Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 360)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1695-9623608- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
338 wärtig. Fr. Wenn nun also Gott Alles wissen will, wo muß er sein? A. Ueberall. Fr. Was wird also Gott auch sein? A. Allgegenwärtig u. s. f.) Diese Lehrwe'se, die nur bei Vollendung des vorliegenden Gegenstandes durch einen kräftigen, das kindliche' Gernüth ergreifenden, Alles noch einmal einprägenden Vortrag unterbrochen wird, hat unendliche Vortheile. Sie erweckt die Verstandes krafte ungemein, schärft sie höchst bedeutend, macht dem Kinde selbst viele Freude, woraus denn Lust und Liebe zum Unterrichte und also auch zur Sache entspringt, durch welche der Boden für das Empfängniß der Religion recht passend vorbereitet und fällig gemacht wird; endlich bedarf es bei dieser Methode des langweiligen Auswendiglernens fast gar nicht; denn das, was der menschliche Geist selbst gefunden, das vergißt er sobald nicht, wenigstens kommt ihm bei der leisesten Erinnerung die ganze Jdeenverbindung wieder zurück. Meine Leser mögen mir hierin vertrauen, ich spreche nicht theoretisch, sondern aus der Erfahrung. In den oberen Klassen wird nun dieselbe Methode auf eine andere Weise angewendet. Hier wird schon geordneter verfahren, in bestimmten abgesonderten Abschnitten. Wir beginnen z. B. I. Von der Bestimmung des Menschen. In diesen Abschnitt kommt eine Anthropologie im Kleinen. An ihn reiht sich II. die Pflichtenlehre, an diese III. die Erkenntniß Gottes. Zu Anfang einer jeden Stunde wird ein Bibelvers an die Tafel, und von da in die Bücher geschrieben. Dieser Bibelvers ist so gewählt, daß er alles das enthält, was in der Stunde entwickelt werden soll. Nun beginnt die sokratische Lehrweise, hernach wird das Wesentliche zum Merkzeichen kurz aufnotirt, und die Schüler bringen dann zur nächsten Stunde dasselbe schriftlich ausgearbeitet. Z. B. I. Von der Bestimmung des Menschen, l. Buch Mos. K. I, V. 28. Fr. Worüber soll der Mensch herrschen? Worüber nicht nach dem Bibelvers? A. Ueber die Wesen außerhalb der Erde nicht und nicht über seine Nebenmenschen.