Der israelitische Bote
- Journal
- Der israelitische Bote
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 13 (27.3.1879)
- Date
- 1879-03-27
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Schweden. Gothenburg. Am 5. Febr. starb Hierselbst der Großhändler, Herr Eduard Magnus. Der Verstorbene war stets ein eifriger Förderer der Kunst, der Wissenschaft gnd des Gewerbes. Die hiesige prachtvolle Synagoge hat er fast aus eigenen Mitteln erbauen lassen. Er war Ritter verschiedener Orden und war der erste Jude Schwedens, dem eine derartige Auszeichnung ist zu Theil geworden. Er war Vorsteher der hiesigen Gemeinde. Seine Hinterlassenschaft beziffert sich auf 4 Millionen Kronen und ist die einzige Tochter alleinige Erbin dieses colossalen Vermögens. Marokko. Aus Aez wird von einem Aufstande berichtet, bei welchem der Gouverneur sich in eine Moschee flüchten mußte. Die Marokkaner sind mit ihrem Sultan höchst unzufrieden und wird diese Unzufriedenheit geweckt durch die liberalen Neigungen, die er kund giebt. So lieh er den Juden sein Geld zu billigen Zinsen, und wollte er ihnen die Erlaubniß ertheilen, auch außerhalb ihrer Quartiere eine Fußbekleidung tragen zu dürfen. Auch hielt er sich jüdische Astrologen und fing außerdem auch an, christliche Sitten und Gebräuche anzunehmen. Alles dieses reizte die fanatische Bevölkerung und veranlaßte die Empörung. Rußland. Petersburg. Im Gegensätze zu den in Deutschland herrschenden Bestimmungen, können Juden nach dem russischen Gesetze von den Pflichten eines Geschworenen-Gerichtsbeisitzers am Sadbath entbunden werden. Dem Alt und Großmeister der deutschen Rabbinen Professor, Dr. A. A. Wolf f. Ritter rc. rc.; Königl. Dänischen Oberlandesrabbiner zu seinem 50 jährigen Amtsjubiläum am (11. Tischri 5639) 8. Octbr. 1878, gewidmet von Rabbiner Dr. I. I. Rülf in Memel. Geehrter Herr Collega! An ihrem hohen und frohen Ehrentage meine innige Theilnahme zu erkennen zu geben, hielt ich für meine unabweisbare Pflicht. So oft es Noch that, den armen Glaubensgenossen in Westrußland im Hungersjahre, bei Brandunglück Hülfe zu bringen, waren Sie bereit, auf das wärmste und wirksamste Ihre Beihülfe zu gewähren. Das hat Sie mir werth und theuer gemacht, wie wenn Sie mir Zeitlebens in inniger Freundschaft verbunden gewesen wären. Wenn ich Sie auch Landsmann nenne, so soll das mehr bedeuten als die bloße deutsche Nationalangehörigkeit. Mein Geburtsort liegt drei Meilen von Gießen entfernt. Im Hause meines Vaters wurde Ihr Name mit der tiefsten Verehrung genannt, und noch bis zu dieser Stunde lebt Ihr Angedenken fast legendenartig weiter in der ganzen dortigen Gegend. Möge Gott Sie in seinen allmächtigen Schutz nehmen und Sie im Genüsse des höchsten Glückes, im Kreise der lieben Ihrigen das weiteste Ziel menschlicher Lebensdauer erreichen lassen. In innigster Ergebenheit Dr. Rülf.; nnnx rrmüh ,12121 1212 ctopdi nt*pis DDiiy «osi? ratr» ,Dya 21D -py^ mini - in yby nn^i wni W21 pbyn ■wn nxvü p ,oyij nöK 7121 nmn pivvH ontwo ii?p ,pxi:sKp nimm innotr di^ yDtr» r6rre oyi "Ti mrwa iD^ynn nnai „Dionen tanm nilii:6 iD^nn ns>D ajiy min dw nö .Dni2n t^ki ,i^ •»dd 1D1K Des Menschen Leben ist nur kurz hienieden, Ein flüchtig Dasein voller Leid und Last, Der kurze Frohgenuß, der ihm beschieden, Er hält und kostet ihn mit Angst und Hast; Ihm raubt des Wunsches Ungestüm den Frieden. — Der Glücksmoment, den zögernd er verpaßt: — „Kein Mensch auf Erden stirbt, dem sein Verlangen Zur Hälfte in Erfüllung ist gegangen." Soll unser Schmerzensdasein nicht verrinnen, Verwehen und vergehen Schatten gleich; Und wollen wir nicht scheiden einst von hinnen Versinken ohne Spur ins Schattenreich, Vielmehr hienieden Haft und Halt gewinnen Und uns der Ewigkeit vergatten gleich: So müssen wir, um unser Sein zu weihen, Ans ewig Unvergängliche uns reihen. Und kannst Du das? Wo ist denn seine Stätte? Q, sag' es mir! Wo seiner Herrschaft Thron? Auf das ick schnell mich bette und mich kette An seinen Sitz als Knecht zu Lohn und Frohn, Damit ich mein unsterblich Theil nur rette, Anheim nicht falle eignem Spott' und Hohn; Denn kein Geschick mag uns so trostlos winken, Als nichts zu sein und dann ins Nichts versinken. Doch wäre da zu helfen und zu rathen Durchaus nicht allzuschwer; so hör mich an Weißt Du von hohem Streben, großen Thaten Des Geistes einen gottbegabten Mann, Der zu der Menschheit Frommen Dauersaaten Für Wissenschaft und Leben klug ersann: So laß dein nichtig Sonderstreben schwinden Und eil' dem großen Mann Dich zu verbinden. Und einem solchen Manne eng verbunden Zu sein mit uns'res Geistes Strebelust, Das wollen wir zu diesen Feierstunden — Des hohen Glücksmoments uns voll bewußt — Von ganzem Herzen rückhaltlos bekunden, Um uns mit Ihm zu freu'n aus voller Brust Des frohen Jubeltages, den Gott bescheert Ihm, Der heute fünfzigmal zurückgekehrt Ihm. Des heut'gen Tags Bedeutung zu verstärken, Reiht er sich an dem großen Gottestag, Da Sühne wir gesucht mit Wort und Werken Und abgethan uns unsrer Sünden Plag' Da lebhaft wir und mehr den je bemerken, Was solchen Mannes Mittleramt vermag: — Nur solch ein Tag schien würdig dem Geschicke Daß solch ein Mann den Jubeltag erblicke. Von eigner Hand des Eollegen, Freundes und Landmannes Dr. Rülf. Memel, 4. Tischri (5639) 1878. wb nhsn b*nur> '»Tivn vm 12 -pr6 Israels Gebete nebst ’jD'ipD 11PX mit einer wortgetreuen, deutschen Uebersetzung. Für die israelitische Schuljugend herausgegeben von JsraelWiesen, Lehrer in Kettwig. Erstes Heft. Im Selbstverläge des Verfassers. (Preis 36 Pfg.) Hin VTID^ 1BD W2N12 1SD Bibel-Lehre. Erstes Buch Moses, hebräisch mit einer wortgetreuen deutschen Uebersetzung für die zarte israelitische Schuljugend herausgegeben von Israel Wiesen, Lehrer in Kettwig. Erstes Heft: Kap. 1—9 (Preis 36 Pfg.) Mit Freuden begrüßen wir einen jeglichen Versuch, der dahin zielt, die schwere Aufgabe der Schule die Jugend auf die leichteste Weise das hebräische Jkiom einzusühren und den Hebräischen-Sprachunterricht überhaupt zu erleichtern. Die Schule ist heutzutage mit einer so großen Anzahl von Disciplinen belastet, daß man die heilige Sprache nicht mehr in dem früheren Maße berücksichtigen kann. Die oben genannten Werkchen sind in erster Linie dazu geeignet, dem Lehrer seine schwere Aufgabe um Vieles zu erleichtern. Das erste Heftchen bringt die „Gebete Israels" nach der Reihe bis Pf. 90 incl. Diese 11DN zeichnet sich vor den schon vorhandenen übersetzten dadurch aus, daß den Kindern die wahre Bedeutung der Worte dargelegt wird (NI^DI BITS), so daß Gewinnung eines größeren hebr. Wortschatzes bedeutend erleichtert wird. Die Uebersetzung ist eine wortgetreue in Nebenlinien und ist besonders aus dem Grunde für den häuslichen Fleiß der Kinder sehr zu verwerthen. Die Uebersetzung geschieht in folgender Weise: Wie schön sind 122“1D deine Zelte, Jakob! npyi "pbltf Deine Wohnungen Israel: ^K12^ -prü2tPD Und ich — 'DXI durch die Fülle deiner Huld *]1D1 212 betrete ich dein Haus, -]rv»2 X2K ich bücke mich ninn2>N zu deinem heiligen Tempel -)DHp ^1 ehrfurchtsvoll vor dir. :“)nKT2 Ewiger! "7 ich liebe ^n21K die Stätte yiyD deines Hauses 7|n^2 und den Ort DIpDI der Wohnung ptPD deiner Ehre. :"]1122 Ich bücke mich, 111712^ und ich beuge mich, nyiDKl hin knie ich 7D12K vor dem Ewigen, '1 meinem Schöpfer :^yy Und ich (richte) 'OKI mein Gebet zu dir "p Ewiger "7 zur Gnadenzeit, :pn nV O! Gott D^pt« in der Fülle deiner Huld -pni 212 erhöre mich ijjy mit deiner treuen Hülfe. -pty» nDK2 Wie aus diesem Beispiele zu ersehen ist, war der Verfasser bestrebt, die durch (ni121D H72722) verbindende Tonzeichen zusammengehörende Wörter in eine Zeile zu setzen, wodurch das hebräische Studium und das nähere Verstäudniß gefördert wird. Der Verfasser hat durch die Herausgabe dieser Arbeit der jüdischen Schule einen großen Dienst geleistet. Selbst in ungeschickten Händen muß Erfreuliches durch dieses Werkchen erzielt werden. Wir wünschen, daß der Verfasser seine Arbeit fortsetzen möge. An uns tritt aber die Pflicht heran, ein so verdienstvolles Unternehmen nach Kräften zu fördern und zu stützen, und dieses vermögen wir dadurch, daß wir dem Werkchen eine möglichst weite Verbreitung verschaffen. Der Preis des Heftchens ist je ein so enorm billiger (36 Pfg.), daß selbst Unbemittelten die Anschaffung desselben möglich ist. — Gleich anerkennend können wir uns über das zweite Werkchen aussprechen. Der Verfasser ließ sich auch bei Bearbeitung desselben von denselben Motiven leiten. Die Uebersetzung ist, wie in dem ersten Hefte der Ein Beispiel anzuführen erachten wir als nicht nothw endig. Schließlich wollen wir die 2 Heftchen nochmals dem gesch. Leser aufs Angelegentlichste empfehlen und besonders die Herrn Lehrer bitten, denselben ihre Beachtung zu schenken! Dg. Vermischtes. — Baron Arthur von Rothschild in Paris wollte eine Forschungsreise nach den Küstenländern des Mittelländischen Meeres, nach Tunis, Egypten und Syrien unternehmen. Die Jacht war bereits ausgerüstet, da unterblieb die Fahrt wegen der Epidemien in Asien. Eingegangene Spenden bei Gelegenheit einer ill^D rVH2 bei Herrn Hermann Herz, Bonn, 5 Mk. 50 Pfg. für 7K1D1 piK. Vom W12 ^P2 4 Mk. für den projektirten Mohelim-Verein. Dito l^D rr>12 bei Herrn L. Katz Badorf bei Brühl, vom JY»12 *>y2 6 Mk. für den pr. Mohelim- Verein, von der Tisch-Gesellschaft 7 Mk. 5 Pfg. für einen bedrängten Familienvater, (ii?ini) Bonn im Monat März. Moritz Baum. Israelitisches Kandels-Institut und Uenfionat in Brüssel (Belgien). 348—350 Chaussee d'Etterbeck, dem Thiergarten gegenüber, geleitet von Prof. L. Kahn. Gediegene religiöse und wissenschaftliche Bildung, rasches Erlernen der lebenden Sprachen und Vorbereitung zum einj ährig en Freiwilligendienste. Besondere Klassen für vorgerückte Jünglinge und specielle Einrichtung zur schnellen Erlernung der Französischen Sprache. Beste Referenzen. 2281 71121712 (Trauformulare), sehr deutlicher Druck mit Vocalen und gediegener deutscher Uebersetzung & Stück 40 Pfg. Dieselben ohne Uebersetzung ö. Stück 30 Pfg. mbyDH I^ Zettel pro Dutzend 60 Pfg. Consirmationsscheine pro Dutzend 36 Pfg. Verlobungs, Hochzeitsu. Cousirmations Ginladungen, aus feinstem Briefpapier vollständig mit Namen, Ort rc. gedruckt, pro Hundert 3 Mark. 50 Stück dito 2 Mark. Die Schrift zu solchen Einladungen wolle man, schon der Namen wegen, recht deutlich schreiben. Bestellungen auf obige Drucksachen werden nur gegen Einsendung des entfallenden Betrages effectuir. Krotoschin, Provinz Posen. B. L. Monafch & Co.. 2262 Verlagsbuchdruckerei.