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Der israelitische Bote · 1879-03-06 · 10 (6.3.1879) · p. [Seite 3]

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Journal
Der israelitische Bote
Volume
5 (1879)
Issue
10 (6.3.1879)
Date
1879-03-06
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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zutragen und ihr Verteidiger zu sein; so danke ich hnen andererseits, daß sie immer geneigt waren, auch meinen ihnen gegenüber geäußerten Wünschen entgegenzukommen. In dieser feierlichen Stunde sei es mir ferner gestattet, meinen Dank unserem vielgeliebten König auszudrücken, der in Seiner Gnade mein Alter geehrt hat; seinen Rathen, die gezeigt haben, daß sie meine Wirksamkeit würdigen wollten; den Administratoren und Vorstehern der Gemeinde, die aus der Feier dieses Tages ein wahrhaftes Fest veranstaltet haben im Hause des Herrn. Kann ich besser meinen Dank ausdrücken als durch das Gebet, indem ich diese Personen Deinem himmlischen Segen empfehle, mein Gott und Vater? So verleihe denn Deine Gnade unserem vielgeliebten König Christian IX., Seiner Kgl. Gemahlin Louise, allen Mitgliedern der Kgl. Familie und deren nahen und fernen Verwandten. Deinem himmlischen Schutze empfehle ich ferner unser geliebtes Vaterland; laß Frieden, Liebe und Eintracht in demselben herrschen, jede Zwietracht schwinden, damit jeder Bürger nur das wahrhafte Wohl des Landes vor Augen habe! Segne o Gott, diese Behörden und Verwaltungen, all' ihre wohlthätigen Anstalten, ihre Schulen, ihre gemeinnützigen Gesellschaften und alle Vereine, die der Belehrung gewidmet sind. Deine Weisheit leite den Staatsrath, Deine Gerechtigkeit die Gerichte. Dein Geist herrsche überall, wo man Deinen Glauben lehrt und die Nächstenliebe! Dir empfehle ich endlich meine Gemeinde; erwecke in ihr den Sinn für Frömmigkeit damit die Jugend im Glauben unterwiesen werde, der sie lehrt im Kampfe gegen die anstürmenden Leidenschaften zu triumphiren und damit das Alter die Hoffnung auf ein ewiges Leben bewahre, zu dem es einst einkehren soll. Herr! verlaß mich auch dann nicht, wenn meine Kräfte sinken*) leiste mir Deinen Beistand wenn ich einst diese Erde verlassen soll und stärke meinen Geist durch die Erfüllung deines Wortes: „Fürchte Nichts, ich befreie Lich, ich rufe dich bei Meinem Namen; Du gehörst mir an! 2) Und jetzt breite ich meine Hände aus über Euch Alle, die Ihr mir nahe oder ferne stehet und spreche aus über Euch den Segen des Herrn: Ja, der Herr segne Euch und Behüte Euch! Der Herr lasse Sein Antlitz leuchten über Euch und sei Euch gnädig! Der Herr wende Euch Sein Antlitz zu und gebe Euch Frieden! Aber auch Ihr, begleitet mich mit Euren Gebeten, damit der Herr mir in meinem Greisenalter beistehe, damit die Kraft meiner Jugend sich erneuere, wie die des Adlers und damit ich, gleich ihm, meine Flügel schwingen und erheben möge alle diejenigen, welche meinen Worten lauschen! 2 Amen! 1) Ps. 71, V. 18. 2) Js. XLIJI, 1. 3) Ps. 103, V. 5. - Js. XL, 31. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin. Dem Herrn Ludwig Max Goldberger, einer der Chefs des Hauses I. T. Goldberger, ist vom Kaiser der Titel Commerzienrath verliehen worden. — In Kreisen des high life erregt gegenwärtig eine Verlobung ein gewisses Interesse. Es ist dies die der Comtesse Hertha Bethusy-Huc, der zweiten Tochter des bekannten Parlamentariers. Der Bräutigam ist Herr v. Witzleben-Normann, der Enkel des reichen, vor etwa anderthalb Jahrzehnten verstorbenen Israelitischen Danziger Kaufmanns und Türkischen General- Consuls Normann. Man entsinnt sich, daß, wie wir früher einmal erzählt haben, an die Erbschaft des großen Normann'schen Vermögens eine Bedingung geknüpft war, dahin gehend, daß die Herren v. Witzleben, deren Mutter eine geborene Norman war, den Namen der im Mannesstamme ausgestorbenen Kaufmannsfamilie ihrem adligen Namen hinzufügten. Frankfurt a. M. Auf Anregung der Baudeputation hat der Magistrat dem bisherigen „Grünen Weg", welche Straße oft zu Verwechslungen mit der „grünen Straße" Anlaß gegeben, den Namen „Königs- Marter Straße" bcigelegt, zum Andenken an die durch ihre an dieser Straße gelegenen Stiftungen so wohlverdienten Brüder Emil und Arthur Königswarter. Es ist diese Thatsache von allen Seiten mit großer Freude vernommen worden. , Münsterberg. Am 31. Januar fand die Beerdigung des Ehrenbürgers Samuel Großmann statt. Ein sehr großer Theil der hiesigen Bewohner, Juden wie Christen, nahm an der erhebenden Feier theil. Am Grabe sprach Herr Rabbiner Dr. Joel aus Breslau. Münster. Die hiesige Synagogengemeinde hatte bereits während der vorjährigen Sitzungsperiode dem Landtage eine Petition zugehen lassen, in welcher sie darüber Beschwerde führte, daß von ihr verlangt worden, einen Werthstempel zu einem mit dem königlichen Traindepot abgeschlossenen Kaufverträge zu lösen. Diese Petition, die damals unerledigt blieb, ist jetzt zur Verhandlung gekommen. Die Petitionscommission stellte den Antrag, diese Petition der Staatsregierung zur Berücksichtigung dahin zu überweisen, daß auf dem Wege der Gesetzgebung sämmtliche Religionsgesellschaften, die mit Corporationsrechten ausgestattet sind, in Beziehung auf das Privilegium der Stempelfreiheit einander gleichgestellt werden. Dieser Antrag ist angenommen worden. Italien. Aus Rom wird gemeldet: Rosetti proponirte Depretis die Gleichstellung der eingebornen Israeliten Runiäniens solle sogleich, dagegen die der eingewanderten stufenmäßig erfolgen. Frankreich soll diesen Vorschlag schon acceptirt haben und dürfte auch Depretis demselben sich anschließen. Amerika. New-Aork. Unsere gesch. Leser erinnern sich gewiß noch der Affaire Hilton-Seligmann, wie der Richter H i lt on den bekannten Banquier Seligmann in einem Hotel, das aus der A. F. Stewart'schen Erbschaftsmasse herrührte, als Testamentsvollstrecker den Aufenthalt verweigerte, weil er Jude sei. Die Juden haben sich gänzlich seit dieser Zeit von der Firma A. F. Stewart und Comp, zurückgezogen und allen Verbindungen mit derselben gelöst. Der Richter Hilton beabsichtigte nun, um den begangenen Fehler wieder gut zu machen und die Juden wieder an sich zu ziehen, den hiesigen jüd. Wohlthätigkeitsanstalten eine bestimmte Summe Geldes zu übergeben. Die Verwaltungen dieser Anstalten haben jedoch die Schenkungen zurückgewiesen. Maroeeo. Tanger. Auch hier besteht ein jüd. Handwerksunterricht, an welchem 21 Lehrlinge theilnehmen, von denen sind, 3 Tischler, 4 Zimmerleute, 2 Klempner, 6 Schuhmacher und 6 Schneider. Vermischtes. — Russische Blätter bringen folgende Mittheilungen über die projectirte Erweiterung der Rechte der Russischen Juden: Nachdem im Jahre 1872 eine besondere Commistion beim Ministerium des Innern gebildet worden, welche sich mit der Judenfrage beschäftigen sollte, wurden die Glieder der Commission, Geheimräthe N. D. Mjatschkow und F. G. Thörner, durch Journal-Verfügung derselben vom 18. November 1872 beauftragt, eine Vorlage über die persönlichen wie auch Standesrechte, welche gegenwärtig den Juden zugestanden werden können, auszuarbeiten. Diese Vorlage ging der Commission am 26. Januar 1873 zu. Im verflosteneu Jahre (also nach fünfjährigem Besinmn) prüfte die Commission nur den Theil der Vorlage, welcher mit einem Aufträge in Beziehung stand, den der Minister des Innern vom Reichsrath empfangen hatte, und zwar nur die Rechte der Juden, welche den Cursus höherer Lehranstalten beendet und medicinische Würden und Grade erhalten hatten. Die Commission sprach sich in Uebereinstimmung mit der Vorlage dahin aus, daß es wünschenswerth erscheine, die Juden, welche den Cursus höherer Lehranstalten absolvirt haben, möglichst gleichzustcllen und allen diesen den Eintritt in den Staatsdienst, den Aufenthalt' in allen Gouvernements mit dem Recht, sich den Gemeinden außerhalb der Gouvernements zuzählen zu lassen, in welchen sie bisher wohnen dürfen, zn gestatten. Diese Rechte sollten jedoch nur den Juden gewährt werden, welche den vollständigen Cursus einer höheren Lehranstalt absolvirt haben, nicht aber denen, welche das betreffende Examen abgelegt, ohne den Cursus in einer Krons-Lehranstalt beendet zu haben. Ferner sollten diese Rechte den Juden vorenthalten bleiben, welche das Ingenieur-Institut der Wege-Communication beendet haben, weil in letzter Zeit die Mehrzahl der Eisenbahn-Concefsionäre jüdischer Nationalität sind und die Zulaffung von jüdischen Ingenieuren zur Bekleidung officieller Aemter mit dem Rechte des Staatsdienstes daher sehr wenig -wünschenswerth erscheine. Was den Aufenthalt im ganzen Reiche betrifft, läßt die Commisston den ungehinderten Aufenthalt solcher Personen, welche sich der Pharmacie widmen oder als Feldscherer und Hebammen ausbilden und später diesen Beruf practisch ausüben wollen, im ganzen Reiche zu. Um aber zu bewirken, daß diese Personen sich wirklich mit diesen Fächern beschäftigen, schlägt die Commission vor, festzusetzen, daß diese Personen außer einem Passe noch mit einem Zeugnisse der Personen oder Anstalten versehen sein müssen, bei oder in denen sie ihre Studien in den genannten Fächern gemacht haben. Demgemäß sollen Pässe zum ungehinderten Aufenthalte im ganzen Reiche nur Juden ertheilt werden, welche das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Einst theilte ein junger jüdischer (?) Theologe einem seiner früheren Studien-Genossen mit, daß er sein Doctor-Examen gemacht habe. Statt aller Gratulation gab ihm der Freund die lakonische Antwort -Itopn (S. 3. B. M. K. 6. V. 15). Berichtigung. In Nr. 8. Zeile 14, 2. Rubrik 1. Seite lese anstatt : in unsrem Wochenabschnitte, — in dem Wochenabfchnitte pnnKV In Nr. 9. Zeile 7., 3. Rubrik 1. Seite ist die erste Quelle X'b, *l"p übersehen worden. Annonce! ntrD Wein nDi> r; Eine Rheinwein-Handlung sucht sofort tüchtige Vertreter, welche den provistons und commissionsweisen Verkauf von Weinen engros et detail übernimmt. Suchender besitzt von anerkannten Autoritäten. Franco-Offerten mit Referenzen befördert die Exped. d. Bl. 2268 Aest-Mogramm zur Feier der Einweihung der neuen Synagoge zu Flamersheim am Freitag, den 7., Samstag, den 8. und Sonntag, den 9. März 1879. Donnerstag, den 6. März am Vorabend, Ankündigung des Festes durch Böllerschüsse. Freitag, den 7. März, Nachmittags 3 Uhr Zug durch's Dorf und Abholen der Thorarollen aus der alten zur neuen Synagoge. Samstag, den 8. März Großer Fest-Ball bei den Gastwirthen Schäfer und L i n g s ch e i d t, Anfang 8 Uhr Abends. Sonntag, den 9. März, Nachmittags 4 Uhr Voeal- und Justrumental-Coueert im Saale des Gastwirthes Schäfer, ausgeführt von der Wenigmann' schen Kapelle, unter gefälliger Mitwirkung des „Männer Gesang-Vereins" zu Flamersheim. Nach den Concerte, Ball bei Schäfer und Lingsch eidt. Entre6 zum Balle für Herren 2 Mark, wofür freies Tanzen. Damen frei. Entree zum Concert h Person 50 Pfennig: 2274 ine zuverlässige religiöse Wittwe gesetzten Alters, in der feineren Küche sehr bewandert, welche auch selbstständig den Haushalt führen kann, sucht unter bescheidenen Ansprüchen Stellung als Haushälterin, Stütze der Hausfrau, oder als Wärterin bei Kindern und Wöchnerinnen. Dieselbe übernimmt auch das Kochen von Festesten und zur Aushülfe auf Pesach. Die besten Referenzen stehen zur Verfügung. Näheres bei Wittwe Heumann in Kessenich b. Bonn. 2283 Uenstonat und Moröereitungsschule in Neustrelitz. In dasselbe können zu Ostern d. I. noch einige Zöglinge ausgenommen werden, welche die Realschule oder das Gymnasium besuchen, auch für eine Klasse dieser Schulen vorbereitet werden sollen. Aufsicht und Nachhülfe gewissenhaft, Honorar mäßig. Ref. Sanitätsrath Dr. Neumann und Dr. Steinschneider in Berlin, Rabbiner Dr. Rahmer in Magdeburg. 2277 Landrabbiner Dr. I. Hamburger. min nsD Ein schönes deutlich geschriebenes Exemplar, welches im besten Zustande sein muß zu kaufen gesucht. Offerten mit genauen Angaben über Größe, Preis, Alter w. u. Nr. 3000. durch die Exped. d. Bl. erbeten. 2278. in tüchtiges, israel. Mädchen, welches die Küche ^verstehet, gesucht. Wo? sagt die Expedition. 2285 ine tüchtige israelitische Wärterin sucht Stelle bei Wöchnerinnen oder auch zur selbstständigen Führung des Haushaltes. Zu erfragen bei Gottfchalk Kaufmann, Mülheim a. d. Ruhr._ 2284 Zucke? nos btt? Mit dem Versandt habe begonnen und werden rechtzeitig eingehende Aufträge der Herren Groffisten noch prompt effectuirt. Referenzen Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Auerbach Hierselbst. 2280 H. S.' Baer, Halberstadt.

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