Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 324)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1659-9623572- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
302 versöhne und reinige! Es ist der Tag, der die Weihe des Herrn empfangen, die Last der Sünden, der Sünden gegen den Schöpfer und Vater, gegen den Erleuchter und Aufklärer, gegen den Reiniger und Lauterer, von uns zu nehmen; den Staub und die Aiche der Erde von dem Feuer unserer Seele hinweg zu hauchen. Es ist der Tag, der die Barmherzigkeit des Vaters an die Sündhaftigkeit seines Kindes knüpfet, an die Reue seines Geschöpfes bindet! Dies, meine Lieben, sind auch die Lampen zur Linken. Fragen wir nun noch, was der Oelbeb älter zu oben am Leuchter, und die beiden Oelbäume zu beiden Seiten des Leuchters bedeuten — mit wenigen Worten können wir die Auflösung geben. Der Oelbehälter, aus dem gemeinschaftlich und immerfort Nahrung in alle sieben Lampen fließet, um die Flamme zu erbalten: was anders ist er, als die heilige Schrift selbst? Wo diese nicht wäre, längst wären die Lampen erloschen, und die Nacht wieder da, längst stände der Leuchter der Religion in der Dunkelheit, ungesehen und ohne zu leuchten. Sie aber, das ewige Wort Gottes, strömet immer wieder den flackernden Lampen Israels Oel und Nahrung zu, daß trotz aller Stürme der Zeiten diese Lampen noch immer brennen, noch alle brennen, und brennen werden. — Die Oelbäume aber zu beiden Seiten des Leuchters sind die Zufriedenheit hienieden und die ewige Glückseligkeit im Jenseits. Dies sind die beiden Schildhalter am Wappen der Religion. Dies sind die Urquellen der Religion, und auch die Mündungen der Religion. Von da gehet ibr Strom aus, und dahin gehet er zurück. Die Zufriedenheit des Bewußtseins, wenn die Lehren der Religion erkannt und die Gesetze der Religion vollführt worden, die ewige Glückseligkeit im Jenseits, der Lohn des religiösen Erdenlebens, die Erkenntniß der Ewigkeit, die Verbindung mit seinem Gotte! II. Wie klar und deutlich, geliebte Zuhörer, ist uns nun die