Der israelitische Bote
- Journal
- Der israelitische Bote
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 26 (26.6.1879)
- Date
- 1879-06-26
- Page
- [Seite 6] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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rwiderte diese Rede mit einem Toaste auf den Herrn Pastor und seine Gemeinde, den Bürgermeister und die ganze Stadt, das geistliche und weltliche Oberhaupt Dülkens. Nachdem das Festessen um 7 Uhr beendet war, begann der Festball, der in schönster Ordnung bis 3 Uhr Morgens dauerte und die Feier dieses so seltenen Festes beschloß. Die Wohnung des Jubelpaares, sowie das Festlokal hatte man durch die Triumphbogen, Guirlanden, Fahnen, Sprüche rc. sehr schön geschmückt und das Fest-Comit6 verdient Alles Lob für die sinnreiche und würdige Anordnung der Feier. Möge der liebe Gott, 'jlYOiT dem diamantenen und goldenen Jubelpaare noch recht langes Leben verleihen und ihnen ihren Lebensabend in ungetrübter Freude und Gesundheit genießen lassen. Adolph Oster. Berlin, 17. Juni. Die Adreßdebatte in Buchareft, die wegen der conftitutionellen, mit dem berliner Frieden zusammenhängenden Punkte Interesse erregen wird, sollte in diesen Tagen beginnen. Die Kammern erlasten die Adresten in getrennten Sitzungen und treten dann wegen der Verfastungsänderung als eine Art Congreß zusammen. Es fällt übrigens auf, daß Serbien, nachdem seine Landesvertretung den berliner Frieden angenommen hat, mit den Ausführungsgesetzen säumt. Die Skupschtina mußte dazu einberufen werden. Möglich, daß wegen der Sommerhitze ein Aufschub Statt findet. Aber es handelt sich in Serbien nur um die Gleichstellung von 15,000 Israeliten, die, wie man glauben sollte, schon in den vergangenen Wochen bewirkt werden konnte. In Rumänien wurde die Anzahl der eingeborenen Israeliten oft übertrieben. Es sollen in Wirklichkeit 180- bis 200,000 sein. Man darf dort indesten einer Lösung der Frage gemäß dem berliner Vertrage jetzt sicherlich ebenfalls bald entgegensehen. Rumänien wird dann die schon vollzogene Anerkennung Serbiens nicht mehr zu beneiden haben. (Mn. Ztg.) Berlin, 16. Juni. (Vom Tage.) Das Geschenk der Königin von England zur goldenen Hochzeit des Deutschen Kaiserpaares besteht aus einem Präsentirbrett aus Majolika von 24 Zoll im Durchmesser. Der Grund ist so reich vergoldet, daß sich die darauf in natürlichen Farben gemalten Amoretten und Blumenguirlanden reliefartig davon abheben. Der Mittelpunkt des Plateaus ist mit den Wappen des Kaisers und der Kaiserin auf ovalen Schildern, überhöht von der Kaiserkrone geschmückt. Den Rand ziert ein Fries von Amoretten, welche Guirlanden von Orangen und Myrthen halten, die von türkisblauen Bändern durchzogen sind. Sie tanzen um einen sitzenden Genius, welcher eine Tafel mit dem Datum des 11. Juni hält. Das Werk, ein Meisterstück der Keramik, ist in der Fabrik der Mintons in der außerordentlich kurzen Zeit von 4 Wochen vollendet worden. Tag und Nacht wurde daran gearbeitet. (W. Landes-Zietung.) Literarisches. Das Haus Hillel. Historischer Roman aus der Zeit der Zerstörung Jerusalems von Max Ring. 3 Bände. Berlin 1879. Otto Janke. Unsere realistisch angehauchte Zeit hat sich neben dem Einfluß beim Herzog von Wellington aufgeboten, um die Hindernisse zu beseitigen, welche den englischen Juden zur Wählbarkeit als Parlamentsmitglieder im Wege standen; aber trotz der Unterstützung von Seiten des Lord Bexley und des Herzogs v. Sustex erreichte er seinen Zweck dennoch nicht' Im Jahre 1830 brachte Mr. Robert Grant, das Parlamentsmitglied für Jnverneß eine Bill ein, welche den Zweck hatte, die Judenemancipation durchzusühren, und obschon sie vom Unterhause bereitwillig genehmigt worden war, wurde sie vom Oberhause verworfen. Dasselbe Mißgeschick hatten die Bills, welche während der Parlamentssesstonen in den Jahren 1833, 1834 und 1841 eingebracht wurden; aber im Jahre 1845 kam man einen Schritt weiter durch die Aufnahme einer Klausel, welche Lord Lyndhurst im Oberhause durchsetzte, durch welche nämlich Israeliten, welche sich um Munizipalämter bewerben würden, von der Nothwendigkeit der Erfüllung der Eidesformel entbunden sein sollten, welche mit den Worten schloß: „auf den wahren Glauben eines Christen." Die „Religions Opinions Relief Bill“1 (die Bill zur Erleichterung des religiösen Gewissens) war ein weiterer Schritt vorwärts in Sachen der fortschreitenden Toleranz, aber nichts Wesentlich geschah von der Zeit an zur Beseitigung der noch vorhandenen Hindernisse bis zum Jahre 1847. Die allgemeine Volkswahl dieses Jahres machte die Judenemancipation zur Tagessrage. Die Stadt London, welche immer und fortwährend petitionirte zu Gunsten der gerechten Behandlung der britischen Unterthanen jüdischen Glaubens, zeigte ihre Auffassung der parlamentarischen Versahsozialen Roman dem historischen zugewendet; die Ausgrabungen auf klassischem Boden haben den bezeichneten Zug des Zeitgeistes gefördert. Seit ungefähr zwei Jahrzehnten erzählt Gustav Freytag von den Ahnen der Deutschen, Felix Dahn von den Kämpfen der Gothen und Georg Ebers von den Wundern Egyptens. Aus Judaeas Vergangenheit haben einzelne jüdische Autoren in Erzählungen und Romanen geschöpft, zu einem durchschlagenden Erfolge hat es keiner gebracht, die Gründe vermögen wir nicht zu ermessen. — Mir liegt eine Episode der jüdischen Geschichte in der Form eines Romans bearbeitet vor. Der bekannte Romancier Max Ring hat in dem Untergang des jüdischen Staates einen jedenfalls dankbaren Stoff gefunden, der jedoch einer vorsichtigen Behandlung bedarf. Es fft eine Arbeit eines Meisters würdig, nach 2 Jahrtausenden der Nachwelt ein Bild zu schaffen von den widerstrebenden Kämpfen dreier Religionen, von dem Ringen des Neuen mit dem Alten, und im enge« ren Kreise von dem tapfern Widerstreit eines Volkes, dem die feindliche Uebermacht des Welteroberers die politische Selbständigkeit raubt; die Frage, ob sie Max Ring gelungen ist, kann nicht in jeder Beziehung mit Ja beantwortet werden; wenn er auch der Hauptanforderung an ben Roman völlig genügt, indem er ein lebendiges Bild der behandelten Zeit vor uns aufrollt, so ist die Action dem Stoff nicht angepaßt, sie streift oft zu sehr an moderne Umgangssprache. Ferner berührte mich an einzelnen Hauptmomenten ein allzulanger Dialog der handelnden Personen unangenehm. Auch indem Punkte der historischen Wahrheit ist Ring zu weit gegangen, wenn er einen Sendboten der christlichen Kirche sagen läßt: Die Juden sind nicht unsere Brüder j sie verdienen nichts besseres als von den Römern ausgerottet zu werden, weil sie unfern Heiland gekreuzigt, den frommen Jakobus und den würdigen Stephanos gesteinigt haben. Sie würden nur die gesuchte Strafe für das vergossene Blut der Heiligen und für ihre Sündenschuld leiden. — Ich erkenne den Fleiß an, mit welchem der Verfaffer die Quellen erster und zweiter Ordnung benutzt hat und erwähne, daß außer „Sepphoris und Rom" — so viel mir bekannt — kein Roman existirt, welcher die bezeichnete Epoche behandelt. © Briefkasten der Redaktion. Auf die vielen Anfragen seitens unserer geehrten Herren Mitarbeitern und Correspondenten, weshalb die vielen eingesandten Manuscripte noch nicht zum Abdrucke gekommen, die ergebene Antwort, daß Alles das, was nicht wegen Unverwendbarkeit zurückkommt, in den nächstfolgenden Nummern Aufnahme finden wird. A. B. C. in Bonn. Publikation des Straf-Urtheils gegen Schreiber in einer der nächsten Nummern mit einer größeren Darstellung höchst interessanten Inhalts, welche in mehreren Fortsetzungen zum Abdrucke kommen wird. Ebenso demnächst mehrere größere Gutachten; betreffend des s. Z. Preßprozeß. Einladung zum Abonnement auf die Schlesische Messe A 8 8 8 ** « 8 ** 8 8 8 K u A e ** Große politische und Handels-Zeitung ... Täglich 3 Ausgaben _— (Früh, Mittag u. Abend) mit der Sonntag-Gratis-Beilage „Deutsche Famitien-Mätter" VII. Jahrgang. Verlag von S. Schottlaender in Breslau. Mitarbeiter: M. G. Conrad, F. Dahn, E. v. Dincklage, Louise Crnesti, K. C. Franzos, F. Groß, C. Hoefer, W. Jensen, K. Laßwitz, Paul Lindau, Otto Müller, Clise Polko, M. v. Schlaegel, L.Schücking, K.Telmann, E. Wichert, H. Wachenhusen, I. v. Weilen, v. Wickede u. A. Preis nur 5 Mk 75 Pfg. p Quartal bei allen Postanstalten Deutschlands u. Oesterreich-Ungarns.— Die „Schlesische Presse" ist die billigste, reichhaltigste und gediegenste Zeitung. Die „Schlesische Presse", treu der sich gestellten Aufgabe, ihre Leser in politischer Beziehung durch gediegene Leitartikel, Original-Correspondenzeu und Original-Telegramme von allen Orten des In- und Auslandes schnell und eingehend zu unterrichten, wird auch incommerzieller Richtung bemüht bleiben, durch rascheste Mittheilungen über den Stand von Aetien-Gesellschaften, wie durch werthvolle Beiträge bedeutender National- Oeconomen über alle den Handel- und Gewerbestand wie daS große Publikum gleichzeitig berührenden Fragen, das Interesse ihrer Abonnenten zu wahren. — Dem localen und provinziellen Theile der „Schlesischen Presse" soll nach wie vor die höchste Aufmerksamkeit gewidmet werden. Einige Localreporter und Correspondenten in allen Städten der Provinz vermitteln alles BemerkenSwerthe „auf directem Wege" an die „Schief. Presse". Durch die Gratis-Beilage „Deutsche Familirnblätter", welche sich während der kurzen Zeit ihres Be- " stehens mit Recht des allgemeinen Beifalls ihrer sich u fortwährend steigernden Abonnentenzahl zu erfreuen hat, ist unseren Lesern Gelegenheit geboten, gediegene Romane und Novellen, welche in der Buch-Ausgabe jährlich eine große Kaufsumme repräsentiren, als Eigenthum zu erwerben und so den Grund zu einer eigenen guten Haus- Dibliothek zu legen. Das Feuilleton, eine Specialität der Zeitung, veröffentlicht außer den Romanen und Novellen in den „Deutschen Familienblättern" stets die neuesten und gediegensten Romane unserer berühmtesten und beliebtesten Autoren. So beginnt z. B. noch im Laufe des Juni der erste Abdruck deS großen hochinteressanten Romanes: Aornröskem von Eufemia Gräfin Dallestrem, welcher in Folge seiner spannenden Handlung und gediegenen Charakterschilderung das Interesse unserer Leser sicher in hohem Grade in Anspruch nehmen wird. Ferner veröffentlichen wir im Laufe des 3. Quartals den von der berühmten Schriftstellerin Elise Polko für das Feuilleton der „Schlesischen Presse" eigens geschriebenen neuen, hochbedeutenden Roman Aas Iamitten-Ideal, rungsweise nicht allein durch die Wahl Lord John Russell's, des großen liberalen Vorkämpfers, sondern auch durch die Wahl des Freiherrn Lyonel de Rothschild als ihren Repräsentanten durch eine fast gleiche Zahl von Stimmen. Dieses Zusammentreffen benutzte Lord John Ruffell. Innig verwachsen mit der Sache der bürgerlichen und religiösen Freiheit war er natürlich zu neuen und frischen Anstrengungen angespornt, da er sich gleichsam speziell durch die erste Wahlversammlung des Reiches dazu angetrieben fühlte. Er unterbreitete deßhalb dem Unterhause eine Bill, einen Beschluß anzunehmen, dessen Inhalt also lautete: Es möge dem hohen Hause gefallen, alle der bürgerlichen Gleichstellung entgegenstehenden Hindernisse beseitigen zu wollen, unter welchen die britischen Unterthanen jüdischen Glaubens zu leiden hätten, mit denselben Ausnahmen, wie sie für die englischen Unterthanen der ^römisch-katholischen Religion beständen." Die Bill wurde nicht nur von der ganzen liberalen Partei unterstützt, sondern auch von 5 hervorragenden Mitgliedern des Centrums, welche durch ihren großen Einfluß, unzweifelhaft sehr viel dazu beitrugen, die Bitterkeit der religiösen Streitigkeiten zu mildern und abzuschwächen. Diese Konservativen waren Lord George Bentinck, der Führer des Centrums, durch Herrn Disraeli gar sehr beeinflußt. Mr. Disraeli selbst, welcher mit einer allgemein bewunderten Festigkeit keine Gelegenheit vorübergehen läßt, die Interessen seiner Stammesgenossen zn fördern. Fortsetzung folgt. welcher gleich den früher hier veröffentlichten Arbeiten der Lieblings-Autorin der Damenwelt von unseren Lesern mit vieler Freude begrüßt werden dürfte. ls^^Ne« hinzutretende Abonnenten erhalten den Roman §- „Dornröslein", soweit er bis Ende Juni im Feuilleton der 1- Schles. Presse erschienen, gratis u. franco nachgeliefert. |- Der außergewöhnlich sensationelle Erfolg, welchen das Chef-Redacteur Arthur Levysohn eulscheWonlags- Verleger Rudolf Mosse. nach einem Bestehen von noch nicht drei Jahren sich errungen, hat der Redaction und Berlagshandlung die Pflicht auferlegt, nach wie vor mit Aufbietung aller Kräfte auf dem eingeschlagenen Wege fortzufahren. DaS „Deutsche Mmttags-Dlatt" in Wahrheit ein Familienblatt für die Klaffe der geistig Vornehmen und der Aristokratie der Bildung, ist durch die Mannigfaltigkeit feines Inhalts, womit es nach allen Seiten hin reichste Anregung gibt, zu einem Spiegel des Lebens und StrebenS unserer Tage geworden und bleibt, getreu seinem Wahlspruch: „Von dem Guten das Beste, von dem Neuen das Neueste V die originellste literarisch-politische Wochenschrift, welche im deutschen Reiche erscheint. Das „Deutsche Montags-Dlatt" erscheint Montag Morgen, auch außerhalb Berlins am Montag. MAlle Postanstalteu und Buchhandlungen , , > nehmen Bestellungen an. -1 viertel- Probe-Nummern gratis u. franco, vierteljährlich. Abonnement pro Quartal: jährlich. Zur Begegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen aus Nr. 1163 der Post-Ztgs.-Preisliste p. 1879. Probe-Nummern gratis und franco