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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 515

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 515 (sequence 537)
Language
German
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IRI
…/7166791-9630800--1872-9623785
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515 ein Heerd lästerlichen Feuers, wo Rauch und Nebel ihm seine höhere Bestimmung verhüllet und erstickt; seine Jugend ist vergeudet, sein Mannesalter stumpf und leer und ohne innern Gehalt, und auf seinem entblößten Scheitel ruhet der Fluch eines verlornen Lebens. Also und darum sollen wir hangen an unserm Gotte, durch alle Zeiten des wechselnden Lebens, und unsre Brust ein Tempel der Religion sein; wir sollen sie nicht lassen trotz allen Verlockungen und Reizen, und standhaft bleiben im Gilten, bis das Auge schwach wird und die Hand zittert und das Herz matter klopft im Busen — denn nur dann leben wir allzumal heute. LI. Dieser Wechsel am Menschen ist zweitens der Wechsel des äußern Lebens, des Verhängnisses, der Gang der Vorsehung über die Häupter der Menschen hinweg, es ist der Wechsel des Glücks und Unglücks. Wir wollen hier nicht fragen, gel. Zuh., was eigentlich Glück und Unglück zu nennen sei? ob die Religion das auch Glück nennt, was die Welt also bezeichnet? ob sie es nicht vorziebt, die Eitelkeit, ja die Nichtigkeit irdischer Glücksgüter, des ReichthumS, der Ehre, der Schönheit und Talente anzuerkennen, und nur das schuldlose Gewissen und den rechten Wandel und Werke der Religion für ein Glück zu erklären — sondern lassen wir jetzt nur das Alles so gelten, was das Herz des Menschen mit der Bitterkeit des Mißgeschicks oder mit dem Honigseim des Glückes durchzieht, folgen wir dem schwachen Geiste des Menschen durch alle Jrrgänge und verschlungenen Wege des Schicksals nach, sehen wir, wie er geschleudert wird von der Sonnenhöhe seiner Freuden in bodenlose Tiefe und Einsamkeit, wie die schwarze Sorge mit ihm Roß und Wagen besteigt, wie Kummer und Drangsal, nicht blos in Hütten, in den Wohnungen des Elends, sondern auch in den Lustschlössern und Palästen der Größe seiner Brust sich bemächtigen und seine Gedanken belagern und umzäunen — was 33*

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