Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 359)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1694-9623607- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
337 Gebote gelernt, erklärt und durch Beispiele erläutert; auf diese folgen große Tafeln mit Sprüchen, z. B. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"; „ihr sollt heilig sein, denn ich, der Ewige, bin heilig" u. s. f., so daß man den ganzen Kreis der Pflichtenlehre unbewußt durchmacht. Wie gesagt, es herrscht hier völlig die sokratische Lehrweise vor: die Kiuder müssen Alles selbst herausbringen, indem ihnen durch passende Fragen ihre eigenen Antworten die Bahn eröffnen; einem geschickten Lehrer wird dies durch Vergleichungen aus dem gewöhnlichen Leben sehr leicht. (Z. B. Fr. Wenn ich einen Stein heben will, was muß ich dazu haben? A. Die Kraft. Fr. Wenn ich also überhaupt etwas thun will, was muß ich haben? A. Die Kraft oder die Macht dazu. Fr. Wenn also Gott wollte die Welt schaffen, was mußte er haben? A. Die Macht dazu. Fr. Was wird also Gott sein? A. Mächtig. Fr. Ist aber nicht die Welt das Größte, was Einer thun und schaffen kann? A. Ja. Fr. Warum? A. Weil alles Andre ja d'rin ist. Fr. Wenn also Gott das Größte hat schaffen können, das Weltall, was mußte er sein? A. Allmächtig. Fr. Wenn ich aber schön schreiben will, was muß ich da wohl haben? A. Ich muß es können. Fr. Was muß ich also haben? A. Die Kunst dazu. Fr. Wie heißt das aber, wenn ich die Kunst zu etwas habe? A. Die Fähigkeit. Fr. Wie nenne ich aber einen Mann, der zu sehr Vielem Fähigkeit hat? A. Klug. Fr. Und wenn er dabei die Fähigkeit auf's Beste anwendet? A. Weise. Fr. Wenn Gott also die Macht hatte, die Welt zu schaffen, was mußte er noch haben? A. Die Fähigkeit dazu. Fr. Was wird also Gott sein? A. Klug und weise. Fr. Und wiederum weil die Welt das Größte ist? A. Allweise u. s. f.-Oder wir haben bereits herausgebracht, daß Gott all gerecht ist; ich fahre fort: Fr. Wenn ich aber z. B. das Böse bestrafen will, was der und der gethan, oder das Gute belohnen will, was der und der gethan, was muß ich wohl erst thun? A. Es wissen. Fr. Denn wenn ich was nicht weiß, dann? A. Dann kann ich es nicht beurtheilen. Fr. Gut. Wenn also Gott allgerecht sein will, was muß er dann auch? A. Alles wissen. Fr. Folglich ist Gott? A. Allwissend. Fr. Gut. Wenn ich aber wissen will, was da drüben im Nachbarhause vorgeht, wo muß ich mich wohl befinden? A. Dabei. Fr. Was muß ich also sein? A. Gegen- 22