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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 464

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 464 (sequence 486)
Language
German
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IRI
…/7166791-9630800--1821-9623734
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464 die meisten dieser Kinder aus Gram, aus Mangel an den nothwendigsten Bedürfnissen, oder durch die Beschwerlichkeit der ihnen auf den Anpflanzungen aufgelegten Arbeiten umkamen. Aber viele von den unglücklichen Eltern wählten lieber einen freiwilligen Tod. Mit eigenen Händen ermordeten, vergifteten und erwürgten sie ihre Kinder, ehe sie sie den Wüthrichen überließen, und fielen dann selbst von dem Schwerte der Feinde, oder von dem eigenen Dolche getroffen. Dazu kam noch ein anderes Leiden. Man hatte den Auswanderern drei Häfen zur Einschiffung angewiesen; jetzt beschränkte man sie auf einen; sie mußten auf halbem Wege zurückkehren, oder von den entferntesten Orten des Landes dahin die Reise machen, und so ging Vielen das Zehrgeld zu Ende — die Sklaverei war ihr Loos. Andererseits kehrten auch Viele aus der Berberei und andern Gegenden zurück, wo sie entweder zurückgewiesen worden, oder sich nicht erhalten konnten. Diese vermehrten die Verwirrung: sie hatten gewähnt, daß der Sturm sich gelegt hätte, sie trafen ihn in seiner zerstörendsten Wuth und mußten das Schicksal der Zurückgebliebenen theilen. Da waren Verwandte und Blutsfreunde auseinander gesprengt, keine Kunde Einer vom Andern, keine Mittel, sich das Leben zu fristen. Und welcher Jammer erwartete die Fliehenden auf dem Meere, wo sie von den Schiffsinhabern und Matrosen als Pfänder der Habsucht und der niedrigsten Triebe angesehen wurden; vor ihren Augen wurden Weiber und Töchter entehrt, oder man nahm alles Besitzthum als Lösegeld für solche Greuel. Am Ende des Jahres 1495 (5255 H.. HI.) gab es nur noch jüdische Sklaven und Enußim (Olissim) in Portugal. Diese Enußim hatten indeß ihr Schicksal nur verzögert, sie waren späteren Leiden aufbewahrt. Im Jahre l506 war eine lang anhaltende Dürre und Hungersnoth im Lande. Man hatte mehrere Enußim bei der heimlichen Feier des Passahfestes betroffen, die in's Gefängniß geworfen wurden; jetzt war natürlich die Ketzerei an allem Unglück Schuld.

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