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Der israelitische Bote · 1879-09-04 · 36 (4.9.1879) · p. [Seite 1]

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Journal
Der israelitische Bote
Volume
5 (1879)
Issue
36 (4.9.1879)
Date
1879-09-04
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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Der Israelitische Bäte. Abonnement: Vierteljährlich 2 Mark, Ausland vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. v. Jahrgang. Leitender Artikel. Das Synhedrio« unter Napoleon I. und die ersten Emaneipations-Bestrebungen. ii. Nach einem gleichbetitelten Vortrage zum hundertjährigen Jubiläum des Lesfing'schen Nathan, gehalten im Vereine „zur Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums" (Aphike Jehuda) in Prag von Dr. Samuel Back, Rabbiner. Prag 1879. Pascheles. Die Worte Mirabeaus und seiner Genossen fanden Nachhall im französischen Volke; Es währte nicht geraume Zeit, bis die gesammte öffentliche Meinung Frankreichs die Judenfrage lebhaft beschäftigte. In gerechter Würdigung des Gegenstandes setzte die königliche Gesellschaft für Künste und Wiffenschaft in Metz für die Beantwortung der Frage: »Siebt es Mittel, die Juden glücklicher und nützlicher in Frankreich zu machen? einen Preis aus. Drei Antworten gingen ein; je eine von einem Juristen, einem Priester und einem aus Warschau eingewanderten gelehrten Juden, Namens Hurwitz. Der Priester Gregoire schließt seine Schrift: Lssai sur la r£generation pypsique, morale et politique des Juifs“ mit folgendem Mahnruf: „Ein neues Jahrhundert bricht an, wögen die Palmen der Humanität seine Pforte schmücken und möge die Nachwelt im Voraus Eurer Herzensvereinigung Beifall spenden. Die Juden sind Glieder derselben allgemeinen Familie, welche die Brüderschaft unter allen Völkern befestigen soll, nnd über sie wie über Euch breitet die Offenbarung ihren majestätischen Schleier aus. Kinder Eines Vaters, entziehet jeden Vorwand zur Verachtung Eurer Brüder, welche eines Tages in demselben Schooße vereinigt sein werden. Oeffnet ihnen Freistätte, wo sie ruhig ihre Häupter niederlegen und ihre Thränen trocknen können; und daß endlich der Jude, dem Christen Gegenliebe bewilligend in mir seinen Mitbürger und seinen Freund umarme." Das Jahr 1789 gab unter seinen welterschütternden Folgen den französischen Juden die Gleichberechgung. Am 28. September des genannten Jahres brachte Mirabeau und Gregoire im ersten Treffen der Judenfreunde die Judenfrage vor das Forum der National-Versammlung; nach zwei Jahren erst ward sie im Sinne der Humanität entschieden. Am 13. November 1791 fügte Ludwig XVI den Schlußstein zu dem gewaltigen, mühsamen Bau der Emancipation in seiner Verfügung, die vollständige Gleichstellung der Juden betreffend, an. Hoher Jubel erhob sich in Frankreichs Gauen an allen Orten, wo Juden weilten. Welcher Art er war, davon gibt Berr Jsak Berrs Erscheint jeden Donnerstag. Verantwortlicher Redacteur Moritz Baum in Bonn, Expedition: Petersstratze Nr. 8. Bonn, 4. Septemver 1879 (8639). von Nancy Sendschreiben an seine Glaubensbrüder Kunde: „Wenn wir in unseren Leiden, nur in der genauen Befolgung unserer Religion Kraft fanden, wie groß muß nicht unserer Religion Kraft finden, wie groß muß nicht unsere Anhänglichkeit an dieselbe sein, da wir den Lohn unserer Ausdauer ernten sollen, da wir sehen, daß von allen Völkern des Alterthums wir allein uns dem brausenden Strom des Unglücks uns entgegengestemmt haben. Jetzt, di wir in der französischen Constitution mit einbegriffen werden, sollten wir nur darum achtzehn Jahrhunderte unseren Gesetzen treu geblieben sein, um sie beim ersten Sonnenstrahl der neuen Freiheit zu übertreten?* Die Edelsten des französischen Volkes standen in ihren humanen Bestrebungen im Einklänge mit der Gesammtheit; Während der Konventszeit und der Schreckensherrschaft blieben die Rechte der Juden unangetastet. Diese Erscheinung zeugt für den hohen Sinn des fränkischen Stammes. Die Deutschen dürfen sich nicht rühmen, daß selbst bis in die neueste Zeit das gleiche Recht der Juden in dem Bewußtsein des Volkes zur Anerkennung gekommen; sobald die Verhältnisse sich stürmisch gehalten, bezahlt der Jude seinen Zoll mit seinem Leben oder mindestens mit Hab und Gut; der badische Aufstand beweist es; von welcher Seite die Feindseligkeit ausgegangen, ist für den vorliegenden Fall ohne Bedeutung. Charakteristisch ist, daß nur die deutsche Bebölkerung vom Elsaß ihre Mißbilligung der Judenemancipation durch Beraubung kundgab. Zur 150. Wiederkehr des Geburtsjahres MoseS Mendelssohns: das Hauptsächlichste aus besten in trefflichem Hebräisch verfaßten Einleitung in die 5 Bücher MosiS. II. Bo« der Niederschrift der Thora. Selbstberichtigung des Einsenders der Arbeit. „Zur 150. Wiederkehr des Geburtsjahres Moses Mendelssohns u. s. w. (In meiner Bemerkung sud Nr. 6 beging ich in der Eilfertigkeit einen großen Jrrthum, den ich hiermit zu berichtigen mich dringend veranlaßt sehe. Ich sage daselbst, daß Mendelsohn ein lapsus calami entschlüpft sei. Leider ist er nicht diesem, sondern mir selbst entwischt. Denn es heißt ausdrücklich. Deut.3,19: DDron bx n:rrn nsin rrnnn nx ntyo Ich beging diesen Jrrthum, indem ich in dem Augenblicke des Niederschreibens der resp. Bemerkung nur an die Stelle: Deut. 6,25 dachte, an welcher es heißt: idx^ "*i nnn ynx wj n^bn nx nt^D imi Jnseraste: Die Petitzeile oder deren Raum 10 Pf. sZahlbar hier. Inserate werden bis Dienstag erbeten. Aro. 36. Hierbei vergaß ich, daß der bestimmte Artikel des Wortes D12N auf diejenige Kategorie der D^b zurückweist, welche schon Deut. 31, 9 genannt ist und zwar auf die DDn2, die ja auch zugleich Q^b genannt werden. Zur Seite der Bundeslade konnten ja überhaupt nur vDN2 die Thora niedergelegt haben, da die Leviten als solche die Bundeslade gar nicht berühren durften. (Vgl. Jbe Esra Deut. 31,25). Ich bitte daher unter Berufung auf das bekannte: „errars humanum est" die geschätzten Leser d. Bl. um ihre gütige Nachsicht gegen diesen nunmehr berichtigten Jrrthum!) Der unveränderte Text der Thora. Wer immer sich eins fühlt mit der Glaubensgemeinde Israels, ist von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Thora, wie sich noch heute in unseren Händen befindet, bereits Moses niedergeschrieben habe und daß auch nicht ein einziges Wort bis auf den heutigen ß Tag an derselben geändert worden ist. Es erging ihr nicht wie den profanen Büchern, deren ursprünglicher Text im Laufe der Zeit entstellt worden ist und zwar dadurch, daß Abschreiber und Uebersetzer denselben bald mit Zusätzen versahen, bald an ihr Kürzungen Vornahmen, bald Aenderungen beliebten. Dies Alles geschah entweder irrthümlicher Weise aus Nachlässigkeit, oder mit Absicht, indem man den Schriftsteller corrigiren wollte. Dem Texte der Thora konnte dies nicht wiederfahren, weil eine göttliche Verheißung lautet: im ‘»SD rotin xi?1) Denn sie (die Thora) wird nicht vergessen werden aus dem Munde seiner Nachkommen!" (Deut. 31, 21), welche ihren Wiederhall findet in den Worten des redegewaltigen Propheten, welche also lauten: '1 -|DX DniX W3 HXt DX1 ‘iDnD‘> X2 -psa ’inDty "itpx nmi i^y ntrx *>rvn nnyo 'i idx nm m ‘»sdi im >sdi v7iy t;i. 2) Und ich, dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der Herr, mein Geist, der auf dir ruht und meine Worte, die ich dir in den Mund gelegt, sie sollen nicht weichen aus deinem Munde und nicht aus dem Munde deiner Nachkommen und aus demjenigen der Nachkommen deiner Nachkommen von nun ab bis in Ewigkeit" I (Jes. 59, 21). Daher erstanden auch zur rechten Zeit aus unserer Mitte ^)»Sopherim und b) „Massoreten", welche die Buchstaben der Thora zählten, um sie vor Zusätzen und Kürzungen zu wahren, die ferner Acht hatten auf die Abschriften der Thora und jeden Fehler, der sich in dieselben einschlich, sorgfältig nach den von Esra und seinen Genossen tradirten Grundsätzen und Regeln verbesserten und die endlich auf die Interpunktion und Accentuation ein fleißiges Augenmerk richteten, um sie gehörig richtig zu stellen und jeglichen Anstoß zu entfernen; Wenn .^>ibx Es ist ein altes Herkommen, während des Monats Elul täglich Morgens und Abends den 27: Psalm zu recitiren. Nicht umsonst hat die Weisheit unserer Alten gerade diesen Psalm für den Monat Elul gewählt. Nur die Fülle erbaulicher und erhebender Gedanken, die der Inhalt dieses Psalms in sich birgt, konnte hierzu Veranlaffung sein. Und in der That! Mit welchen schöneren und beseligenderen Worten könnten wir am Schluß des alten und beim Beginne des neuen Jahres uns in Gott stärken und zu Religion und Pflicht ermuntern, als durch den Ausruf: l'lytyv) vnx ""7 „Gott ist mein Licht und mein Heil!"? Müssen da nicht alle dunkeln Wolken, die sich so oft um unser Inneres lagern, schwinden, wenn wir den Ruf verstehen und erfassen, der in diesen Worten unsren Lippen entströmt? Die engherzige Anschauung, die wir vom Leben haben und die uns das Leben meist gerade von der düstersten Schattenseite zeigt, tritt zurück und wir sehen uns vom hellsten Glanze des göttlichen Lichtes umstrahlt. Der einfache ny>pN-Ton, der aus dem gekrümmten isity uns entgegenschallt, soll alle Krümmungen und Ny 1171-Töne, durch die Seufzer und das Lärmen des Lebens hindurchwinden, um schließlich zur einfachen ny^pn des geraden Weges zurückzukehren. .XTX ‘»DD wi mx "“7 Gott ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollt' ich mich fürchten? Das ist das Losungswort für den Israeliten, das ihm selbst in den bittersten Leidenskelch den süßen Tropfen der Beruhigung mischt, und das selbst die heilig-ernsten Tage des Elul und der D>X1D,1 DiD% die ihn mit Furcht und Grauen erfüllen, zu Tagen des Glückes und der Beseligung ihm gestaltet. .121 D'yiD ‘»yy 2iip2 Ost sieht gerade der Fromme sich verfolgt und angefeindet und geräth dadurch in Gefahr, muthlos und wankend zu werden. Doch das Bewußtsein, daß Gott es ist, der Alles gedenkt und sich der Seinen annimmt, richtet den Gebeugten auf und hält ihn aufrecht. Folgt in der ND1127-Abtheilung dem einfachen ,iypN-Tone der D’HDty, der gebrochene Ton, will er brechen unfern Muth und unfern Glaube, will er brechen Kämpfe manchfacher Art, dann sei es die Schlußiy»pn, die das gebrochene, niedergeschlagene und betrübte Gemüth mit neuem Muth belebe, mit frischer Zuversicht kräftige! .121 n:nn dx Gleich gerüstet gegen jeden äußeren und inneren Feind steht der wahre Jsraelite da, furchtlos im schwersten Kampfe, unverzagt selbst im heißesten Kriege. ^y oipn dx >2^ XI» x^ rwno *>bv runn dx .nD12 DX 71X72 HDn^D Das isitP, erinnernd an NUN 1ND, wobei es heißt: p Dip^Xn NXNpl Dy.N NX ,12>D X2111 N^NDN, rufe auch uns heraus aus dem Lager, Gott entgegen. Wir sollen durch die Erinnerung an N11N )ND die Kraft gewinnen, auch ganzen Schaaren von inneren und äußeren Feinden siegreich entgegenzutreteu. So lauten auch die Worte des 21D mit? DH1D zu diesem Vers: NX7 PX1 ND12 DX NX72 NDN^D DIpN DX •minn nxti iDx:ty min x^x __ Die ny»pn der N11SV>» ' k.

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