizcelXen. Über den Namen Jehudi (Jude) von Bez. Rabb. Jacob Grünwahl in Mohacs Der Name Jehudi (Jude) dem Gefühle der Dankbarkeit entsprungen, unsere Stammmuster Leah nennt ihren 4. Sohn HUT indem sie sagte H PK HTX worauf schon der Talmud bemerkt (Berachotlo: Nie stattete jemand einen würdigen Dank Gott ab, bevor Leah kam, welche Stelle dahin zu interpretireh ist dass bis. zu Leah kein Mensch bf> natürlichen Erschghmugm Gott gepriesen and ihn als den Leiter der Geschicke anerkannt hat. Es hat wol Malkizedek schon früher Gott gedankt, indem er sagte: Gelobt sei der höchste Gott, der deine Feinde dir überliefert has. aber der Sieg Abrahams über die 4 Fürsten grenzte än's Wunderbare. Wer also Gott als den Weltenschöpfer und Erhalter ansieht und den Götzendienst und die Vielgötterei leugaet. kann mit Recht Jehudi genannt werden, dar er folgerichtig für jede empfangene Wolthat Gott zu danken sich verpflichtet fühlen wird. jR.ECENSIONEN. 1fr. Mt Grünwald. Bezirksrabbiuer Belovar. Druck und Verlag von J. Fleiscbmann Belovar. Offenes Sendschreiben an Sr. Hochwolgeboren Herrn Ivan Voncina Sektionsshef. im Unterrichtsministerium Agram. Es ist bis jetzt kein einheitlicher Lehrjdan für die israelitischen Schüler, die das Gymnasium besuchen, vorhanden. Der Verfasser hat sich bemüht ein Wort zur Verständigung zu schreiben, das die Mängel und Übelstände und die Mittel zu deren Beseititung darstellt. Es ist im Interesse der unschuldigen Jugend zu wünschen, dass •ämtliche Collegen ernstlich mithelfen, einmal Ordnung in dieseu Gegenstand zu bringen, denn ein Einzelner vermag diess nie und nimmer; viribus witis, der Wahlspruch unseres erlauchten Monarchen muss auch der mwre werden, denken wir wirklich daran unsere Pflicht zu erfüllen. Cr. Dr. Barzilai, Videograpa uelle Ungut semitiehe *d ilprocesso di trasformazione de'rla parola ebraica, nella equivalente .ielle varie lingue Indo-Enropee. Saggio. Tipogratia del Lloyd Austro-Ung. 1881. Esist hinlänglich bekannt, dass gerade das Gebiet der Sprachforschung ein weites Gebiet nicht nur den Fachmännern, sondern jedem denkenden Menschen eröffnet, und der Verfasser dieser Schrift der in einem grossem Werke den vollständigen Beweis der Richtigkeit seiner Ansichten über die Wurzelbedeutungen der fcebräischen Wörter erbringen will, verdient gewiss ein Recht, ohne Vorurtheil geprüft zu werden. Es ist allerdings kein kleines Wagaiss gegen die fast seit 100 Jahren herrsehende Ansicht der Sprachforscher entgegenzutreten und dem hebräischen seinen alten Rang wiedergewinnen zu wollen; wie gesagt ein richtiges Urtheil wird sich nur dann fällen lassen, wenn das ganze Werk uns vorliegen wird. Wenn ein Mann wie Dr. Barzilai ausser seinen Berufsstudien; denn Dr. Barzilai ist Dr. Juris, durch eine Reihe von Jahren seine I ' Mussestunden der Philologie zuwendet, so darf man wahrlich seine i Arbeiten, auch wenn sie gegen die herrschende Ansicht auttreten,; nicht unbeachtet lassen. Mit Recht fordert Barzilai zunächst eine! genaue Unterscheidung der Wurzelbuchstaben und der Servilbuch- | Stäben d. h. solcher, die zur Begriffserweiterung der Worte dienen sollen. Diese Eintheilung ist wol schon eine sehr alte, aber so geistreich durchgeführt, wie wir sie hier von Seite 24—40 finden war sie noch nie. />' bene travato, rufen wir dem Autor zu, und wünschen dass das ausfuhrlicJie Werk ans zwänge, das schöne Wort lunztuufügen. E cero. Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars Fraenekelscl' r Stiftung. Vorangeht: Materialien zur Entwickelung der altjüdischen Zeitrechnung im Talmud von Dr. B. Zuckermaim Breslau. Druck von S. Schottlaender 1882. Der Jahresbericht der Breslauer Seminars bringt von neuem einen Beweis seiner Lebensfähigkeit; dass mehr als 10 ihrer Hörer als! Rabbiner in Cultusgemeinden angestellt wurden. Dem Be- I richte geht eine Arbeit des weit über die Kreise des jüd. theol. Senrnars hinaus bekannteu Mathematikers Dr. B. Zuckermann voran. I Es steht uns uicht zu diese Arbeit zu recensieren, so viel aber können wir sagen, dass dieselbe abgesehen von ihrer wissenschaftlichen Leistung das Erfreuliche bietet, dass der Autor nicht nur im seinem i Leben, sondern auch in seinen Schriften dein echten Judenthurne treu bleibt, dass er uicht durch < bryectureniägerei das Gute veri schlimmbessert und das Schwierige als solches Lösung der I eines Fähigeren überlässt. Wo ihn finden müssen, wir leider fragen, da ein Kenner 'der Mathematik ja dem Talmud den Rücken kehrt. Nur eine Bemerkungen sei uns gestattet. Der allgemein verehrte! Forscher Herr Joseph Löwy in Gross Kanizsa hat in unserem j jüdische Centralblatt Nr. I. einen recht lesenswerten Artikel über den | TQJ/H 1*lD veröffentlicht nnd auf diesen machen wir unserem I hochver ehrten Lehrer, den Gott noch lange zur Zierde und! Freude des Judenthums erhalten möge, aufmerksam. hi Btr—m pn :w ptok pun isd Befestigung im Glaubt» von Rabbi Iizehak, Sohn Abrahams s. A. nun herausgegeben mit verbesserten hebräischen Texte überhaupt undodurch Benutzung correeterer Lesarten nach einem Manuscripte, vermehrt mit einer Uebersetzung iu's Deutsche und begleitet von Anmerkungen von David Deutsch, Rabbiner zu Sohrau in O-Schlesien. Zweite vielfach vermehrte Ausgabe 1873. Sohrau Selbstverlag des Herausgegebers, Breslau Commissionsverlag von H. Skutsch. Wenn wir dieses Buah. das vor 9 Jahren bereits die 2te Auflage erlebte und dadurch hinlänglich den Beweis seiner Lebensfähigkeit erbrachte, hier erwähnen, so geschieht es aus dem Grunde, weil wir in kurzem, so Gott will, die Biographie des sei. Rabbiner's D. Deutsch aus der Feder unseres geschätzten Mitarbeiters, Bez. Rabb. S. Hahn bringen werden. Erfreute sich das Buch '* H^ÄK p*nn V0U «je tf'nes wol verdienten Rutes, so ist es jetzt wahrlich an der Zeit, gelesen und wieder gelesen zu werden. Untere glaubensarme und an Wissen deshalb «loch nicht reifere Juj gend dürfte statt seichter Romane, die nur das Herz verderben und den Kopf leer ausgehen lassen, Bücher wie das obige zur Hand- I nehmen. Allerdings muss zu deren Verständniss die Bibel gelesen i werden, aber wer wir«l denn heutzutage die Bibel lesen und noch zu den Gebildeten gezahlt werden. Aber selbst die Kenntniss des Urtextes ist bei einer so fliessenden und mit An-

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