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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 550

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 550 (sequence 572)
Language
German
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IRI
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550 welcher des Lebens Höhen und Tiefen alle durchwandelt hat, abscheidet: wir blicken ibm bedauernd nach — aber er hatte - kein Anrecht mehr an diese Erde, es ist ihm Alles geworden. Aber die Jugend, die blühende, die reiz- und lebensvolle Jugend, mit so vielen Ansprüchen und mit so vielem Gewährenden noch, in das küble Grab sinken zu sehen zur Nimmerwiederkebr, gestehen wir es, das greift tief in die Saiten unseres Gemütbes. Und dann, wenn es noch ein plötzliches Herausreißen ans der Reibe der Lebendigen, ein schnell gekommner, schnell erfolgter Ruf des Herrn: aber daß die Jugend, die Frühlingsnnd Freudenzeit, erst zuvor ein jahrelanges Leiden ertragen bat, so allmählig verstecht und abgezehrt und geschwunden ist — o, meine Freunde, da versetze sich Einer in das Herz der Mutter, des Gatten, die jeden Athemzug am Krankenbette bewachten, bis er — erloschen — um die ganze Tiefe des Schmerzes zu empfinden, um einen Augenblick die Frage an den Herrn zu richten: Herr, so unerforschlich sollen deine Wege sein? Einen Augenblick, sage ich. Denn sehen wir gefaßter nach, gewahren wir, wie das junge Weib, dessen Staubesbülle wir begraben, eine süße, freundliche Jugend unter dem Auge der besorgtesten Eltern verlebte, wie dies junge Wesen die freundlichsten Reize entfaltete, wie sie von Freude zu Freude, von Wonne zu Wonne stieg, bis sie ein theures- Kind an ibre Brust drückte, wie aber dann der Sturm des Lebens sie anwehte und sie litt, Vieles litt, lange litt, bis sie dem Tode in die Arme sank: o, da ist ja ihre Erdenrechnung gut abgeschlossen, und geläutert und geweiht und gesühnt ist sie vor den Thron des Barmherzigen getreten; sie hat ihre Freuden auf Erden bezahlt, sie hat für ihre etwaigen Vergehungen hinlänglich gelitten, sie konnte sprechen: Nun, Herr, gib mir deine Seligkeit. Und dann, meine Freunde, ,,so der Wind des Ewigen sie anweht", spricht der Prophet. Sie ist erlegen dem ersten Sturme des Lebens. Sollen wir sie darum beweinen? Weißt

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