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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 509

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 509 (sequence 531)
Language
German
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IRI
…/7166791-9630800--1866-9623779
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509 dürfniffe des vergänglichen Leibes nnd ihre Befriedigung zur Stufe des Glückes erbebt, der die Keuschbeit, die Unschuld, die Mäßigkeit, die Genügsamkeit in den Staub tritt, der den himmlischen Tbeil des Menschen zurückdrängt, und den thierischen, erdigen hervorwendet, der von den Freuden der Tugend und Reinbeit keine Kunde und Ahnung hat, und die Seele unfähig macht, sie zu genießen. Es ist zweitens der Trieb zu den weltlichen Vergnügungen, der Trieb nach Ebre, zu glänzen uud bervvrzustechen uuter den Menschen, durch Macht und Ansehen, durch Fülle der irdischen Güter, durch Schönheit, endlich durch alleu Flitterstaat der Eitelkeit; dieser ist es, welcher alle Kräfte der Seele für irdische, vergäugliche, selbstsüchtige Zwecke anstrengt und nützt, welcher die höhere Bestimmung des Menschen untergräbt, indem er sie der Seele als trügerisch vvrspiegelt, welcher die Treue, die Rechtlichkeit, die Barmherzigkeit von sich stößt und sich mit dem Scheine, dem eiteln, falschen Scheine begnügt. Diese beiden sind es, tbeure Zuhörer, diese Triebe zu den sinnlichen und zu deu weltlichen Vergnügungen, welche den Menschen seinem Gotte entziehen, und der Erde und ihrem hohlen, leeren Dienste übergeben. Und so wie der junge Mensch hereintritt in das ernstere Leben, in den Kreis der Menschenwelt, drängen sich diese ihm auf, uud bemächtigen sich seiner ungerüsteten Brust und schlagen darinnen ihren Wohnsitz auf. Darum bleibet der Mensch so selten Gott geweiht, darum bleibt er es so selten vom Mutterschooße bis zum Tage seines Todes. Denn wenn erst die unschuldige Zeit der Kindheit hinter ihm liegt, dann vergißt er seines Gottes meist und viel, und hanget jenen beiden Trieben nach als Jüngling und Mann; und oft nur dann erst, wenn der Tag des Todes naht, wenn die Silberlocke seines Hauptes ihn erinnert an das Ende seiner Tage, kommt das Bewußtsein der verlorenen Weihe mit Schrecken zurück. Dann, ja dann will er durch doppelte Bußübung, durch dopveltes Gebet, durch strengste Haltung jedes göttlichen Gebotes den

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