Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 504 (sequence 526)
- Language
- German
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SOL Werk und seine Bestimmung? einen Engel, der euch sage: Gott geweiht soll es sein vom Mutterschooße bis zum Tage seines Todes? Ja, geliebte Brüder und Schwestern, einen solchen Engel bat er euch sür eure Kinder gegeben — der steht an der Wiege der Neugebornen, der nimmt sie in seine Arme, der leitet sie durch die Irrwege des Lebens, der verstößt sie nicht in Tod und Gefabr, der verläßt sie nicht in Ueberfluß und in Mangel, der bleibt bei ihnen in der v Stunde der Versuchung, der stärket, der tröstet, der erhält sie, der weilt bei ihrem Lager, wenn das Herz stille steht und nicht mehr schlägt. Dieser Engel, den der Herr herabgesandt auf die Erde, in Israels Mitte, für euch und eure Kinder —das ist die Religion, die Lehre, das Gesetz unsers Gottes, unsers himmlischen Herrn. Die Religion ist der Engel des Manoah, der zu euch kommt, und euch saget: „welche die Art des Kindes sein solle, und sein Werk und seine Bestimmung," sie ist es, durch die das Kind berufen wird zu wunderbarer Kraft im irdischen Dasein, zu großen und schönen Werken zum Heile seiner Erdenbrüder; sie ist es, die zu euch spricht: „Ein Geweiheter Gottes soll das Kind sein vom Mutterschooße bis zum Tage seines Todes!" Geliebte Zuhörer! Das ist das Geschäft des heutigen Tages. Unsre Kinder, nachdem sie kennen gelernt die Lehren, die Grundsätze, die Vorschriften unsrer heiligen Religion, ihr ganz zu übergeben, ihre Pflichten auf ihre Seele zu legen, und sie so mit unauflöslichen Banden an den Engel des Herrn zu knüpfen. Seid getrost, ihr Eltern! Wie wird es ihnen wohl sein, euern Kindern, in seiner Gesellschaft, wie werden in seiner Begleitung die Leidenschaften schweigen, der Kummer und die Angst ruhen, ihre Brust ein Gottesbaus, eine Stätte der Frömmigkeit und Tugend sein! Also eine Weihe, eine Einweihung ist es, die wir heute Vorhaben; und was Anderes könnte ich daher Euch heute zurufen, als die Worte des Textes, die ich bereits'