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Der israelitische Bote · 1879-04-03 · 14/15 (3.4.1879) · p. [Seite 5]

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Journal
Der israelitische Bote
Volume
5 (1879)
Issue
14/15 (3.4.1879)
Date
1879-04-03
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German
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* if f -V, _.:-i-mürjti Briefkasten jder Redaktion Nach L. bei Godesberg. Wir werden wegen der gezahlten zehn Mark für N^2j? aber auch auf bk Kenntniß der Schochtim "n"W später zurückkommen. M. F. in C. Einem Israeliten der am BHp rQt£> öffentlich Cigarren raucht, Geschäfte treibt, keinen koscheren Haushalt führt, ist in Bezug aufM1V2und nvv unbedingt kein Vertrauen zu schenken. Nach S chrimm. Es kommt lediglich darauf an, wer den Kaffee auf NOS zubereitet. Wir können Ihnen daher ohne nähere Angabe der Firma keine Auskunft ertheilen. Hier giebt es wohl ein Geschäft, \ von welchem man den Kaffee auf Peßach beziehen darf. Wir wollen durchaus nicht in Abrede stellen, daß die berühmt gewordene Kaffeebrennerei gut sei. Ob jedoch dem NOD bv nVNW vollkommen genügt wird, möchten wir bezweifeln. 7 dem 28. April 1861 und wurde anläßlich des an diesem Tage gefeierten 25jährigen Amtsjubiläums des seligen Oberrabbiners Jakob Ettlinger gestiftet. Während der Zeit seines Bestehens hat der Verein ungefähr 600 Anzüge und 1400 paar Schuhe an hilfsbedürftigen Schüler und Schülerinnen der isr. Gemeindeschule vertheilt. Auch sind 15 abgehende Schülerinnen in ihrer weiteren Ausbildung unterstützt worden. Der Verein besteht gegenwärtig aus 145 Mitglieder und bestreitet seine Ausgaben durch die regelmäßigen freiwilligen Beiträge der Mitglieder. Oberdorf. (Würtemberg) Kürzlich starb der von Allen hochgeschätzte R. Jsak Gutmann?T. Der Verstorbene erreichte das schöne Alter von 82 Jahren. Ueber 52 Jahren hat er in hiesiger Gemeinde gewirkt und hat diese ihm viel zu verdanken. Von seiner Sorge für das Wohl der Gemeinde zeugt das schöne rPB und das rtlpD/ wie wohl wenige Gemeinden sie zweckmäßiger und schöner haben. Ueber 50 Jahr war der Verewigte an den Vorbeter. Das Leichenbegängniß fand eine allseitige, rege Betheiligung. Holland. Rotterdam. Eine dieser Tage veröffentlichte Broschüre bringt einen ausführlichen Bericht über die bereits 25 Jahre Hierselbst bestehende „Unterrichtsanstalt für Taubstummen"; außerdem enthält sie eine Beschreibung des Jubiläums, welches diese Anstalt am 4. Juni vorigen Jahres feiert. Diese Unterichtsanstalt nimmt Taubstummeu jeglicher Confeffion auf uud wird für jede Consession ein besonderer Religionslehrer gehalten. Schon von Anfang an erfreute sich diese Anstalt des Beifalls und der kräftigsten Unterstützung von Seiten wohlthätiger und einflußreicher Privatleute, auch emfängt sie Unterstützungen aus öffentlichen Klassen. Von den 114 Schülern gehören 14 der iscael. Religion an. Die Anstalt wird von unserem rühmlichst bekannten Dr. Hirsch geleitet. Herr Rabbinatsverweser A. Lutomirski wirkt als Religionslehrer. Frankreich. Paris. Der durch seine musikalischen Arbeiten ruhmUchst bekannte S. Naumburg, der Senior der französtchen Vorderer, wurde zum Officier d’ Acadömie ernannt! — Der Oberst Histin (Jude) ist zum Commandeur des ersten Genie-Regiments ernannt worden. Bosnien. Gewiß wird es die gesch. Leser interesstren, Näheres über die Juden in Bosnien zu vernehmen. Wir lassen hier einige Notizen folgen. Die jüdische Bevölkerung Bosniens besteht größtenteils aus Spaniolen, von denen ein großer Theil bis heute noch keine andere Sprache kennt, als die spanische, trotzdem es festgestelll ist, daß schon zu Ende des fünfzehnten und zu Anfänge des sechszehnten Jahrhunderts die Vorfahren dieser Spaniolen in Bosnien eingewandert find. Es ist dieses eine ganz ungewöhnliche Erscheinung in der Volksgeschichte und ist der Grund hierfür darin zu suchen, daß die Juden stets unter einem schweren Drucke lebten und eine gewisie Exklusivität bewahren mußten, da ihnen die Betheiligung an der Industrie versagt und somit der Verkehr nach Außen hin abgeschnitten war. Besonders sind es die Frauen, von denen wenige eine andere, als die spanische Sprache kennen. Die bosnischen Spaniolen führen ihre Geschäftsbücher in spanischer Sprache. Ihre Kleidung ist die türkische. Die Männer tragen den Kaftan, den Fez und den Turban, die Frauen tragen die engen Ueberwürfe, die Schleierund die Fullen, die<Spangen und die Gürtel, und wiffen sie dieselben mit jener reizvollen Nachlässigkeit zu tragen, welche eiue Kunst der orientalischen Mode ist. Die Roben der Frauen sind aus weichem Sammet und schwerer Seide, wie die der vornehmen Türkinnen. Im Allgemeinen wissen die bosnischen Jüdinnen sich wohl modern zu kleiden. Rußland. Petersburg. Im Aufträge der Regierung tritt hier eine Rabbinerconferenz zusammen, die sich in erster Reihe mit Fragen aus dem Gebiete des talmudischen Ehrenrechts beschäftigen soll. Die Versammlung würde einem tief empfundenen, jüdischen Nebel in Rußland abhelfen. sollte es ihr gelingen, auf gesetzlichem Wege Erschwerungen für das böswillige Verlassen der Frau nnd eine strenge Bestrafung bei leichtfertigem Eingehen einer zweiten Ehe herbeizuführen. Die Versammlung besteht aus 7 Deputirten, von denen Dr. Harkavy aus Wilna und Baron Horace Ginzburg genannt werden, und trat am 24. Febr. in das Ministerium des .Innern zusammen. Amerika. New-Aork. Im Juli vorigen Jahres kam in der Jahresversammlung der israel. Religionsgemeinden in Cincinnati eine wichtige Sache zur Sprache. Man hat nämlich das Bestreben kund gegeben, den im Osten und Süden Europas lebenden Juden aus ihrer drückenden Lage zu helfen, und zwar indem man ihnen zur Auswanderung nach den Ver. Staaten veranlaßt. Das zur Prüfung der Sache bestellte Comites hat folgenden Bericht darüber erstattet: „Nach unserer Ansicht besteht die wahre Emanzipation der Juden in der lebhafteren Einflößung des Geistes der Mannhaftigkeit und der Selbstständigkeit, welche dadurch am Besten erzielt werden kann, daß man die große Masse der Israeliten in Ost-.und Südeuropa veranlaßt, Ackerbauer und Handwerker' zu werden. Die Millionen von Ackern, die noch immer in unserem Lande unbebaut liegen, bergen unzählige Reichthümer für den fleißigen Landmann in ihrem Schooße, und für Millionen von Juden würde die Unabhängigkeit des Ackermannes die wahre Emanzipation aus alter Knechtschaft sein. Für unser Land, für nnsere Brüder in der ganzen Welt und für die ganze menschliche Gesellschaft im Allgemeinen würde es höchst vortheilhaft sein, wenn sich willige Hände und tapfere Herzen zu einer Unternehmuug verbänden, welche wesentlich die großen socialen Fragen der Gegenwart berühren würden. Ein solches Werk kann mit Leichtigkein durch Zusammenwirken mit unseren Schwester-Gesellschaften in Europa — der israel. Alianz und ihrer deutschen Zweigvereine, dem Boord der englischen Deputirten und andern ausgeführt werden. Der Boord der Delegaten für bürgerliche und religiöse Freiheit soll beauftragt werden, über diese Vorschläge zu berathen, um unter den Juden in Europa die Ansiedlung als Ackerbau im amerikanischeu Süden und Westen zu agitiren und die Exkutive der Union soll ermächtigt sein, Schenkunge von Land und Geldern für diesen Zweck anzunehmen und zu verwalten." Vermischtes. Aus dem Kaukasus erhielt „Hazestrah" einen Bericht von einem russischen Juden, der am Cholhamoed Sukkoth von Petrowsk aus einen Ausflug in das Gebirge gemacht hat. Wir entnehmen demselben einige Notizen über die dortigen Juden. „In einem Felsthale fand ich vier Navals, drei von Tataren bewohnt, der vierte von Juden. Diese heißen „Bikes". In dem Judendorfe kehrten wir bei einem Glaubensgenossen, Namens Peretz, ein und wurden sehr gastlich ausgenommen, Wir speisten dort in orientalischer Weise, auf Divans hockend, Tische und Stühle sind unbekannt. Wir fragten, ob er keine Laubhütte besitze; er sagte uns, es gäbe im Dorfe nur drei Sukkoth. Auf unseren Wunsch führte er uns in eine derselben, sie stand aus dem flachen Dache des Hauses und war sehr schön. Wir speisten und tranken in ihr, es gibt dort guten Wein in Fülle. Der Sohn des Schochet zeigte uns die Synagoge, wir waren erstaunt, ein schönes und würdiges Gotteshaus zu finden. Besonders schön ist die heilige Lade, und als man uns dieselbe öffnete, traten zu unserer Verwunderung zwei vergoldete Adler heraus. „Wie alle Bewohner dieser Gegenden, gehen auch die Juden stets bewaffnet einher. Traurig ist, daß sie in Vielweiberei leben und gleich den Tartaren die Frauen wie Sklavinnen halten, die die schwersten Arbeiten verrichten, Lasten tragen u. s. w., ^währrnd der Mann müßig nebenher schreitet, I. T. a. R. Paris. Das Portrait Ad. Crvmieux', des Präsidenten der Alliance Isr. Univ., vom Grafen v. Nory gemalt, beabsichtigt ein israelitischer Graveur, H. Gustave Ledy, als Kupferstich in großem Format und zu verschiedenen Preisen zu reproduciren: zu 100, 50, und 20 Fr. Er bittet das Central-Comite um Unterstützung für dieses schwierige Werk, das nicht weniger als 15 Monat kosten wird, und legte eine Kreidezeichnung vor, die als Model für den Stich dienen soll; das Comite war von der merkwürdigen Schönheit dieser Zeichnung betroffen und beschloß, in der Ueberzeugung, daß der Stich der Zeichnung nicht nachftehen wird, die Arbeit des H. Gustave Levy zu unterstützen und sich auf eine Anzahl Exemplare des Stiches bei der von dem ausgezeichneten Künstler zu eröffnenden Subskription einzuschreiben. Mehrfache, wegen unregelmäßiger Zustellung der Zeitung uns zugekommene Beschwerden, veranlassen uns zu der Bitte, derartige Fälle gleich melden zu wollen, damit wir Abilfe schaffen können. Postabonnenten ersuchen wir, ihre Beschwerden zunächst bei der betreffenden Postanstalt anzubringen und erst, wenn diese erfolglos bleibt, sich an uns wenden zu wollen. Die Redaction. Französische und englische Sprache. L’ Inter prete Französisches Journal für Deutsche, The Interpreter Englisches Journal für Deutsche, mit erläuternden Anmerkungen und alphabetischem Vocabulaire, sowie mit ganz neuer, vervollkommneter Aussprachebezeichnung für das Englische. Seit 1. Juni 1877 herausgegeben v. E Sommer. Erleichtertste und wirksamste Hilfsmittel bei Erlernung der französischen und englischen Sprache, namentlich für das Selbststudium und bei Vorbereitung auf Lxamina (Einjährig-Freiwillige); zugleich anziehendste und erfolgreichste französische und englische Lectüre zur Uebung und Unterhaltung, durch die besondere Einrichtung schon bei den bescheidensten Kenntnissen in ersprießlichster Weise verwendbar. Inhalt (bei beiden Blättern vollständig verschieden): TageSgeschichte, belletristische, populär-wissenschaftliche und vermischte Aufsätze, gediegene Novellen, interessante Prozesse rc. — Wöchentlich eine Nummer. — Quartalpreis für jedes der beiden Journale: bei der Post, dem Buchhandel sowie direct unter Band 1 Mk. 75 Pf. (= 1 fl. 5 kr. ö. W.) 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