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Das jüdische Centralblatt · 1882-01-15 · 2 (15.1.1882) · p. Seite 22

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
2 (15.1.1882)
Date
1882-01-15
Page
Seite 22 (sequence 10)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. philosophischen Thematen gerade sehr selten der Fall. In dieser Arbeit hingegen sind die Ansichten der hervorragendsten Denker des Mittelalters nicht lose aneinandergereiht, sondern folgerichtig, durch inneren Causalnexus mittelst miteinander verknüpft. Die Besprechung dieser wertvollen Schrift müssen wir uns für eine Fachzeitschrift vorbehalten, können aber schon jetzt dem Vertasser das günstigste Prognosticon für einen Arbeiter auf dem Gebiete jüdisch-arabischer Religionsphilosophie stellen. Dr. M. Grünwald. Itaschi9s Leben und Wirken. Separatabdruck aus „Dr. Rahmer's Jüdischem Literaturblatt vom Jahre 1881." I. Heft, Dieses Heft enthält eine kurze Biographie des durch seinen Patriotismus wie seine Frömmigkeit gleichberühmten jüdischen Gelehrten Rabbi Salomo ben Jizchak aus Troyes, vulgo Raschi genannt. Dieser kurzen Biographie folgt eine kritische Prüfung der Raschi zugeschriebenen Schriften. Es ist auf Grund handschriftlichen Materials in der Breslauer Seminarbibliothek wie der Münchener kgl. Bibliothek nachzuweisen versucht worden, dass die Raschi zugeschriebenen Oommentare der spätem Propheten nicht von ihm. sondern aller Wahrscheinlichkeit nach von Kara herrühren. Dass dadurch Raschi's Ruhm nicht im geringsten geschmälert wird, liegt auf der Hand. Ein weiteres Capitel enthält Berichtigungen und Ergänzungen zu Zunz' Arbeiten über Raschi. In einem Schlussworte wird auf die einzig richtige Art Textkritik zu treiben, wie Raschi sie betrieb, hingewiesen. Im 2. Hefte, das in kurzem, so Gott will, die Presse verlassen wird, werden sämtliche m der Bibel vorkommenden alt französischen Ausdrücke erklärt, Ein 3. Helt endlich soll den Standpunkt Raschi's in der Geschichte der hebräischen Sprachforschung darlegen. J. Singer, Religionsprofessor in S. A. Ujhely. Der Verfasser des Lehrbuches der israelitisch m Religion bietet uns in seinem jüngsten Werke eine Blummenlese sinniger und beherzenswerter Aussprüche in Bezug auf die Erziehung, wie sie im alten Judenthum war. und wie sie leider nur noch selten, besonders in den sogenannten gebildeten Kreisen zu finden ist. Auf jeder Seite des Buches bekundet der Verfasser eine ausserordentliche Belesenheit der einschlägigen Literatur und ist diess für die Leser dieses sehr zum Denken anregenden Buches von grossem Vortheil. Trotzdem hätten wir gewünscht, dass ein grosser Theil der Citate in die Anmerkungen verwiesen wurde, so dass man ungestörter den interessanten Auseinandersetzungen des wahrhaft pflichteifrigen Verfassers folgen könnte. Die Hinzufügung der pädagogischen Sprüche aus Sirach ist nur zu loben. Eine kurze Inhaltsangabe der Kapitel mag den Reichtum des Stoffes anzeigen. 1) Von dem wahren und hohen Werte der Kinder im Allgemeinen j 2) Von der Mutter als ersten Pflegerin und Erzieherin i ihres Kindes (ein leider allzusehr vernachlässigtes i Gebiet) .3) Vom Vater 4) die körperliche Erziehung 5) von der geistigen Erziehung 6) von der sittlichen Erziehung 7) von der religiösen Erziehung 8) von Belohnungen und Strafen 9) von dem hohen Werte de> Jugendgerichts 10) von den Volksschulen 11) vom Eintritte in die Schule 12) von den schulbesuchenden Kindern 13) von der öffentlichen Prüfung 14) von den Ferien 15) von dem Austritte aus der Volksschule 16) | von der Schulcommission 17) vom Gemeindevorstande I 18) von der Notwendigkeit der separaten Gemeinde . Talmud-Thorah-Schulen (höhere hebr. Schulen.) Wir wünschen der mit Verstand und Gemüth, mit inniger Liebe zur Jugend und zum Judenthume abgefassten | Schrift zahlreichen Absatz. | * .;'^5~v;- Rabb. Dr. M. Lattes. Saggio di ginnte e correxioni al lessico talmudico. Estratto dagli Atti della Reale Accademia delle Scienze di Torino. Stamperia reale di Torino 1869. Der durch seine Biographie der Familie Kapsali (l) voilheilhaft bekannte Verfasser hat durch das oben angeführte Werk sich ein Verdienst um das genauere Verständnis des Talmud und Midrasch erworben; denn von diesem Stanpunkt muss jede lexicographische Arbeit | betrachtet und beurtheilt werden; und fürwahr jede I Seite der vorliegenden Schrift zeigt von der gedie- | genen Talmudkentniss des Autors. Unserer Zeitschrift, | der es hauptsächlich um die systematische Entwickelung! derAggadah zu thun ist, sind daher die Stellen, die auf die Aggadah Bezug haben von besonderem Interesse. Der | Verfasser will zwar nur Beiträge und Ergänzungen zu Prof. I J. Löwy's chaldäischen Wörterbuche bieten, das Buch j hält weit mehr als der bescheidene Titel verspricht. Ein rühmenswerter, und durchaus nicht rein compilatoj rischer Bienenfleiss zeigt sich überall, und so erfahren wir u. a, auch, dass in der Aggadah auch juristische und rituelle Aussprüche sich vorfanden. Obwol nun bereits Rappo- I port in seinem Fragment gebliebenen Werke Erekh Miliin. p. 6 ff. bereits darauf aufmerksam gemacht, so sind dennoch sämtliche hieher gehörige Stellen mit genauer : Erklärung und Vergleichung der von Rabbinnowicz! veröffentlichten Varianten des Talmuds hier zum 1. mal j herangezogen. In seinem Briefe von 28. Nov. 1881! theilt uns der Verfasser mit, dass er neue Beiträge zu j dem Wörterbuche Prof. Löwy's bereits unter der! Presse habe, und wir wollen dann beide Werke ausfürlich i soweit der Raum dieser Zeitschrift es gestattet, besprechen. Dem Verfasser können wir zurufen, dass seine Mühe keine vergebene. riK^ttl HW" ist gewiss der schönste Lohn eines jeden ehrlichen Arbeiters. (1) Der Titel dieser Schrift ist: De vita et scriptis Eliae Kapsalii nec non de quibusdam aliis eiusdem gentis viris inlustriobus accedunt excerpta ad Judaeorum historiam pertinentia ex manuscripta Kapsalii historia cura et studio M. Lattesii cand. rabb. Pattavii 1869.

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