Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 363)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1698-9623611- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
341 indem die Anstalt zu jeder Zeit Fremden und Einheimischen zum Besuche offen steht, da mir noch dazu solcher Besuch sehr angenehm ist, weil er einen Theils die Schüler aufmuntert, indem die Anstalt dadurch in seinen Angen immer mehr an Bedeutung gewinnt, andern Theils dazu dient, die Kinder an Oessentlichkeit zu gewöhnen, und jene falsche Scham frühzeitig zu unterdrücken, welche selbst religiös Gebildete und Gesinnte in Gesellschaft Ungläubiger und Irreligiöser meist schweigen und also schweigend einstimmen beißt. — Von dem ernstern Gebiete der Religion geben wir zu dem leichtern und heitern der Geschichte über, die sich für die unteren Klassen in die biblische, und in die israelitische für die oberen trennt. Die erstere beschränkt sich bloß auf Erzählung und Wiedererzählnng der passenden Geschichten ^unsrer Erzväter bis zur Eroberung Palästinas durch die Israeliten. Die Frömmigkeit und die Gastfreiheit, die beiden Pole, und das von Gott ausgehende Verhängniß, die Are, um die jene sich drehen, werden hier aus erheiternde und eindringliche Weise dem Kinde übergeben. Dieses "sein Wissen zugleich lieb zu gewinnen, ist die Tendenz. Dieser Sinn für die Alterthümer des israelitischen Volkes wird nun durch die israelitische Geschichte in den oberen Klassen noch mehr geweckt. Hier erhält diese eine genauere Form. In drei Zeiträumen — der erste von der Eroberung Palästina's bis zur Zerstörung des ersten Tempels, der zweite bis zur Zerstörung des zweiten Tempels, der dritte bis jetzt — gehen hier die Begebenheiten, wie sie sich entwickelten, bald freudiger, bald trüber, bis zum gegenwärtigen Zustande, vor dem Geiste des Schülers vorüber. Ein kurzer Auszug niedergeschrieben, von Abschnitt zu Abschnitt, gibt ein Memorandum für die weitere mündliche Darstellung ab. Die Liturgie oder die Lehre vom israelitischen Ceremoniale geht von dem Grundsätze aus, daß das Ceremoniale der äußere Ausdruck unserer Verehrung Gottes sei. Während diese nun in den untern Klassen ihren ersten Elementen