Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 490)
- Language
- German
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sehn und auch das Gefolge eines Ministers, wovon er eine Beschreibung gibt (Vorrede zum B. Josua), und benutzte sein Ansehen zum Schutze seiner Nation, die sich in Portugal durch die von der Inquisition aus Spanien vertriebenen Einwanderer schon damals vermehrte. Dabei wurden die Wissenschaften nicht vernachlässigt; in seinem 20sten Lebensjahre begann er die Exegese des L. Buckes Mosis, veranlaßt durch die ihm nicht genügenden Erklärungen, welche ihm auf seine Fragen über mehrere Stellen dieses Buches von den Rabbinen und Philosophen Portugals gegeben wurden. Unter der Regierung des oben erwähnten Don Juan zog sich Abarbanel von den Geschäften zurück. Aber plötzlich ward er vor den König berufen und war schon arglos auf der Reise, als ihm durch einige Freunde der Wink ertheilt wurde, daß sein Gehorsam ihm das Leben kosten würde. Abarbanel wurde nämlich der Verbindung mit den Großen und dem Hause Braganza, die mit Spanien in Bündniß standen, verdächtigt. Er flüchtete sich mit seiner Familie nach Castilien, sein Vermögen aber wurde eingezogen, sein Haus geplündert und, was ihn besonders schmerzte, seine Bibliothek und seine Manuscripte zerstreut (s. den Kommentar, in der Vorrede zum 5ten Buche Mosis). Es konnte indeß nicht fehlen, daß ein solcher Mann auch in Spanien die Aufmerksamkeit auf sich zog. Anfangs zwar suchte er nur seinen Studien zu leben und vollendete hier den Kommentar zu den Büchern Josua, Richter und Samuel, aber bald führte die Verbindung mit vielen jüdischen und castilischen Gelehrten und der ihm durch sie gezollte Ruhm ihn auch in den königlichen Palast Ferdinands und Jsabellens; es war gerade, als er die Bearbeitung für das Buch der Könige beginnen wollte, in seinem L7sten Lebensjahre. Acht Jahre blieb er als Vorgesetzter der Finanzen im königlichen Dienste, erwarb sich die Zufriedenheit des Herrschers und erlangte, wie er selbst erzählt: „sowohl Reichthum, als Ehre, die sich der Mensch zum Leben schaffet." Bitter beklagte er es indeß nachher, über den