Der israelitische Bote
- Journal
- Der israelitische Bote
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 36 (4.9.1879)
- Date
- 1879-09-04
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9620169-9625151-9624118--244-9624121- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
bare Unwahrheiten den Mitgliedern unserer Gemeinde M entgegen geschleudert hätte, so daß wir es der Ehre m unserer Sache schuldig zu sein glauben, in unserem grundsätzlichen Schweigen nicht länger verharren zu dürfen, da dies sonst als Zugeständniß gedeutet werden könnte. Zwar haben Sie geehrter Herr Redakteur, dem Herrn Dr. Treuenfels auf seine Erwiederung gebührend heimgeleucktet, so daß ich eigentlich nichts hinzuzufügen hätte, wollte ich nicht noch einige Ergänzungsnotizen mittheilen, die die Wahrheitstreue des Herrn Dr. Treuenfels noch mehr ins rechte Licht stellen mögen. Unterzeichneter fragt den Herrn Rcformrabbiner, ob am ,T1 1876 die Orgel das Schofarblasen nicht begleitet hat? Herr Dr. T. hat ja sonst ein vorzügliches Gedächtniß. Sollte es ihn jedoch für den vorliegenden Fall verlassen haben, so könnte ich ihm das ganze Beamtenpersonal aus 8 Männern bestehend zur Bestätigung dieser Thatsache vorführen. Unwahr ist eS ferner, daß auch nur ein Einziger unserer Mitglieder am LNIp n2t£> raucht. Wenn Herr Dr. T. ferner sagt, die Mitglieder unserer Gemeinde wissen recht gut, daß er nichts gegen unsere Andacht einzuwenden habe, (soll wohl richtiger heißen, nichts einwenden kann), so scheint ihn auch hier sein sonst so gutes Gedächtniß verlassen zu haben, falls er sich nicht zu erinnern vermag, wie er zur Zeit, als unser Minjan ins Leben zu treten begann, eine unermüdliche Agitation an den Tag legte, und er mit aller erdenklichen Ueberredungskunst bei einigen unserer Mitglieder nach rechter Pfaffenart sich vergeblich bemühte, dieselben für unsere Sache untreu zu machen. Wenn der Friede bisher nicht getrübt wurde, wie Herr Dr. T. zu behaupten die Stirne hat, so ist das Verdienst hierfür wahrlich nicht auf seiner Seite. Wir haben bisher nur soweit Schritte in unserer Sache gethan, wie es unsere Existenz erforderte. Auch nicht einmal ein Referat über die Reform in Stettin ist von einem unserer Mitglieder an irgend ein Blatt gelangt. Ob der Friede so ganz unangetastet geblieben, möge die Kirchhofschikane der Stettiner Reformgemeinde bezeugen. Beim Verwaltungs-Gerichtshöfe schweben bereits Klagen wegen der verweigerten Mitbenutzung des Begräbnißplatzes. Daß unsere Gemeinde nur wenige Mitglieder zählt (19 beitragende), woraus Herr Dr. T. die Bedeutungslosigkeit derselben beweisen will, ist durchaus nicht geeignet, unsere Sache in Mißkredit zu bringen; wirft doch dieses vielmehr ein Licht oder besser einen Schatten auf die Wirksamkeit desselben, durch welche er es wohl verstanden, als treuer Hirt die indifferente Heerde dahin zu bringen, wohin er sie haben wollte. Was uns betrifft, so können wir mit Genugthuung darauf Hinweisen, daß unsere Gemeinde zwei Fachmänner als beitragende Mitglieder zu den ihrigen zählt, Rabbiner nämlich, die ins Privatleben zurückgetreten sind. Ist auf der andern Seite eine überwiegende Majorität, die außer einigen besoldeten Beamten keine *02 aufzuweisen hat, so können wir doch jedenfalls auf Mitglieder von Autorität Hinweisen. Die pQin r6sn betreffend, die nach Angabe des Herrn Resormrabbiners nicht um eine Sylbe geändert sein soll, so wiffen wir zwar nicht, wie es augenblicklich um dieselbe in der Reformsynagoqe beschaffen ist. Jndeß wird es Herr Dr. T. nicht in Abrede stellen können, daß der Joelsche Siddur obligatorisch eingeführt ist, daß ferner der V"t£> in der weit verbreiteten Reform- Manier von nach ntmp bis N21 leise betet und also officiell das D^tPITbl rc. fort eskamotirt wurde, ebenso >ms I^KtDH ’OBtt'i. Wie steht es oder wie stand es mit der nmy'B am T0'O D7 bw PIIIJÖ wie mit D^PD nmi- Sind diese Theile unserer Liturgie nicht n2in? Man experimentirt in der Stettiner Reform-Synagoge und bleibt augenblicklich in der Reform bei dem Grade stehen, der für den gegenwärtigen Zeitpunkt und das jetzige Publikum geeignet zu sein scheint. Man ist jedoch peinlichst darauf bedacht, es mit dem ästhetisch fühlenden, kunstverständigen Publikum am ri2tP tD"Y>l nicht zu verderben. So gehört z. B. auch das Mädchensolo und der Frauengesang am zur min nach dem -piy )nbW des Herrn Reformrabbiners. Bezeichnend ist für den Jndifferentismus unserer Verhältnisse in Stettin, daß Leute die keinen Tag verfehlen, ihren und rVHDyö abzusagen, Leute die W21!2^2 211p sind die vor Eröffnung der Reform-Synagoge auch nicht ein Stückchen selbst von ihrer nit£H nisn hätten nehmen lassen, dennoch ohne jeglichen Anstoß die Orgel-Synagoge, selbst am zu besuchen nicht Anstoß nehmen. Fragt man sie, wie es ihnen dort gefalle, so hört man allerdings die Antwort, „erbaut habe ich mich nicht" Hält man ihnen das Unconsequente ihrer Handlungsweise vor, so erhält man Motive für diese Characterlosigkeit, die zu albern sind, als daß man ein Wort darüber verlieren sollte. Dies Alles möge den Lesern des «Israelitischen Boten" zur richtigen Würdigung unserer hiesigen von Herrn Dr. Treuensels als erfreulich bezeichneten Zustände dienen. Den Vorwurf, die angeführte Entgegnung von 1877nachdem Ablebendes besonders interessirten Theiles veröffentlicht zu haben, weisen wir mit der Bemerkung zurück, daß uns jede persönliche Verunglimpfung des Heimgegangenen, den wir als Mensch achten und ehren, fern liegt; es war uns darum zu thun, das System, das Vertreter Dr. Treuenfels zu mißbilligen und Thatsachen zu konftatiren, welche die Rüge begründeten; wir sind gern bereit, den Nachweis unrichtiger Mittheilungen von unserer Seite entgegenzunehmen, des Verstorbenen Freunde werden der bezeichneten Ehrenpflicht nicht minder Nachkommen, als Dr. Treuenfels selbst. Die scharfe Fassung der Entgegnung unseres Gewährsmannes beliebe man in Erwägung der Verhältnisse zu verzeihen — von dem Tobten die Wahrheit zu sagen ist eine Pflicht, welche wir unserm Wollen und Können nach erfüllt zu haben glauben. Andrerseits bedauern wir, unsere Mittheilung verzögert zu haben; dieselbe würde jedenfalls orthodoxe Rabbinen von der Kandidatur um das Rabbinat von Stettin fern gehalten haben. Der gegenseitige Austausch der Journale ward nachdem Dr. Rahmer die Redaktion der „Wochenschrift" übernommen, in Folge einer Aufforderung von seiner Seite, wiederum vereinbart. Der jüngste Stettiner Zwischenfall jedoch veranlaßte im Verein mit einer Notiz*), welche wir unter Bezeichnung der Quelle der „Israelitischen Wochenschrift" entnommen, Dr. Rahmer, die Zusendung seines Blattes an uns einzustellen. Wir machen unfern Lesern von diesem Vorfall Mittheilung, um die Verhältnisse der deutsch-jüdischen Presse zu illustriren. Jntereffant dürfte die Nachricht sein, daß Dr. Nahmer selbst sich um das Stettiner Rabbinat beworben hat; wir wollen gern, wenn von interessirter Seite widersprochen wird, unfern kompetenten Gewährsmann nennen. 1) Siehe Nr. 25 unseres Blattes. Würzburg. (Ein Biedermann). Die hiesige israelitische Kultusgemeinde beschloß in einer ihrer letzten Sitzungen die Erwerbung eines Grundstückes zu einem Friedhofe. Herr B. Schwab rieth zum Ankäufe eines in der Nähe der neuen Artillerie-Kaserne gelegenen Objektes. Die Gemeinde erachtete diesen Vorschlag nicht für unpassend, ‘ erwählte behufs Einsichtnahme desselben eine Commission, die sich ebenfalls für dessen Erwerbung aussprach. Herr Schwab wurde in Folge dessen mit dem definitiven Ankäufe des Objekts um den angebotenen Preis für Kultusgemeinde betraut. Was that Herr Schwab? In der nächsten Sitzung, wo diese Sache erledigt werden sollte, erschien derselbe persönlich nicht, sondern überschickte eine schriftliche Erklärung, dahin gehend, daß er das betreffende Objekt inzwischen käuflich erworben, dasselbe aber an die Kultusgemeinde nur dann abtrete, wenn sie ihm den doppelten Preis dafür bezahle! Württ. Landesztg. Drei Dinge. Drei Dinge nenn' ich euch inhaltreich, Sie kennet nicht jeder im Leben; Wer ihnen stets huldigt, ist Engeln gleich, Sie sind es die Kränze uns weben, Doch sind es nicht Kränze, die schnelle verblüh'n, Im Herzen, des Edlen, sie ewig erglüh'n. Ein Gott ist, und ewiglich fest steht sein Thron, Wie glücklich, die ihn nur verehren! Nicht lasset Euch irren der Thoren Hohn, Die Alles, was heilig entehren; Einst kommt für sie jene Schreckenszeit Wo ewig sie fühlen nur Schmerzen und Leid. Hoch wölbt sich ein Tempel — die heil'ge Natur, Die Werkstätt' des Schönsten im Leben, Der wandelt auf rosiger, goldener Spur, Wer stille betrachtet ihr Weben. Dort tönet fortwährend ein herrlicher Chor, Und steigt zu des Tempels Meister empor. Zum Dritten nun nenn ich das Wissen, die Kunst, Den Edlen sie innig erfreuen. Die Jünger begleitet des Himmels Gunst, Die dem Schönen die Kräfte stets weihen, Dies sind die drei Dinge, so inhaltsreich, Wer ihnen stets huldigt, ist Engeln gleich. ReichmannSdorf. S. Maas, Lehrer. Bonn, 2. Sept. Die heutige Gedenkfeier des Sedantages wurde auch in dem Betlokal des hiesigen Vereines bxiW bnp feierlichst begangen. Herr G. Rosentheil, gegenwärtig Privatlehrer hier, hielt in begeisternden Worten die Festrede, deren Inhalt wir unseren Lesern in nächster Nummer 'n'^'K mittheilen wollen. : Aer „Israelitische Note", jeden Donnerstag erscheinend, wird an jüdische Lehrer und Cultusbeamte (Cantoren) gegen Einsendung von 1 Mark franko versendet; außerdem wird jedem Cultusbeamten, welcher Abonnent des «Israelitischen Boten" ist, die dreimalige Insertion eines Stellengesuches kostenfrei besorgt. Die Interessen der genannten Beamten werben geeigneten Falles von der Redaction auf das wärmste wahrgenommen werden, zumal der «Bote" nach keiner Seite hin verpflichtet ist. Nie JMcrction u* Expedition des „Istaef. Joten. Bonn a. Rh., Peterstraße Nr. 8. Ich suche für mein Manufacturwaaren-Geschäft einen Lehrling mit nöthigen Vorkenntnissen. Kost u. Logis wird gegen geringe Vergütung im Hause gegeben. 2489 Moritz Heichelheim in Gießen. Oberländische 222 und üölnifrfic Räckrerei von Nathan Jacobi in Köln am Rhein, 30. Thieboldsgaffe 30. Empfiehlt echt oberländer Roggenbrod, mit und ohne Kümmel. Oberl. Weißbrod; Schößchen — Challes vom feinsten ung. Kaisermehl gebacken. Alle feineren Backwerke. Besonders die besten Rollkuchen, Bunte. Zuckerkuchen bv rc. 2477 Bestellungen werden schnell und gut besorgt. Nathan Jaeobi, Bäckermeister. Ganz neu, Praktisch u, elegant! Gegen Franko-Einsendung des Betrages in Baar oder Marken versende ich franko: 12 Stück hochfeine Gratul.-Karten in Oct.-Briefform u. Brieftext zu 85 Pf. 12 „ „ « mit Namen u. Wohnort des Absenders Mk. 1,40 12 „ „ „ auf Hochs, färb. Damast-Billet-Pap. Mk. 1,15 Außerdem versende ich franko: 12 Stück Gratul.-Postkarten mit Brieftext auf feinstem Elfenbeincarton zu 85 Pf. 12 „ dto. mit Namen und Wohnort des Absenders Mk. 1,40 Sämmtliche Sorten in Gold-, Silber- oder Kupferschrift per 12 Stück 20 Pfg. höher. AE. Wiederverkäufern bei Abnahme von mindestens 100 Stück 25o/o Rabatt. Bei Bestellung wolle man ausdrücklich bemerken ob die Karten für einen oder mehrere Absender bestimmt sind. 2478 War Wctor, Mainz. (Wir können diese Karten, von denen uus Proben vorliegen, in Bezug auf Eleganz und Zweckmäßigkeit dem Publikum bestens empfehlen. Die Exp.) Für israelitische Cultusbeamte! Von Rahmer's Israelit. Predigt-Magazin versenden wir gegen baar und directe Bestellung den dritten Jahrgang, welcher 15 Predigten zu allen Festtagen, 16 Sabbath- und 16 Gelegenheitspredigten enthält — sowie den vierten Jahrgang, welcher 22 Fest- 13 Sabbath- und 9 Gelegenheitspredigten enthält, 3 5 Mk. 50 Pf. Beide Jahrgänge zusammen für IO Mark franco. (Ladenpreis!4 Mark.) Der fünfte Jahrgang erscheint Anfangs September. Ladenpreis 6 Mark.; für Abonnenten der „Israelit. Wochenschrift" 4 Mark 50 Pf. baar. Bestellungen nebst Einsendung des Betrages sind — da obige Preisermäßigung nur bis zum 10. September c. gilt — schleunigst zu machen bei der Expedition der Jsr. Wochenschrift in Magdeburg. Der erste und zweite Jahrgang ist complet nicht mehr zu haben; wir versenden den geringen Vorrath 3. Jahrgang 3 Mk. 50 Pf. baar. Ferner ist bei uns zu haben: Moses Mendelssohn, ein Vortrag. 19 S. für 30 Pf. 2481