Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 532)
- Language
- German
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tzio Verlust seines Lebens ersetzen. — Unter diesen Forderungen des weltlichen Lebens also, unter diesem Drängen der Erde von innen und außen, wodurch kann der Mensch Gott geweidet bleiben? was erbalt ibn aufrecht, was stützt, was leitet ibn in dieser Weibe? Wiederum die Religion, meine Theuern, die Religion Gottes, welche die Weihe des Menschen ist, erhält ibn zugleich in derselben. Meine Freunde, auf dem Gebiete der Religion ist ewiger Frieden, keine Zwietracht der Triebe, kein Kampf der Neigungen und Leidenschaften; da ringet der Geist uichr mit dem Leibe, der Himmel nickt mit der Erde — da ist der ganze Himmel, Alles vollkommen, Alles erhaben, Alles schön. Darum, wer aus diesem Gebiete wandelt, wahrhaft wandelt, der gewältigt alle Triebe seiner Brust, alle Neigungen und Leidenschaften seines Herzens, der opfert sich nicht den sinnlichen, nicht den weltlichen Vergnügungen, er ist Gott geweiht. — Sehet, Geliebte, die Tage kommen und gehen, und das Leben aus Erden ist zu Ende, bevor wir es dachten — was bleibet uns übrig und zurück? Die Jugend wird Alter, die Schönheit Häßlichkeit, wenn's boch kommt, legt man sich übersatt in's Grab. Meine Tbenern, nur das Herz bleibet ewig jung, nur das Gewissen, das Bewußtsein immer stark, und nur das Verdienst der Tugend stirbt nie ab. — So lasset uns darum sprechen, geliebte Zuhörer, zur Religion, zu diesem Engel des Herrn, wie Manoab sprach zu seinem Engel: laß dich doch bei uns halten! Lasset uns mit aller Kraft der Seele die Religion unserer Väter bei uns halten, und wir uns bei ibr! Diese leitet uns sicher und ruhig durch das Leben, durch Gefahr und Drangsal, durch Mangel und Entbehrung, durch Krankheit und Tod. Diese spricht zu unfern Vätern und zu uns: Geweidete Gottes sollt ibr sein, und seid es vom Mutterschooße bis zum Tage eures Todes. Amen!