Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 507 (sequence 529)
- Language
- German
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507 irdischen Lebens vorüberfließt, ohne die Erinnerung an das vollkommenste Wesen, das wir lieben sollen von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit ganzem Vermögen; wenn jede Regung unserS Herzens im Geiste unseres Gottes geschieht, wenn jedes irdische Ding, jede irdische Lust vor der Freude an Gott, vor dein Gedanken an Gott gleichgültig wird, wenn jedes Wort, jede Handlung nur im Sinne des Herrn geschieht, wenn wir so beseelt sind, Freunde, vom göttlichen Hauche der Religion — dann sind wir Gott geweiht, dem Atterheiligsten geheiligt. Wenn die ganze Bahn unsers irdischen Lebens nur ein Zeugniß vorn Herrn ist, wenn wir so Schmerz und Freude, KMnner und Wonne ruhig und gefaßt im Frieden Gottes ertragen, dann sind wir Gott geweiht, und das Scheermesser der Sünde kommt nicht auf unser Haupt, und den Wein der Leidenschaft trinken wir nicht und die unreinen Speisen des Lasters verzehren wir nicht! — Und wie dies der Engel dem Manoah befahl für seinen Sohn Simson, so bestehlt auch euch, ihr Eltern, die Religion, also eure Kinder Gott zu weihen, und zu seinem Dienste, zur Frömmigkeit und Tugend zu erziehen. Denn nur dadurch allein gebet ihr ihnen die wunderbare Kraft SimsonS, daß sie große und schöne Werke zum Heile ihrer Mitbrüder vollenden können. Warum denn, ihr Eltern, werden Eure Haare so oft grau vom Kummer über eure Kinder? warum deuu stürzet das Werk der Erziehung, woran ihr der Jahre so viele gebauet, mit aller Sorgfalt und aller Mühe gebauet, warum stürzt es so oft in einem Tage zusammen? warum denn netzet sich eure Wange, ihr Mütter, so oft, nicht von Freuden-, sondern von Scbmerzensthränen, über die, die ihr unter und an euerm Herzen getragen? Weil ihr eure Kinder nicht Gott geweiht, sondern der Erde; weil ihr den Gedanken an Gott, an seine Lehre, an sein Gesetz so kalt, so eiskalt in die jugendlichen Gemüther legtet; weil ihr irdische Wünsche, irdische Kenntnisse der Religion nicht zur Seite gesetzt, sondern sogar vorgezo- ,K