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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 412

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 412 (sequence 434)
Language
German
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IRI
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L42 mehrerer damals blühender Religionssekten, der Sadducäer, Essäer u. A. ist dadurch leichter erklärlich, was hier näher auszufübren der Raum nicht gestattet. Endlich wird dadurch jener alte Vorwurf, daß die Inden immerfort in einer totalen Jsolirung bestanden hätten, gänzlich abgewiesen, indem gezeigt wird, daß, wo uns Ruhe und Frieden gestattet wurden, wir auch geneigt waren, gegenseitig die Resultate der Bildung auszutauschen. Wir haben oben schon bemerkt, daß die Sprache aller dieser jüdisch-griechischen Werke die hellenistische war. Nur bei Josephos neigte sie sich etwas mehr zum reinen Griechisch, und wird sogar oft zierlich, bisweilen schön und erhaben. Dem Gegenstände nach entfernte sich diese Literatur nie vom jüdischen Wesen; nicht die Geschichte andrer Völker wurde abgehandelt, kein profaner Gegenstand besungen, und selbst die Grundlage der Philonianischen Philosophie ist die heilige Schrift. Der Charakter aber ist allerdings stets ein matter geblieben; wo nicht die Geschichte erhaben und stark war, war es Josephos auch nicht; Philo bringt es zwar zu einer mystischen Tiefe, aber nicht zum Schwung und zur Höhe; Ezechiel's, Philo's des Aeltern und des Theodotus Gedichte sind nichts mehr als versisicirte Prosa; die Septuaginta kommt der Urschrift nicht im geringsten gleich; die Apokryphen sind die schwachen Schatten einer schon längst im Untergehen begriffenen Sonne. Man sieht, es war dennoch nicht das wahre Element des Volkes, hinausgeschritten war es aus seinen natürlichen Gränzen — was verloren, war verloren: der prophetische Geist kehrte nicht wieder zurück!

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