Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 5 (1.3.1882)
- Date
- 1882-03-01
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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%o. 5 4H- Heumar (iuoatten) 1. l&ärj 1882 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. (ZUGLEICH ARCHIV FÜR DIE GESCHICHTE DER JUDEN IM KGR. KROATIEN). Herausgegeben von Rabbiner 7>r. M, Griinwald, 1. JAHRGANG. wmmmmm^mmmmmmmmmmmmmmmmmmtmmmmmmtmmmmmammm^^ mmmmmtmmmfmmmmmmmammi^mmamm^m^mmmmm Das Jüdische Centralblatt erscheint alle 14 Tage in ll/2 bis 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Belovar bei «7. Fleisch™anu) pro Jahrgang 4 fl. Inserate werden mit 10 Kreuzern die 3 gespaltene Petitzeile berechnet und auschliessHch entgegengenommen durch dio Annoncen-Expedition von J. Fleischmann in Belovar. (Manuscripte werden nicht retournirt). INHALT. 1. Das Verhältniss der Sehlde in Bezug auf Ethik. — II. Autobiographie des S. D. Luzzato. — III. Aus einem Briefe des Herrn Rabb. Dr. Spitzer. — IV. Zur Herausgabe des I. Heftes Tal Oroth. V. — lieber den jüdisch-spanischen Dialekt als Beitrag zur Aufhellung derAussprache im Altspanischen. Miscellen Ueber den Namen Jehudi von Jacob Grünwald, Bez. Rabb. in Moliaes. Recensionen. Dr. M. Griinwald. Bezirksrabbiner Belovar. Offenes Sendschreiben an Sr. Hochwolgeboren Herrn Ivan Voncina Scktionsschef im Unterichtministerium Agram. — G. Dr. Barzilai. Lideogratia nelle lingue semitiche. — Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars Fraenckelseher Stiftung. — Kalenderschau. Nachdruck nur mit VOLLER Quellenangabs gestattet. ( AriTEL IV. Die Schule in ihrer Beziehung zur Ethik, (l) Von dem dunklen Hintergrunde deutscher Urzeit hebt sieh kein Stern in so hellem farbenbuntem Lichte ab, a.is die Sage, von unscheinbaren, ah mächtigen Wesen, von Zwerggeschlechtern, die still im Verborgenen wirkend mit winzige)) Händen unbemerkt das Grosse schaffen. Diese Sage hüllt sich in mancherlei Gewand. Sie tritt uns entgegen im Nibelungenhort, jenem unermesslichen Schatze, welcher von einem Zwerggeschlecht gehütet, im Schoss der Erde ruht, bis sich Siegfried, der Mann der That, seiner bemächtigt. Im Munde des Volkes wird sie zur Mähre vom winzigen Wesen, die in des Hauses verborgener Stille in Dämmerung und Nacht als gute Geister wirken und dem Menschen die Last und Mühe des häuslichen Geschäftes erleichtern. Dann wieder erzählt die Sage des Nordens von den Arbeits Völkern der Zwerge, deren rastlose Thätigkeit un- : beachtet und verborgen bleibt, die aber dennoch in dunklen Werkstätten die Waffen schmieden müssen, mit denen die. Götter der Erde ihr Reich erhalten; sie hämmern dem Odin den treffenden Speer, dem Donnergotte den furchtbaren Hammer, sie bauen der Freya luftiges Schiff und spinnen der Erde goldenes Haar. Im Götter und Riesenthume tritt an uns das Vorbild der Gewalt heran, in der blutigrothen Nordlichtnacht der Götterdämmerung versinken und sterben soll. Im Zwergenthum der Sage hegt dagegen die erste Erkeimtniss von der schaffenden und dauernden Macht welche in der emsigen Thätigkeit von nie rastenden kleinen Kräften liegt. Was in altdeutscher Sage uns bildlich vorgeführt wird, das sagt uns der erste Satz des Midrasch Bereschit rabba. Er lautet iTHKl nn£ TCT\ KWH "STl jtök airre poK er c-ntrw nviKi p&x TD1 p&X JTK1 WS p&K HDIM „Rabbi Hosaja der Grosse eröffnete seinen Vertrag mit Prov. 8. 30. (Die Weisheit spricht): Ich war bei ihm Gott wolgeborgen und ich war sein Ergötzen Tag für Tag pft^ ist so viel wie „Erzieher (Paedagog) 1. Num. 11, 12 oder ffDIDE verhüllt (bedeckt) f Thren. 4, 5 oder J^lft verborgen (aufbewahrt) s. Esth. 2, 7 oder YlS*! gross s. Nach. 3. 8." (IT Nun es lässt es sich wol nicht denken, dass unsere alten Lehrer, deren Sinnen und Streben das Studium der lehre, die Vertreibung derselben *lfohh} *lMzhh und die Uebereistimmung der lebendigen That mit dem gesprochenen Worte war mttfjjbl Httttf*? die m^ jedd Faser ihres Herzens an dem Studium der heiligen Schiift hingen, bei ihren öffentlichen Vortiägen die Vieldeutigkeit eines Wortes erklären wollten. Rabbi Hosaja der Grosse wollte vielmehr hiemit die Wichtig- (1) Wirtheilen die Midraschübersetzung stets aus Dr. Wünsche's ßibliotheca rabbinica mit. (1) Vgl. die . Paedagogik des Israelitischen Volkes. 11. Theil. Zur Schulpaedagoglk des Talmnd von pr. 'S, Marcus. Wien 1877 Conunissionaverlag 'der Brüder "Winter»'