Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 529 (sequence 551)
- Language
- German
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-529 vergebens, aus die Hoffnung folgt die Enttäuschung. Es ist nicht wahr, Geliebte. Wer die rechte Hoffnung hegt, und das rechte Vertrauen, und darum die rechte Anstrengung, ^dem bringt das Leben auch die Erfüllung, und in dem Anstreben und der Anstrengung liegt schon eine Erfüllung. Das Leben erfüllet die Hoffnung der Jugend, wenn diese die rechte war — nämlich nicht die Hoffnung auf Glanz und Eitelkeit, sondern auf That und gutes Werk. Diese sind erreichbar, und das Leben giebt Raum dafür. Und dann rufet der Jugend nicht zu: Ihr hoffet vergebens, denn selbst die Erfüllung bringt keine Befriedigung; habt ihr erreicht, was ihr gehofft, so ist es eitel. Es ist nicht wahr, Geliebte. Nein, es ist nicht eitel, ein kernhafter Mann zu werden, theure Söhne. Es ist nicht eitel, ein pflichtgetreues Weib zu sein, geliebte Töchter. Höret auf mein Wort, die Befriedigung über sein Thun und Schaffen in den Augen der Eltern zu lesen, von den Lippen der Freunde zu hören, eine nützliche Stellung im Leben zu erlangen, einen guten Namen bei seinen Mitbürgern, rührige Thätigkeit, gutes Wirken zu entfalten rings um sich, in den Nöthen des Lebens aufrecht zu bleiben, die Mühen des Lebens kräftig zu tragen, die Kämpfe des Lebens gottvertrauend zu bestehen und siegreich aus ihnen hervorzugehen — nein! das ist nicht eitel, das befriedigt, die Hoffnung geht in Erfüllung, Hoffnung, Erfüllung, Befriedigung bieten sich die schwesterlichen Hände, und umkränzen das treue Haupt! Also richtet darauf eure Hoffnung, meine Geliebten, und ihr brauchet nicht zu fürchten, daß ihr getäuscht seied; auf solch' ein Leben voll Kraft und Mannhaftigkeit hoffet, und stehe, es wird euch nicht fehlen! Ihr werdet einst sicher ruhen und lagern und Niemand scheuchet auf! — Und so lasset mich, theure Konfirmanden, auch von den besonderen Hoffnungen sprechen, die ich heute, die ich ganz insonders für euch hege. Sehet, während ihr in der Stille der Religionsschule, in der heimlichen Traulichkeit des Un» 44