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Der israelitische Bote · 1879-06-26 · 26 (26.6.1879) · p. [Seite 3]

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Journal
Der israelitische Bote
Volume
5 (1879)
Issue
26 (26.6.1879)
Date
1879-06-26
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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halt dem Interesse der Kantoren gewidmet ist. Wir wünschen den neuen Unternehmern —für und für — besten Erfolg. Bonn Von Herrn Dr. Astruc ging uns nachstehendes Schreiben zu: 17. Juni 1879.*) Herr Redakteur des „Israel. Boten". Ich sende Ihnen die Copie des Briefes, welchen ich dem Weekblad voor Israeliten in Amsterdam geschrieben, das, wie ich aus Ihrem Journal vom 5. Juni vernommen, meiner Demission einen unrichtigen Grund unterlegt. Der Sachverhalt ist richtig, aber die Demission ist noch nicht angenommen und der Grund liegt einzig und allein in meinem eigenen Interesse, hauptsächlich aber in demjenigen, welckes sich an der Zukunft meiner Kinder knüpft. Jeder weiß dies in Brüssel, selbst der, welcker es dem Amsterdammer Weekblad mitgetheilt hat. Ich rechne daher darauf, daß Sie die veröffentlichte Thatsache berichtigen werden und statte Ihnen im Voraus meinen Dank dafür ab. L. A. Astruc, Großrabbiner. *) Poststempel Paris. (Red.) Bonn. (Priv.-Mitth.) Soeben erfahren wir, daß die Trierer Gemeinde den Herrn Dr. Kroner (Stadt Lengsfeld) in der vor. Woche als Stadtrabbiner gewählt hat. In Folge dieser Wahl sollen 50 angesehene Gemeindeglieder ihren Austritt erklärt haben. Berlin. Der wegen nihilistischer Umtriebe hier verurtheilte russische Student Moses Aronson ist nach Verbüßung seiner Strafe in Plötzensee doch an Rußland ausgeliefert worden. Man nahm hier an, daß die Auslieferung nicht erfolgen würde. Spenden-Verzeichnisi. Für den verarmten Kaufmann 22N TÖ^m sind ferner nachstehend verzeichnte Spenden eingegangen: Distriktsrabbiner Adler, Kitzingen 3 Mk., von S. Adler 2, zus. 5. Durch Lehrer I, Salomon: von der Gemeinde Altenkirchen unter dem: Motto WYjn n:nn iWD 5. Durch More. Schwarzschild, Schlüchtern: von dortiger Gemeinde 15. Israelitische Cultusgemeinde Hürden (Bayern) 5. Durch Lehrer I. Lomnitz in Moers a. Rh. (Collekte) 6,40. Bez.-Rabbiner Wormser in Gersfeld 3. N. M. Cöln 1. Durch Cultusvorsteher David Feuchtwanger, Pappenheim (Bayern) theils vom dortigen Männeru. Frauenverein, theils Spenden von Gemeindemitgliedern, zusammen 14. Lehrer M. Heymann, Dürkheim, unter dem Motto: 2b ^12L»b 1. Durch Cultusvorsteher Tharmann, Altenmuhr (Bayern) 19,80. D. Emanuel, Cöln 2. Durch Cultursvorsteher Ignatz Schwaab, Uhlfeld (Bayern) aus der dortigen Caltuskaffe 4. Durch Lehrer K. Rothschild, gesammelt in der Gemeinde Calcar a. Rh. 11,40. B. Mayer, Schlangen (Lippe-Detmold) 3. Salomon Falk, Aub (Bayern) 10. Durch Cultusvorsteher B. Freudenthal in Tann a. d. Rhön, aus der Gemeindecasse 15. Durch Lehrer A. Bechhöfer, Sulzburg (Bayern) von einem nicht genannt sein wollenden 9. Durch Lehrer Leopold Pollak, Leutershausen (Bayern) Collekte 5,75. Moritz Haas, St. Ingbert (Bayern) 3. Allen edlen Spendern, Namens des Verarmten herzlichen Dank n"2"p"n crp vbrr» vbM onmtD yvy\ •>on rrrn otisd M. Rosenwald, Lehrer, Oestrich bei Letmathe. Der Ichatrbes-Hans oder: Der Zauberfpiegel. Nur war derselbe äußerlich nicht mehr so glänzend, da ihn der dumme Dieb für spätere Zeit in seinem Garten vergraben hatte, wo ihn sicherlich niemand gesucht und gefunden hätte. Wie zweckmäßig erwies sich daher das Verfahren Sternheimers, der dabei den Bildungsstand des Diebes gar klug in Berechnung gezogen hatte. In der Predigt, die der Rabbiner in der Synagoge hielt, hatte er die Stellte Prediger 3, 1—8 — es war der Sabbath vor dem Offenbarungsfest — zum Text gewählt und die Zeit, ihren Werth und ihre Bedeutung zum Thema gesetzt. Mit Beziehung auf den, auch ihm bekannt gewordenen Vorfall, sprach er unter andern Worten also: Ja, meine Andächtigen! die Zeit ist solch ein Zauberspiegel, in dem wir ein Bild der Vergangenheit erblicken, voll Anmuth und Größe, wie es unfern Vorordern vor länger denn mehreren tausend Jahren lebten, das aber später von Arglist und Gewaltthätigkeit in ein blutiges Zerrbild gewandelt wurde; Dieser Zauberspiegel gibt uns auch England. London, 18. Juni. Zum Andenken an den kürzlich verstorbenen Baron Lyonel de Rothschild soll eine Versorgungsanstalt für Wittwen und Waisen herabgekommener Kaufleute gestiftet werden. Ein Ausschuß zur Verwirklichung dieses Gedankens ist in der Bildung begriffen. — Das Testament des unlängst verstorbenen Barons Lyonel de Rothschild ist veröffentlicht worden. Es ist vom 24. Juli 1865 datirt und eigenhändig vom ihm geschrieben. Seine Söhne, Sir Nathanael und Mr. Alfred de Rothschild sind zu Testamentsexekutoren ernannt, von denen das Personalvermözen des Verstorbenen auf unter 2,700,000 Pfd. Sterl. beschworen wurde. Der Erblasser hinterläßt seiner Gattin 100,000 Pfd. St. sowie die Jahreseinkünfte seiner Häuser in Frankfurt und London in Höhe von 50,000 Pfd. St., seine Stadtwohnung in Piccadilly und das Gut Gunnersbury. Den jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten Londons vermachte er 10,000 Pf. St. und den anderen 50,000 Pfd. St. I Pensionat und höhere Töchterschule von Fra« Schauer in Mainz. Beste Referenzen durch Eltern von Zöglingen dieser Anstalt. Der Eintritt neuer Zöglinge kann jeder Zeit stattfinden. Auf Verlangen Prospekte und nähere Auskunft. 2410 Die ist daS einzige Blatt des Königreiches, welches mit der Post siebenmal wöchentlich versandt wird. Bei ihrer großen Reichhaltigkeit darf sie unbedingt als die weitaus billigste Zeitung Süddeutschlands bezeichnet werden. Vorzügliches Feuilleton, anerkannt gute Stuttgarter Lokalberichterstattung und eine Fülle anregend geschriebener Original-Correspondenzen aus Württemberg, Deutschland und dem Ausland. Telegramme, Börsenberichte aus bestinformirten Quellen und sorgfältig zusammengestellter täglicher Kurszettel. Abonnementspreis monatlich nur 5« Pfg. Als Jnsertionsorgan kann die Württemberger Landeszeitung bei ihrer von Monat zu Monat sich steigernden Verbreitung bestens empfohlen werden. Die größte Auslage aller deutschen Zeitungen hat dar „Berliner Tageblatt" erreicht und damit bewiesen, daß eS die Ansprüche, welche an eine große deutsche Zeitung gestellt werden können, zu befriedigen weiß. Die besonderen Vorzüge dieses Blattes bestehen vornehmlich in Folgendem: „Berliner Tageblatt" nebst den Gratis-Beigaben: der belletristischen Wochenschrift u, dem illustr. Witzblatt Werttner Sonnlagsblalt „IUI* K“. Unabhängige freisinnige politische Haltung. Zahlreiche Special- Telegramme eigener Correspondenten. Täglich Ämaliges Erscheinen, als Abend- und Morgenblatt. Ausführliche Kammerberichte seines eigenen parlamentarischen Bureaus. Erziehungs- und Unterricht«- wesen. Vollständige Handels-Zeitung mit sehr ausführl'chem Berliner Courszettel. Theater, Kunst und Wissenschaft. -Wöchentliche Mittheilungen über Land- und Hauswirthschaft, Gartenbau. — Bei der Fülle des Gebotenen ein enorm billiger Abonnementsprris. Im Laufe des III. Quartals erscheint im täglichen Feuilleton „Nomul ns enket" neueste Novelle von Paul Heyse. Der Meister der deutschen Novelle bietet in ^dieser, ausschließlich im „berliner Tageblatt" erscheinenden Erzählung eine seiner liebenswürdigsten und humorvollsten Schöpfungen. auf das berliner Tageblatt nebst „ULK" u. „Berliner Sonntagsbl." z. Preise von bei allen Reichspostanstalten und wird im Interesse der Abonnenten höfl. gebeten, das Abonnement recht frühzeitig anzumelden, damit die Zustellung des Blattes beim Beginn des Quartals pünktlich erfolgen kann. Stuttgarter HandelsMimg. Nrgan äer NürttemKergi^en EmoAn^aManKen. Mit Verlosungsblatt. -Neunter Jahrgang.-— Bildet eine Abends 6 Uhr erscheinende besondere Ausgabe der „Württembergischen LandeSzeitung", enthält sowohl deren vollständigen Inhalt, als alle wichtigen Handels- und Börsennachrichten und ist mit den neuesten Telegrammen und KurS- Depeschen allen Württembergischen Blättern um 18—20 Stunden voraus. Wöchentlich eine Berlosnugsbeilage, fämmtliche Europäischen Börsenpapiere enthaltend. Unentgeltliche AnSkunft in einem besonders eingerichteten — Briefkasten — über Finanz- Angelegenheiten an Abonnenten gegen Einsendung der Abonnementsquittung. Abanuernentspreis monatlich 1 M. einfchließl. Postgebühr. Die Stuttgarter Handelszeitung ist das einzige Württembelgische Blatt, welches fämmtliche in Stuttgart Nachmittags einlaufenden telegraphischen Kurse (nicht bloS diejenigen von 2 oder 3 sogenannten Spielpapieren) noch an demselben Abend veröffentlicht. Alle in eine der beiden Zeitungen eingerückten Annoncen finden auch in der anderen unentgeltliche Aufnahme. Bestellungen auf beide Zeitungen nimmt jede Postanstalt entgegen, für Stuttgart außerdem die Expedition im „Kleinen Bazar^ Eingang Breitestraße. in hiesiges streng religiöses Haus empfiehlt sich für Kost und Logis. Näheres in der Expedition dieses Blattes. 2411 Lehrlings-Gesuch. Für unser Woll-Produkten- und Bankgeschäft suchen wir zum sofortigen Eintritt einen Lehrling mit guten Schulkenntniffen. Gebrüder Mayer, 2412 Meiningen. <7^ür meinen Sohn, welcher 4 Jahre in meiner Ger- O berei thätig, suche per sofort eine Stelle als Volontair in einer Häuteu. Lederhandlung, wo Samstag und Feiertage geschlossen. 2393 H. Seligmann, Kettwig a. d. Ruhr. ein treues Bild der Gegenwart, das noch die Spuren der blutigen Striemen an sich trägt, die ihm Rohheit und Glaubenshaß geschlagen, und welche Dummheit und Vorurtheile uns erhalten, um so das köstliche Gut des erwachten Bewußtseins des eigenen Werthes uns wieder zu stehlen; er stellt uns aber auch ein leuchtendes Gebilde von der Zukunft dar, in welcher der Mensch im Menschen das Ebenbild Gottes ehren und Friede und Freude sich küssen und Liebe und Treue sich zum unauflösbaren Bunde sich begegnen werden, eine Zukunft, wie sie die großen Männer unserer Nation vor Jahrtausenden schon geweissagte und wie die besten und edelsten Köpfe der Jetztzeit sie anstreben, und die die größten Geister der Zukunft vollziehen werden u. s. w. Die Worte und die Hoffnungen, welche der würdige Redner bezüglich der Gegenwart ausdrückte, fanden bald ihre Erfüllung. Der deutsche Volksgeist, welcher sich beim Beginn der revolutionären Bewegung hie und da in Kravallen und kleinen Judenverfolgungen verirrte, fand bald die richtige Bahn wieder. Die Juden erfuhren nicht nur derlei Unbillen nicht mehr, sondern überall, wo das Volk seine »Forderungen" zum Ausdruck brachte, bei Volksversammlung wie in Petitionen, im Parlament und in Kammern bildeten die Emancipation der Juden einen der ersten Punkte. Auch in Lobheim, wo eine solche Versammlung stattfand, geschah dies, und der Cantor Ehrlich war es, der den desfallstgen Antrag für das Programm deß tagenden Volksvereins motivirte und ohne Widerspruch aufnehmen ließ. Strauß hatte die Genugthuung, bei der nächsten Gemeindewahl als Mitglied des Magistrats erwählt zu werden. Sternheimer saß schon lange im Gemeindevorsteher-Collegium. Am nächsten Vorabend des Versöhnungtags funktionirte jedoch in der Synagoge zu Lobheim ein ganz neuer „Diener des Lichts", denn Schabbeshans, dessen unehrlichen und dummen Streiche doch allmählich im Orte bekannt wurden, schämte sich dermaßen, daß er sich selbst, wenn es einen Leihkauf gab, nicht in einem Wirthshaus blicken zu lassen getraute. Er siechte allmählig hin und ward versammelt zu seinen Vätern, die zwar wie er von jeher Diener des Lichts in Lobheim waren, jedoch nicht jenes Lichtes, das da leuchtet wie die Sternen des Himmels ewiglich und immerdar. Ende.

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