Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 485)
- Language
- German
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L63 den portugiesischen Thron. Durch diese Thronveränderung, so wie durch die Krankheit des vorigen Königs mag wohl bei der Ausführung des Befehls einige Milderung und Lauheit gekommen sein; ein beträchtlicher Theil hatte überdies schon das Land verlassen, Andere wechselten entweder zum Schein oder in der That die Religion, Andere wurden zu Sklaven gemacht. Auch schien Emanuel im Anfänge seiner Regierung bessere Gesinnungen zu hegen: er schenkte den Sklaven die Freiheit, verhinderte den Zwang zur Taufe, erklärte aber, durch die Geistlichkeit und die spanischen Fürsten (er war Schwiegersohn Ferdinands) angeregt, daß er sie nicht im Lande behalten könnte, und daß sie binnen acht Monaten auswandern, oder den Glauben abschwören sollten. Auch diese Frist verlief, und nun schickte man sich an, gegen die Zurückgebliebenen barbarische Strenge anzuwenden. Des Königs Befehl erging, den Eltern ihre Kinder unter vierzehn Jahren gewaltsam wegzunehmen und zu bekehren. „Wer vermag," erzählt Virga, „das Elend zu schildern? Das grausamste Leiden war die Wegnahme der Kinder, die nach entfernten Inseln geschickt wurden, von wannen Niemand zurückkehrt. Und als sie anf^Befehl des Königs den Eltern entrissen und auf Schiffe gebracht wurden, wer da nicht den Jammer und das Wehgeschrei der Mütter gesehen und gehört hat, hat nie den Gram nnd die Angst in ihrer wahren Gestalt gesehen, und nirgends ein Erbarmer, nirgends ein Tröster, nirgends ein wohlwollender Retter*)!" Einer Mutter, berichtet er weiter, hatte man ihre sieben Söhne genommen. Als die Elende hörte, daß der König nach der Kirche ritt, warf sie sich seinem Pferde in den Weg und flehte nur um ihren jüngsten Sohn, aber vergebens. Nur mit Mühe konnte sie der König vor Mißhandlungen seiner Begleiter schützen, indem er bemerkte, daß ja auch eine Hündin um ihre Jungen winselt, wenn man sie ihr entreißt. Natürlich war es, daß ') 8edsv«t «seNtici»N tz. 69. p. 63.